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Fußball: FLVW-Videokonferenz

Klubs und Verband uneins – immer noch kein Saisonabbruch

Lüdinghausen

Bahnbrechend Neues hatte das Präsidium des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes (FLVW) am Montagmittag nicht zu verkünden. In Kaiserau hoffen sie weiter auf eine Fortsetzung der Saison. Die Klubs sind da etwas skeptischer.

Von Jürgen Primus und Florian Levenig

In der Kreisliga A 2 – hier eine Szene aus dem Gemeinde-Derby zwischen dem SV Herbern 2 und dem TuS Ascheberg – scheint eine Fortsetzung der Saison noch am ehesten möglich. Foto: flo

Der Amateur-Fußball steckt in einem Dilemma. Das wurde am Montagmittag bei der Presse-Videokonferenz mit dem Präsidium des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes (FLVW) deutlich. Die Infektionszahlen im Bund und im Land steigen. Coesfeld ist einer von mittlerweile nur noch sechs Kreisen im Land mit einer Inzidenz von unter 100. Und das bei einem, leider, negativen Trend. Dennoch wollen die Fußball-Funktionäre die Saison nicht abbrechen. Es gebe immer noch die Hoffnung, zumindest die Hinrunde und damit die Hälfte der Saisonspiele absolvieren zu können. Dann wäre eine Saisonwertung rechtlich möglich.

„Wir können kein Datum nennen, wann die Saison beendet wird, auch wenn die Vereine sich Planungssicherheit wünschen“, erklärt FLVW-Vize Manfred Schnieders. Das Problem: Die maßgebliche Spielordnung des Westdeutschen Fußballverbandes sehe keinen Saisonabbruch vor.

Wie die Vereine darüber denken, weiß Willy Westphal, Vorsitzender des Fußball-Kreises Ahaus/Coesfeld: „Die Mannschaften, die oben stehen, sagen uns: Brecht bloß nicht ab.“ Dem Tabellenmittelfeld sei es egal, und Vertreter der abstiegsbedrohten Teams „fragen uns: Wann brecht ihr ab?“ Auch höre er „die Rufe, dass, wenn gespielt wird, auf jeden Fall Zuschauer zugelassen sein müssen. Das ist für viele Klubs existenziell.“

Nur vier Spiele fehlen

Bei der PK wurde zudem deutlich, dass jede einzelne Staffel gesondert betrachtet werden müsse. An der Stelle kommt Münster mit seinen vergleichsweise kleinen Klassen ins Spiel. In der Kreisliga A 2 etwa müssten Davaria Davensberg und BW Ottmarsbocholt nur noch jeweils vier Mal ran, um die anvisierten 50 Prozent zu erreichen, mindestens fünf Begegnungen wären es für den SV Herbern 2 und den TuS Ascheberg.

Oliver Gellenbeck „würde es nehmen, wie es kommt“. Der sportliche Leiter des TuS pocht indes darauf, „dass wir eine mindestens vierwöchige Vorbereitung bräuchten“. Zwar übten die Ascheberger derzeit in Zweiergrüppchen, aber da blieben teamspezifische Dinge komplett auf der Strecke. Und dann würde es zeitlich, selbst in der hiesigen Zwölfer-Staffel, schon wieder eng. Zumal Norbert Krevert, der Kreisvorsitzende, betont, dass die Deadline Ende Juni unverrückbar ist – „es sei denn, irgendwo stehen noch Entscheidungen an, dann wäre eine Verlängerung um ein paar Tage nicht das Problem.“

Rennen gegen die Zeit

In den überkreislichen Klassen ist es dagegen schon jetzt ein schier aussichtsloses Rennen gegen die Zeit. Bezirksligist Union Lüdinghausen hat bislang sechs von – Minimum – 15 Matches absolviert, der VfL Senden gar erst sechs von 17. Insofern sollte sich der FLVW vielleicht doch ein Beispiel an den Landesverbänden Hamburg, Rheinland, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Südwest nehmen und die laufende Spielzeit annullieren, rät Christian Arends, einer von zwei sportlichen Leitern des VfL. Ohne Auf- und Absteiger. Zumal ein fairer Wettbewerb kaum möglich sei: „Was passiert, wenn es doch wieder einen Corona-Fall gibt und das betreffende Team für zehn, 14 Tage in Quarantäne muss? Würde Drensteinfurt nach dem freiwilligen Rückzug den Betrieb überhaupt noch mal aufnehmen?“

Auch für die Nullachter liegt ein sofortiger Abbruch laut Coach und Sportchef Daniel Schürmann nahe: „Wir müssten regelmäßig runter ins Ruhrgebiet, wo die Inzidenzen teils deutlich höher liegen als im Kreis Coesfeld.“ Statt die Saison „auf Biegen und Brechen durchzupeitschen“, empfiehlt Schürmann das Folgende: „Falls die Erwachsenen Ende Mai, Anfang Juni wieder kicken dürfen, können sie sich doch – mit neuem Personal – für vier Wochen zu einer Art Mini-Vorbereitung verabreden.“ Auch Freundschaftsspiele im Lokalen – „zum Beispiel in Seppenrade“ – seien dann ohne größeres Risiko denkbar.