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Fußball: Ein Blick auf die Entwicklung

War früher wirklich alles besser?

Kreis Warendorf

Wie hat sich der heimische Fußball in den zurückliegenden 50 Jahren entwickelt? Fest steht, die Saison 1983/84 war aus sportlicher Sicht ein besonderes Jahr. Nie spielten mehr als die damaligen drei Landesligisten und zwei Bezirksligisten oberhalb der Kreisebene.

Von Manfred Krieg

Ein besonderer Dauergast: Vorwärts Ahlen gehört seit 1970 immerhin 46 Jahre der Kreisliga A an. Die Szene zeigt Sebastian Aksan Foto: Lars Gummich

War früher wirklich alles besser? Immer wieder ist von den heimischen Fußballbegeisterten zu hören, dass die Qualität auf dem Platz von Jahr zu Jahr abnimmt. Aber stimmt das wirklich oder ist es nur ein verklärter Blick, die Verherrlichung der Vergangenheit?

Wir haben uns im heimischen Fußball die zurückliegenden 50 Jahre angeschaut. Wie lange spielten die einzelnen Teams in ihren jeweiligen Klassen, wenn die Ligazugehörigkeit als Maß für die Güte des Fußballs verwendet wird. Ein gewisser Abwärtstrend, insbesondere bei der Anzahl der höherklassig agierenden Teams, ist nicht von der Hand zu weisen. Seit zehn Jahren spielt kein heimisches Team mehr in der Landesliga. Der Drensteinfurter Landesliga-Auftritt 2020/21 hätte wegen des Rückzugs eh nur ein Jahr gedauert, wird aber aus den Fußballannalen gestrichen, da die Saison annulliert wurde. Der Abschied der Warendorfer SU aus der Verbandsliga liegt nun schon 41 Jahre zurück.

Im August werden mit der SG Telgte, dem SV Drensteinfurt und dem TuS Freckenhorst wieder drei Bezirksligisten den Spielbetrieb aufnehmen, wobei einzig dem TuS 07 Ambitionen in Richtung Landesliga nachgesagt werden. Es wäre ein Novum für die Gelb-Schwarzen, die in ihrer Vereinsgeschichte noch nie in der Landesliga spielten. Die Freckenhorster sind auch der einzige heimische Club, der in den letzten 50 Jahren lediglich in zwei Klassen aktiv war, und das mit jeweils 25 Jahren auch noch gleich verteilt.

Andere Vereine haben in-des mit einem sportlichen Abstieg zu kämpfen. Bei der WSU hatten sie alle gehofft, das A-Liga-Abenteuer sei nur von kurzer Dauer, nachdem der Club 2018 erstmals seit 1966 wieder in diese Klasse abgestiegen war. Die Realität ist eine andere. Nun arbeitet die WSU im August zum dritten Mal an der Rückkehr in die Bezirksliga.

Eine richtig gute Saison für die heimische Fußballszene war die Saison 1983/84. Damals waren mit Telgte, Sassenberg und Beelen drei Teams in der Landesliga. Die WSU spielte zusammen mit dem TuS Freckenhorst in der Bezirksliga. In der Ostwestfalen-Staffel war der FC Greffen am Start. Mehr als drei Landesligisten gab es nie. Doch das Glück währte nur ein Jahr. Aber auch in den Spielzeiten 1978/79 und 1979/80 wurde in heimischer Umgebung toller Fußball geboten. Die WSU war Verbandsligist, Telgte und Sassenberg spielten in der Landesliga, BW Beelen und der SC Everswinkel in der Bezirksliga.

In Ahlen wird der Fußball von den Rot-Weißen dominiert. 1992 wäre TuS Ahlen fast in die Kreisliga abgestiegen, ehe Unternehmer Helmut Spikker das Ruder übernahm und in einem atemberaubenden Tempo das Team bis in die 2. Bundesliga führte. Acht Jahre spielten die Ahlener dort, die mittlerweile wieder in der Regionalliga antreten.

Die Ahlener SG stürzte dramatisch ab. Der Vorgänger-Verein Ahlener SV war 1978/79 sogar Oberligist und spielte zehn Jahre in der Verbandsliga. Der Verein wurde durchgereicht bis in die Kreisliga B, die 2020 nach dem vorzeitigen Abbruch aber wieder Richtung A-Liga verlassen werden konnte.

BW Beelen ist mit sieben Auf- und acht Abstiegen das „Fahrstuhl-Team“ unter den heimischen Vereinen. Vorwärts Ahlen spielte mit 46 Jahren A-Liga am längsten von allen in einer Klasse.

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