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Fußball: Underdog Herbern wehrt sich in Hälfte zwei famos

Nach der Pause wie ausgewechselt

Herbern

Der SV Herbern hat sein erstes Saisonspiel gegen Meisterschaftsfavorit IG Bönen mit 1:4 (0:3) verloren. Wie sich die Hausherren mit Wiederbeginn gegen das drohende Debakel wehrten, war trotzdem aller Ehren wert.

Von Florian Levenig

Ahmed Schett (r.), hier im Laufduell mit Bönens Zübeyir Kaya, und Co. warfen nach der Pause alles in die Waagschale. Foto: flo

Dass die IG Bönen über ein beträchtliches Arsenal an exzellenten Einzelspielern verfügt, hatte man ja schon vor deren Landesliga-Partie am Sonntag beim SV Herbern gewusst. Kaum ein Spieler, der in einem früheren Leben nicht mindestens in der Westfalenliga geflemmt hat. Insofern dürfte es keinen gewundert haben, dass diese äußerst großzügig alimentierte Elf nach knapp einer halben Stunde mit 3:0 vorn lag. Überraschender war da schon, mit welcher Leidenschaft sich die Blau-Gelben nach einer eher mauen Vorbereitung gegen das drohende Debakel stemmten. „Nur“ 1:4 hieß es aus Sicht des SVH am Ende – und das Ergebnis hätte für die Hausherren sogar noch deutlich freundlicher ausfallen können.

Entsprechend guter Dinge war, trotz der Niederlage, Herberns Coach Benjamin Siegert: „Glückwunsch an die IG, der Sieg geht aufgrund der starken Anfangsphase des Gegners in Ordnung. Aber was meine Leute nach der Pause abgeliefert haben, war aller Ehren wert.“

Der Reihe nach: Ilker Algan, Ersin Kusakci und Zübeyir Kaya legten für den Top-Titelanwärter vor. Besonders sehenswert war keiner der drei Treffer, dem Schützen des 0:2 etwa war das Spielgerät schlicht über den Schlappen gerutscht. Trotzdem war die Drei-Tore-Führung verdient, da Bönen immer einen Tick eher am Ball und von Herbern vorne wenig bis gar nichts zu sehen war.

Was sich mit Wiederbeginn grundlegend änderte. Plötzlich agierte Herbern griffig, setzte nach und kam durch Patrick Sobbe zum 1:3 (58.). Nur eine Minute später setzte Daniel Krüger, der schon das Tor vorbereitet hatte, Luis Krampe in Szene, dessen Versuch aber knapp neben dem Pfosten landete.

Hitzig wurde es neun Minuten vor dem Abpfiff, als sich Marcel Klemmer zu einer Tätlichkeit in der Box an Krüger hinreißen ließ. Möglich, dass dieser den IG-Schnapper zuvor provoziert hatte, dann wäre die gelbe Karte für den SVH-Goalgetter vertretbar. Allerdings hätte der Referee Klemmer zwingend Rot und auf den Punkt zeigen müssen. „Dann“, so Siegert, „wäre es vielleicht noch mal spannend geworden.“ Zumal Krüger in der Schlussphase zwei dicke Kopfballchancen ausließ. Adem Cabuks Tor zum 1:4 in der fünften Minute der Nachspielzeit hatte nurmehr statistischen Wert.

SVH: Sandhowe – Höring, Dabrowski, Richter (87. Gremme), Bröer – Scholtysik (74. Schwick), Schulte, Breloh (57. Schett), Sobbe – Krüger, Krampe. Tore: 0:1 Algan (7.), 0:2 Kusakci (10.), 0:3 Kaya (26.), 1:3 Sobbe (58.), 1:4 Cabuk (90.+5).

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