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Fußball: Landesliga 4

Krisenderby: Kapitäne Dabrowski und Falk im Klartext

Senden

Der VfL Senden hat am Sonntag (2. Oktober), 15 Uhr, den SV Herbern zu Gast. Beide Teams standen schon besser da. Wieso es hier wie dort derzeit hakt? Die WN haben zwei, die es wissen müssen, um Antworten gebeten.

Eine Wucht: VfL-Mittelfeldmotor Joshua Dabrowski (l.). Foto: flo

Der eine, Joshua Dabrowski (VfL Senden), ist ein Antreiber klassischer Bauart. Der andere, Frederik Falk (SV Herbern), der typische Zielspieler an vorderster Front. Doch es gibt durchaus Gemeinsamkeiten. Beide leben von ihrer enormen Physis, wissen aber auch mit der Murmel was anzufangen. Beide zählen zur eher überschaubaren Ü 25-Fraktion zweier im Schnitt sehr junger Mannschaften. Beide tragen jetzt Sonntag (2. Oktober), 15 Uhr, wenn der VfL den SVH empfängt, die Binde (Falk stellvertretend für Johannes Richter). Und: Beide Kapitäne reden vor dem Krisenderby Klartext.

Alarmglocken läuten

Bei den Blau-Gelben schrillten die Alarmglocken nach dem 2:4 gegen Beckum besonders laut: „In der Form kommen wir für Punkte in der Landesliga nicht in Betracht“, sagte Julian Wiedenhöft danach den Kollegen von den Ruhr Nachrichten. Und, fast noch bedenklicher: Die mannschaftliche Geschlossenheit fehle.

Oha. War das nicht immer etwas, was Herberner Teams ausgezeichnet hat? Quasi die DNA des Vereins? Und war der Frust unmittelbar nach dem Match so groß, dass Wiedenhöft da verbal ein wenig überzogen hat? „Nein“, findet Falk, „der Coach hat schon recht. Jeder hat irgendwie eine Idee, die aber oft nicht zu der der Mitspieler passt.“ Auch der Zeitpunkt für die markigen Worte des Trainers sei passend: „Wir haben drei Mal hintereinander verloren, stehen bereits unterm Strich. Wann sollte uns Julian denn sonst wachrütteln wenn nicht nach der Pleite in Beckum und vor dem so wichtigen Spiel in Senden?“

Auch SVH-Zielspieler Frederik Falk (r.) wird am Sonntag die Binde tragen. Foto: flo

Dabrowski wirkt da einen Tick entspannter. Dabei ist die Lage beim Vierten der Vorsaison sogar noch prekärer. Nur ein Punkt aus den vergangenen fünf Begegnungen – aktuell Rang 16. Wieso es hakt bei jener Truppe, die 2021/22 – auch nach dem Weggang von Niklas Castelle – über weite Strecken den atemberaubendsten Offensiv-Kick der Liga darbot? Den einen Grund für die aktuelle Misere gebe es nicht, meint der VfL-Skipper, „da kommen mehrere Dinge zusammen“.

Bekanntes Problem

Ein schon länger bekanntes Problem: Dass es die Mitspieler oft zu gut machen wollen. „Jede Situation spielerisch zu lösen, ist ja nicht verkehrt und von den Trainern im Grundsatz auch so gewollt. Bloß: Einfach und effizient ist – gerade in dieser schwierigen Phase – manchmal besser als schön und schwierig.“ Den Gegner, wenn es denn sein muss, auch mal umwemsen. Und warum nicht die Kugel draufknallen, statt sie formvollendet ins Tor zu tragen?

Ein weiteres Problem: Plötzlich wackeln selbst die, auf die eigentlich immer Verlass ist. Johannes Brückner zum Beispiel, beim 0:0 im April an der Werner Straße (und nicht nur da) bester VfLer. Oder der sonst so umsichtige Abwehrchef, Co-Kapitän Marvin Tjaden. Fehler machten – eine Folge der allgemeinen Verunsicherung – alle, betont „Dabro“. Aber die vor dem eigenen Kasten seien halt meist fatal.

Das weiß natürlich auch Vollblutstürmer Falk. Der Neuzugang aus Hamm ist zwar mit seinen bislang drei erzielten Toren nicht ganz zufrieden („allein gegen Epe hätten es fünf sein müssen“), verweist aber darauf, „dass wir vorn – wie Senden – mit Daniel (Krüger – d. Red.), Stevie (Steffen Hunnewinkel – d. Red.) oder mir ganz gut besetzt sind. Ich vermute daher, dass derjenige das Nachbarschaftsduell gewinnt, der hinten weniger Fehler macht.“

Und Dabrowski? Betont zum einen, dass die Stimmung beim VfL deutlich besser sei als der Tabellenplatz. Dass „wir wissen, was wir können“. Und dass die Derbybilanz für den VfL spreche: „Verloren haben wir gegen Herbern in der jüngeren Vergangenheit nie.“

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