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Fußball: Ex-Davare Merten gesperrt, Stewwert-Coach entsetzt

„Gehört nicht in die rechte Ecke“

Drensteinfurt/Davensberg

Christopher Merten, langjähriger Innenverteidiger des SV Davaria Davensberg, muss zwei Mal aussetzen. Der Vorwurf: rassistische Äußerungen. Ein Unding, betont sein Trainer Volker Rüsing.

Von Florian Levenig

Vollen Einsatz zeigt Christopher Merten (M.) nicht nur beim Verhindern von Toren. Zu Davensberger Zeiten stellte er sich stets vor seine Mitspieler, wann immer die sich ungerecht behandelt fühlten. Foto: Jürgen Peperhowe

Geschätzt haben die A-Liga-Fußballer des SV Davaria Davensberg ihren langjährigen Mitspieler Christopher Merten nicht nur deshalb, weil der ein fähiger Innenverteidiger ist. Mindestens ebenso gut kam bei den Davaren an, dass der Schlaks sich stets vor seine Vereinskameraden gestellt hat, wann immer die sich ungerecht behandelt fühlten. „Dann erwacht ,Mertes‘ Beschützerinstinkt“, hat dessen Ex-Coach Masen Mahmoud den WN mal erzählt – erst recht, wenn der Abwehrmann der Meinung war, die Kollegen würden ihrer arabischen Herkunft wegen angefeindet oder in irgendeiner Form benachteiligt.

Insofern mag man kaum glauben, dass ausgerechnet dieser Christopher Merten, der inzwischen für den SV Drensteinfurt in der Bezirksliga kickt, Mitte September, beim Spiel in Oestinghausen, einen Gegenspieler rassistisch beleidigt haben soll. Sein Trainer, Volker Rüsing, jedenfalls ist entsetzt: „Müsste man Christopher politisch einordnen, dann definitiv eher links. Was ihm zur Last gelegt wird, passt in keiner Weise zu diesem Mann, so wie wir ihn kennen. Deshalb verwahren wir uns entschieden gegen die Anwürfe aus Oestinghausen. Zumal weder wir noch der Unparteiische von diesem mutmaßlichen Vorfall während der Partie etwas mitbekommen hatten. Dazu haben wir auch eine entsprechende Stellungnahme verfasst. Es kann nicht sein, dass jemand in die rechte Ecke geschoben wird, der da ganz sicher nicht hineingehört.“

Positiv aus Stewwerter Sicht: Der Vorwurf der Fremdenfeindlichkeit – zur Debatte stand eine siebenwöchige Sperre – ließ sich nicht erhärten. Merten bekam in dem schriftlichen Verfahren wegen „grob unsportlichen Verhaltens“ eine 14-tägige Sperre aufgebrummt. Zudem trägt er die Kosten des Verfahrens (die der Verein übernimmt). Rüsing findet selbst das nicht in Ordnung: „Wenn die Kammer Zweifel an der Schuld des Spielers hat, dann darf sie ihn nicht verurteilen – auch wenn es ,nur‘ um zwei Ligapartien geht.“

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