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Fußball: Hallenturnier

Budenzauberchen – weniger Davertpokal als sonst

Ascheberg

Auflage 35 des traditionsreichen Indoor-Kicks in Ascheberg, das die gute Nachricht, findet statt. Orga-Chef Dominik Reher (SV Herbern) hat aber auch schlechte Neuigkeiten. Gespielt wird fürs Erste nur noch an einem Tag.

Vor knapp drei Jahren, bei der bis dato letzten Austragung, triumphierte der SV Herbern – hier Ex-SVH-Mann Marcel Scholtysik (l.) im Duell mit Nordkirchen-Goalie Philipp Sandhowe – zum zehnten Mal und schloss damit zu Rekordsieger Davaria Davensberg auf. Foto: flo

Die dramatischen Worte – man wolle nichts weniger als „den Davertpokal wiederbeleben“ – hatte Dominik Reher in seinem Anschreiben an die Vereine bewusst gewählt. Dem Fußballgeschäftsführer des SV Herbern schwante da wohl schon, dass es schwierig werden könnte, den bis 2020 alljährlichen Budenzauber in Ascheberg zu revitalisieren. Den Neustart nach drei Jahren gescheit hinzubekommen. Nun: Auflage 35 des traditionsreichen Indoor-Kicks, das die gute Nachricht, findet statt. Allerdings, schränkt Orga-Chef Reher ein, „wird es den Davertpokal, wie wir ihn kennen, vorläufig nicht mehr geben.“ Rums.

Freitag und Sonntag entfallen

Gravierendste Änderung: Statt an drei Tagen wird an der Nordkirchener Straße nur samstags (7. Januar) geflemmt. Der Freitagabend, die sonst so stimmungsvolle Ouvertüre: fürs Erste perdu. Er habe sich, beteuert Reher, seit dem Spätsommer die Finger wundtelefoniert, um das 16er-Feld vollzukriegen, dabei auch und gerade über den Altkreis hinaus für das Turnier geworben – keine Chance: „Im Raum Münster ist die kurze Hallensaison mit den Stadtmeisterschaften am Berg Fidel praktisch vorbei.“

So habe beispielsweise das Ex-Team von SVH-Coach Julian Wiedenhöft, der SC Münster 08 – Sieger 2019, Finalist ein Jahr später – frühzeitig abgewunken. Und in Warendorf finden parallel zum Davert-Cup die HKM statt. Für die Klubs aus dem Nachbarkreis eine Pflichtnummer, auch dort gab es für die Herberner, die das hiesige Turnier im Wechsel mit dem TuS Ascheberg und Davaria Davensberg ausrichten, nichts zu holen.

Interessant: Bei der Vielzahl an Absagen (mancher Verein habe es nicht mal für nötig befunden, überhaupt auf Mails oder Anrufe zu reagieren) war Corona „überhaupt kein Thema“, so Reher. Tatsächlich gebe es – Stand jetzt – null pandemiebedingten Einschränkungen. Stattdessen sei häufig von der Verletzungsgefahr in der Halle („ein Totschlagargument“) die Rede gewesen. Und davon, dass, zumindest in den überkreislichen Spielklassen, der Re-Start bereits Anfang Februar erfolge, die knappe Vorbereitung demnach mit dem Termin in Ascheberg kollidiere.

Ligafrust wegballern

Der SVH-Funktionär findet das „sehr schade“. Dass der Davertpokal in der Vergangenheit stets ein Ereignis war, habe ja nicht nur mit den Darbietungen auf dem Parkett zu tun gehabt, sondern mindestens ebenso mit dem Drumherum: Treffpunkt für die Ehemaligen, Spielerbörse und mehr. Gerade dieser muntere Austausch beim Bierchen im Foyer, der leide, „wenn zwei Tage wegfallen“, fürchtet Reher.

Der VfL Senden indes, Dauerfinalist zwischen 2015 und 2018, könnte den Davertpokal dazu nutzen, sich den Ligafrust von der Seele zu ballern. „Die Jungs wollten unbedingt. Und es ist ja kein Geheimnis, dass wir ein paar echte Hallenzocker in unseren Reihen haben. Daher spricht aus unserer Sicht nichts gegen die neuerliche Teilnahme“, so VfL-Coach Thomas Morzonek.

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