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Fußball: Historisches Datum

Holpriger Start des Kreises Lüdinghausen vor 75 Jahren

Lüdinghausen

Auf den Tag genau vor einem Dreivierteljahrhundert, am 6. Oktober 1946, gab’s im damaligen Fußballkreis Lüdinghausen den Premieren-Kick. Der SV Herbern, vermeintlicher erster Meister, musste seinen Titel wieder hergeben.

Von Theo Heitbaum

Der VfL Senden feierte 2002 den Gewinn der Kreismeisterschaft. Foto: WN-Archiv

Aller guten Dinge sind drei – der Volksmund liegt beim Start des Fußballkreises Lüdinghausen richtig. Damals haben die Kicker ihre Schuhe schon zwei Mal bereitgestellt, doch wird der Start in die erste Nachkriegssaison jeweils verschoben. Im dritten Anlauf treffen – auf den Tag genau vor 75 Jahren – am 6. Oktober 1946 schließlich in der ersten Kreisklasse etwa RW Selm und SV Bork, SV Herbern und Arminia Bockum-Hövel sowie Zentral Werne und Union Lüdinghausen aufeinander. In der zweiten Kreisklasse sind VfL Senden gegen Fortuna Seppenrade, SV Südkirchen gegen BV Selm 2 und SC Walstedde gegen RW Selm 2 drei der angesetzten Partien.

Kreismeister 1955: Union Lüdinghausen. Foto: Foto: WN-Archiv

Reibungslos gelingt der Start nicht. BV Drensteinfurt mag nicht im Kreis Lüdinghausen kicken, das erste Spiel wird nach hinten geschoben. SuS Olfen erscheint nicht zum Spiel in Ascheberg, am zweiten Spieltag fehlt den Kanalstädtern ein Platz fürs Heimspiel gegen Senden. Und am Ende der Saison beschäftigt sich die Sportjustiz lange mit Rechtsfragen. Der SV Herbern, der sich im Sommer 1947 als Meister zujubeln lässt, muss den Titel nach diversen Urteilen und Spielwiederholungen im Herbst dem BV Selm überlassen.

Dass in diesen Tagen zwischen Seppenrade und Walstedde, zwischen Senden und Alstedde kein Jubiläum gefeiert wird, ist der Größe des Gebildes geschuldet. Der Fußballkreis war bei den Verbandsoberen immer ein Fusionskandidat. Doch der Spielbetrieb funktionierte über Jahrzehnte gut, auch über die kommunale Neuordnung 1975 hinaus. Erst 40 Jahre später kam das Aus, beschlossen durch den Kreisvorstand, dem die Vereine in die Nachbarschaft wegliefen.

War Vorwärts Hiddingsel in den 1990er Jahren noch ein Einzelfall, öffnet Westfalia Wethmar mit dem Abschied 2013 die Tür nach draußen. 2014 folgt Fortuna Seppenrade, weitere Vereine kündigen den Abschied an. So beschließt der Kreisvorstand das Ende der Gemeinschaft zum Ende der Saison 2014/2015. Eine Strukturreform in Westfalen hat es durch die Hintertür herbeigeführt, denn ab dem Jahr 2013 ist der Kreismeister Lüdinghausen nicht mehr automatisch auch Aufsteiger in die Bezirksliga. So wird SuS Olfen Meister der letzten beiden Kreisliga-Spielzeiten. 2014 scheitern die SuSler in der Relegation, 2015 gelingt ihnen der Aufstieg.

Kreismeister 1976: der SV Herbern. Foto: Foto: WN-Archiv

Rekordmeister des Kreises ist Westfalia Wethmar (acht Titel). Es folgen: Fortuna Seppenrade (7), SV Herbern, GW Selm, VfL Senden (je 5), VfL Werne, Union Lüdinghausen, SuS Olfen (je 4) , BV Selm, BW Alstedde, BV Selm 2, SV Südkirchen (je 3), SSV Werne, PSV Bork, SF Werne (je 2), SV Werne, SSV Werne 2, SC Stockum, Davaria Davensberg, SpVg. Werne 2, SC Capelle, FC Nordkirchen, TuS Ascheberg und Werner SC, die ein Mal triumphierten.

Den Höhepunkt in der Kreisgeschichte schreibt der BV Selm als Westfalenmeister 1960. Über der Verbandsliga gibt`s nur „bezahlten“ Fußball. Dorthin wollen die Selmer nicht. Die Verbandsliga erreicht in den 1990er Jahren Davaria Davensberg, viele Jahre die Nummer eins im Kreis ist und Rekordpokalsieger.

In seiner Geschichte hat der Fußballkreis nur wenig Personal verschlissen. Von 1949 bis 1978 führt Anton Beckensträter aus Selm die Geschicke, dann folgt der Nordkirchener Werner Kretschmer, der bis zum Mai 2013 bleibt. Die letzten beiden Jahre ist Robert Heitmann der Kreisvorsitzende.

Chronik von 1946 bis 2013

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