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Vielseitigkeitsreiten: Pony-EM

Eine Woche Urlaub könnte Sina Brügger „echt gut gebrauchen“

Ascheberg

Sina Brügger ist wohlbehalten zurück in Ascheberg. Im Interview mit den WN berichtet sie von ihrer EM-Premiere – und wieso der Schulstart ein bisschen zu früh für die 14-Jährige kommt.

EM-Zweite mit der deutschen Mannschaft: die Aschebergerin Sina Brügger (M.). Foto: FN-Archiv

Bei ihrer ersten Teilnahme an einer internationalen Meisterschaft, der Vielseitigkeits-EM im polnischen Strzegom, schafften es Sina Brügger (RV Ascheberg) und ihre ebenfalls 14-jährige Ponystute Next Generation prompt mit der deutschen Mannschaft aufs Treppchen. Nach der Heimkehr und einer dringend nötigen Mütze Schlaf stand die mit Edelmetall Dekorierte unserem Redaktionsmitglied Florian Levenig Rede und Antwort.

Team-Silber bei der Europameisterschaftspremiere – besser geht’s nicht, oder?

Brügger: Toll, ja. Wobei selbst Platz eins nicht so weit weg war.

Fangen wir mit der Dressur an. 30,2 Punkte – zufrieden?

Brügger: Grundsätzlich schon. Wir hatten allerdings einen Fehler bei den Galoppwechseln drin, der sehr ärgerlich war.

Dein Fehler oder der des Pferdes?

Brügger: Da Pferd und Reiterin eine Einheit sind, erübrigt sich die Schuldfrage meistens. Im Zweifel geht so was auf meine Kappe.

Was auffällt: Nach der Hälfte aller Starter lagst Du auf Platz eins, am Ende war es der neunte Rang. Sind die Konkurrenten alle geritten wie der Teufel – oder haben die Richter nicht so genau hingeschaut?

Brügger: Tatsächlich waren am zweiten Dressur-Tag teils andere Richter im Einsatz. Möglich, dass die weniger streng bei der Benotung waren. Aber objektiv nachweisen lässt sich so was kaum.

Damit rein ins Gelände, in dem Ihr ohne Hindernisfehler durchgekommen seid, aber fünf Zeitstrafpunkte kassiert habt.

Brügger: Stimmt, vor einem Sprung haben wir einen zu großen Bogen gewählt. Ist übrigens 30 von 40 Paaren passiert.

Es war sehr heiß in Polen. Haben die Temperaturen Mensch und Tier belastet?

Brügger: Es ging. Am zweiten Dressurtag waren es tatsächlich 40 Grad. Im Gelände war es deutlich kühler, zudem hatte es in der Nacht davor ordentlich geschüttet. So war der Ritt nicht ganz so strapaziös – und der Boden in einem guten Zustand.

Im abschließenden Springen fiel eine Stange.

Brügger: Ja, auch wieder – wie fast immer – ein vermeidbarer Fehler.

Du machst Dir aber jetzt nicht ernsthaft Vorwürfe, weil das Team ohne diese vier Strafpunkte Gold gewonnen hätte, oder?

Brügger: Das nicht, für die Mannschaft gilt das Gleiche wie für den einzelnen Reiter und sein Pferd: Wir gewinnen und wir verlieren zusammen. Zumal unsere eigentlich Beste im Springen das Streichergebnis geliefert hat. Trotzdem bin ich ehrgeizig und neige vielleicht dazu, ein bisschen zu selbstkritisch zu sein.

Mit etwas Abstand überwiegt hoffentlich der Stolz auf das Erreichte – Platz zwei mit der deutschen Equipe, Zehnte im Einzel.

Brügger: Klar, die Siegerehrung war schon sehr stimmungsvoll. Und natürlich haben danach alle gemeinsam angestoßen.

Und dann ging’s heim?

Brügger: Nee, wir haben uns noch die Spezialspringer angeschaut – so wie wir vorher schon unsere Dressurstarter angefeuert hatten. Die haben uns dafür alle im Gelände unterstützt und später die Pferde abgespritzt. Alle deutschen EM-Teilnehmer haben wirklich klasse zusammengehalten.

Nach der intensiven Vorbereitung in Warendorf und den sieben Tagen in Polen bist Du garantiert urlaubsreif, nicht?

Brügger: Richtig (lacht). Nachdem das Adrenalin weg war, kam schlagartig die Müdigkeit. Eine Woche Ferien könnte ich jetzt echt gut gebrauchen. Leider fängt schon am Mittwoch die Schule wieder an.

Und was steht sportlich demnächst an?

Brügger: Ein Dressurlehrgang mit meinem Großpferd Freixenet, ein paar L-Springen – und im Oktober die Vielseitigkeits-DM.

Mit der Ihr noch eine Rechnung offen habt.

Brügger: Genau. 2021 lagen wir nach zwei Disziplinen vorn, mussten aber vor dem Springen zurückziehen, da sich Next Generation im Gelände vertreten hatte.

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