1. www.wn.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Ascheberg
  6. >
  7. Marie Ligges phänomenal

  8. >

Reiten: Agravis-Cup

Marie Ligges phänomenal

Münster/Herbern

Was für ein Coup: Die Amazone vom RV Herbern und ihr Westfalenwallach Corcovado haben am Schlusstag den Großen Preis von Münster gewonnen. Im Stechparcours hatten es beide ziemlich eilig.

Triumphierten beim Großen Preis von Münster am Sonntag im Messezentrum: Marie Ligges vom RV Herbern und Corcovado. Foto: flo

Dass hohe Hürden für Marie Ligges und Corcovado kein unüberwindbares Hindernis darstellen, hatte das Paar 2022 oft genug bewiesen. Ob Mannheim, Rostock, Aachen oder Balve: Überall drehten die Amazone vom RV Herbern und der elfjährige Westfalenwallach von Cornet Obolensky ihre Nullrunden. Nur der ganz große Triumph, der mochte sich im alten Jahr nicht einstellen. Den haben sich Ligges und Corcovado fürs neue aufgehoben: Dank zweier fabelhafter Ritte am Sonntagnachmittag sicherte sich das hiesige Duo beim Agravis-Cup im vollbesetzten Messezentrum den Sieg beim Großen Preis von Münster.

Größter Karriereerfolg

„Ihr bislang größter Erfolg überhaupt“, frohlockte Kai Ligges – Maries Vater und Besitzer des Braunen – nach dem Coup. Der Sieg im Stechparcours, für den es neben einem donnernden Applaus 10 000 Euro gab, war die Krönung einer Turnierwoche, in der Pferd und Reiterin schon vorher sehr ordentlich performt hatten. Platz neun in der fehlerfreien ersten Qualifikation am Freitag, der 16. Rang tags darauf beim Championat von Münster, belastet mit nur einem Zeitstrafpunkt.

Auch gestern, im ersten Umlauf, kamen sie kurz vor knapp ins Ziel – als langsamstes von nur sechs Starterpaaren, die ohne Abwurf geblieben waren. „Corcovado bringt einen guten Grundspeed mit, ist aber nicht der Allerschnellste“, wie Kai Ligges weiß. Im entscheidenden Durchgang indes kam das Pferd mit weniger Galoppsprüngen aus, „das hat ihm und Marie natürlich in die Karten gespielt. Sie hatten einen Plan und den konsequent durchgezogen“. Zudem wussten die späteren Sieger, als Letzte gestartet, wo vielleicht noch ein, zwei Zehntel rauszuquetschen waren. Nach 34,39 Sekunden blieb die Uhr stehen – Platz eins vor Mario Maintz (RV Laer) auf Oak Grove´s Clown (34,59) und Markus Renzel (RV Marl) mit Canmore (35,55).

Und Kai Ligges, bei der Siegerehrung sichtbar angefasst, ahnt, dass das nicht der letzte phänomenale Ritt von Mensch und Tier gewesen sein dürfte: „Marie ist 23, Corcovado elf. Beide sind ja noch in der Entwicklung.“

Startseite