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Darts: WM-Nachlese

„Gaga“ und Co. für Christian Schlüter der Wahnsinn

Herbern

Was war das denn bitte für ein Endspiel – oder?! Christian Schlüter (SV Herbern) jedenfalls war hin und weg von der Partie zwischen Michael Smith und Michael van Gerwen. Aber auch der Rest der WM hat es unserem Experten angetan.

-flo-

Christian Schlüter hat Gabriel Clemens (l.) die Daumen gedrückt, gönnt aber Michael Smith den WM-Triumph von Herzen. Foto: dpa

WN-Experte Christian Schlüter ist auch am Tag nach dem großen Finale noch ziemlich geschafft. Das heißt, nein: „Im Grunde hat mich die gesamte WM fertig gemacht“, präzisiert der Herberner. „Ein solches Niveau – von Anfang bis Ende – hat die Darts-Welt noch nicht gesehen.“

Höhepunkt: klar, das geschichtsträchtige dritte Leg in Final-Satz zwei. Acht perfekten Pfeilen von Michael van Gerwen ließ Michael Smith den mythischen Neun-Darter folgen. Besser geht es nicht. Dass dem Niederländer ein eigentlich sagenhafter 120er-Average nicht zum Sieg in jenem Teilabschnitt langte, findet Schlüter „surreal. Damit hätte er jeden anderen WM-Teilnehmer geschlagen.“

Der „Bully Boy“ – irre

Aber eben nicht den „Bully Boy“, der im Schnitt 128 Punkte ins Board schnitzte – Wahnsinn. Zwar war „MvG“ für Schlüter erster Anwärter auf die WM-Krone. Aber kaum einem Spieler gönne er den großen Coup mehr als Smith: „Was er dem Sport unterordnet, ist unfassbar.“ Der neue Weltmeister sei vorher schon einer der Besten seiner Zunft gewesen. Aber er stand halt lange im Ruf, in den großen Endspielen sein „A-Game“ nicht abrufen zu können. Das Trauma habe Smith – auch dank eines Mentaltrainers – überwunden, glaubt Schlüter.

Hin und weg: Christian Schlüter. Foto: flo

Was noch war im Londoner „Ally Pally“? Das herausragende Abschneiden von Gabriel Clemens, logisch. Nie zuvor hatte ein Deutscher das Achtelfinale überstanden. Für den „German Giant“ ging es gar bis in die Vorschlussrunde, ehe ihn Turniersieger Smith stoppte. „Ganz ehrlich? Dass ,Gaga‘ so weit kommt, hat mich überrascht“, räumt der Herberner ein. Nicht mal die Mätzchen von Gerwyn Price, der sich im ebenfalls denkwürdigen Viertelfinalduell mit Clemens (1:5) kurzerhand Kopfhörer aufsetzte, brachten den Saarländer aus der Ruhe.

Boom hierzulande denkbar

Auch wenn der Deutsche nicht halb so „gaga“ rüberkommt, wie es sein zweiter Spitzname vermuten lässt, könne er hierzulande durchaus einen kleinen Boom auslösen, glaubt Schlüter: „Wenn schon die Bild-Zeitung und die Tagesschau plötzlich über Darts berichten, zeigt das doch, dass diese Sportart auch bei uns die Chance hat, wie in England oder den Niederlanden aus der Nische rauszukommen.“

Und natürlich müsse noch über Josh Rock und Beau Greaves gesprochen werden, für den hiesigen Fachmann nichts weniger als „die Darts-Zukunft“. Greaves werfe „wie keine Frau vor ihr“, und Rocks Spielweise in den ersten Runden sei schlicht „atemberaubend“ gewesen. Der Shooting-Star auf dem WM-Thron, vielleicht schon in zwölf Monaten? Schlüter würde nicht dagegen wetten.

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