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Darts: Weltmeisterschaft

Dunkle Pferde, schrille Outfits – Christian Schlüter im WM-Modus

Herbern

Für Christian Schlüter ist es das Highlight des Jahres: die Weltmeisterschaft im Alexandra Palace. Der Experte aus Herbern ordnet die Dinge vor dem Start für unsere Leser ein.

-flo-

Fertigte letztens beim „Gard Slam of Darts“ im Viertelfinale Superstar Michael van Gerwen (l.) mit 16:12 ab: „Cool Hand Luke“ Humphries. Foto: Imago/Shane Healey

Die Erde ist eine Scheibe, zumindest ab heute und bis zum 3. Januar, wenn in London der neue Darts-Weltmeister gekürt wird. Wir haben, wie in den Vorjahren, den Herberner Christian Schlüter, selbst Turnierspieler, gefragt, was man mit Blick auf die nächsten Tage wissen muss.

Der Austragungsort: wie immer seit 2007 der ehrwürdige Alexandra Palace im Norden der Metropole. Schlüter war selbst schon als Zuschauer dort. Tickets zu ergattern, werde von Jahr zu Jahr schwerer: „Gerade nach Corona ist die Sehnsucht der Fans riesig.“ Selbst die Afternoon-Sessions seien restlos ausverkauft.

Die Stimme dieser Sportart

Die TV-Zeiten: Sport 1 und DAZN übertragen nonstop. Schlüter bevorzugt letzteren Kanal, „weil Elmar Paulke einfach die Stimme dieser Sportart ist – und der größte Kenner“.

Die Favoriten: Müsste sich der Herberner auf einen Sieganwärter festlegen, dann den wiedererstarkten Niederländer Michael van Gerwen: „,MvG‘ hat 2022 zehn Turniere gewonnen, darunter vier Majors.“ Auch mit Gerwyn Price, vor zwei Jahren Weltmeister, und Michael Smith sei unbedingt zu rechnen. Der „Bully Boy“ habe nach etlichen zweiten Plätzen auf der Tour mit dem Gewinn des „Grand Slam of Darts“ sein Finaltrauma – hoffentlich – überwunden. Bei Titelverteidiger Peter „Snakebite“ Wright müsse man abwarten, wie fokussiert der nach der schweren Erkrankung seiner Frau schon wieder sei. Er selbst ist kein besonderer Freund vom Mann mit den schrillen Outfits. Chancenreiche Außenseiter – „Dark Horses“ im Mutterland der Pfeilschützen – sind für den hiesigen Experten Luke Humphries und Nachwuchs-Champion Josh Rock.

18-jährige Senkrechtstarterin

Die Frauen: drei insgesamt, darunter die „Queen of the Palace“, Fallon Sherrock. Schlüter bekennt sich als Fan – „nicht weil sie eine Frau ist, sondern weil sie aufgrund ihrer Erfolge auf die große Bühne gehört“. Noch stärker sei die erst 18-jährige Beau Greaves einzuschätzen, „die hat zuletzt bei den Damen alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt“.

Schaut nonstop: Christian Schlüter. Foto: flo

Die Deutschen: ebenfalls ein Trio. Sebastian Schindler, der derzeit Beste, greift in Runde zwei ins Geschehen ein und trifft dort auf den Engländer Martin Lukeman oder Nobuhiro Yamamoto (Japan) – beides keine Laufkundschaft, so der Herberner. Gabriel Clemens könnte es, ebenfalls in der Runde der besten 64, mit Senkrechtstarterin Greaves zu tun bekommen. Für den „German Giant“ ein extrem undankbares Los, glaubt unser Fachmann: „Der Ally Pally stünde geschlossen hinter Beau, der Druck auf ,Gaga‘ wäre gewaltig – da kann er fast nur verlieren.“ Für eine positive Überraschung ist laut Schlüter der Dritte im Bunde, Florian Hempel, gut: „Flo hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Kommt er aber, wie vor zwölf Monaten an gleicher Stelle, in einen Flow und trifft dazu die Doppel, dann kann er zumindest die erste Begegnung überstehen.“ Danach ginge es gegen Humphries – für Hempel „eine fast unlösbare Aufgabe“.

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