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Fußball: Kreisliga A  2 Münster

Nur ein Team kann zufrieden sein

Ascheberg/Ottmarsbocholt

Sehr gut waren der TuS Ascheberg und die U 23 des SV Herbern in die Saison gestartet. Dann brachen beide Teams ein. Dagegen kann BW Ottmarsbocholt mit seiner Bilanz in der Winterpause zufrieden sein.

Von Christian Besse

Allen Grund zur Freude: BW Ottmarsbocholt – hier Justus Münch (v.l.), Gunnar Nacke und Benedikt Godek – kann auf eine gelungene Hinrunde zurückblicken. Foto: Christian Besse

Der fünfte Tabellenplatz in der Winterpause – das ist auch für die Kicker von BW Ottmarsbocholt keine Selbstverständlichkeit. Es hätte sogar der vierte sein können, wenn die Blau-Weißen nicht das Derby gegen den TuS Ascheberg auf eigenem Platz mit 0:2 verloren hätten.

„Die Tabelle lügt nicht“, zitiert Lars Müller, neben Spielertrainer Sebastian Schnetgöke Trainer von BWO, eine alte Fußballweisheit. „Wir haben mit Hohenholte die fünftmeisten Treffer erzielt und die viertwenigsten Gegentreffer kassiert. Wir stehen zurecht im oberen Tabellendrittel.“

Doch so blau der Himmel über der Clemens-Hagemann-Straße auch scheint, Müller warnt ausdrücklich: „Das sieht im Moment ganz schön aus, aber wir dürfen uns nicht ausruhen.“

BWO-Trainer Lars Müller

Ein Blick nach ganz oben in der Tabelle würde für die Ottmarsbocholter wenig Sinn machen. Liga-Dominator Wacker Mecklenbeck, dem BWO in der Hinrunde ein 2:2 abtrotzte, hat satte 16 Punkte mehr auf dem Konto als die Blau-Weißen. Lars Müller blickt also nach unten, und das Zehn-Punkte-Polster auf Rang 14 ist für ihn nicht allzu dick: „Soviel ich gehört habe, wird das am Ende kein Relegationsplatz sein, weil wohl einige Bezirksligisten in die Kreisligen zurückkehren werden.“

Während der gesamten Hinrunde hatte das Team von Müller und Schnetgöke mit Verletzungspech zu kämpfen, konnte das aber immer sehr gut auffangen. „In der Breite sind wir gut aufgestellt, jede Position ist doppelt besetzt“, sagt Müller. „Aber das ist auch nötig, um in dieser Liga bestehen zu können.“

Jan Reickert und Timo Kock fielen in der Hinrunde lange aus, sind aber inzwischen wieder ins Team zurückgekehrt. Aktuell ist das BWO-Lazarett mit Justus Münch, Nils Schmauck und Stefan Rosenberger besetzt, die aber nach der Winterpause wieder zurückerwartet werden. Anders sieht es bei Damien Vernauer aus, er fällt wohl für den Rest der Saison aus.

Der TuS Ascheberg, hier Linus Trahe (r.), musste nach gutem Saisonstart einen Einbruch verkraften. Foto: Christian Besse

So klar und weitestgehend positiv die Zwischenbilanz in Ottmarsbocholt ausfällt, so durchwachsen ist sie wenige Kilometer weiter beim Ligakonkurrenten Ascheberg. „Jein . . .“, antwortet TuS-Trainer Marcel Bonnekoh auf die Frage, ob er mit dem bisherigen Abschneiden seiner Mannschaft zufrieden sei.

Die Grün-Weißen stehen nach 17 von 30 Spieltagen auf Platz acht, mit fünf Punkten weniger auf dem Konto als Nachbar BWO. „Das Positive: Wir stehen immer noch über dem Strich“, sagt Bonnekoh. Denn das Saisonziel des TuS ist der Klassenerhalt, und mit sieben Siegen, zwei Remis und acht Niederlagen hat er eine nahezu ausgeglichene Bilanz.

TuS-Trainer Marcel Bonnekoh

Dabei waren die Ascheberger sehr gut in die Saison gestartet, standen noch am zwölften Spieltag auf dem fünften Platz, weit „über dem Strich“ also. „In dieser Phase haben wir aus vier Spielen zehn Punkte geholt“, erinnert sich Bonnekoh. Dann der Einbruch mit vier Niederlagen in Folge – erst das 2:0 in Ottmarsbocholt (das Hinspiel in Ascheberg hatte BWO noch mit 4:0 gewonnen) beendete die Pleiteserie. „Wir haben eine junge Mannschaft, da fehlt ein bisschen die Erfahrung“, erklärt der Coach. Vor allem bei eigenem Ballbesitz gebe es noch zu viele Fehler.

Ein weiteres Manko ist der Langzeitausfall von Dennis Heinrich, der noch länger fehlt – eine Knieoperation steht bevor. Es dauert also, bis der Torjäger, den seine Mitspieler nur „Curry“ nennen, dem Ascheberger Sturm wieder die nötige Würze verleihen kann. 24 Tore haben die Grün-Weißen in 17 Spielen erzielt, harmloser war nur Liga-Schlusslicht Hiltrup 2.

Der SV Herbern 2, hier Tom Paschedag (l.), wartet seit acht Spielen auf den nächsten Sieg. Foto: Christian Besse

Als Neunter liegt der SV Herbern 2 in der Tabelle direkt hinter dem TuS, doch beide Teams trennen immerhin vier Punkte. Die U 23 des SVH ist nur zwei Zähler vom ersten Abstiegsrang entfernt. Ähnlich wie Nachbar Ascheberg kamen die Blau-Gelben stark in die Saison und stürzten dann ab – noch tiefer als der TuS: In den letzten acht Partien haben sie kein einziges Mal dreifach gepunktet.

„Wir hatten einen kleinen Umbruch vor der Saison mit vielen ehemaligen Spielern aus unserer A-Jugend“, erklärt Trainer Daniel Heitmann. „Dafür sind wir aber sehr gut reingekommen, wir hatten einen klasse Saisonstart.“

SVH-Trainer Daniel Heitmann

Dann kam der Einbruch – nicht ohne Gründe: Der Kader wurde kleiner, Verletzungen und Urlaubsausfälle forderten ihren Tribut. Dazu die Einstellung: „Wir haben uns auf dem guten Start zu sehr ausgeruht“, so Heitmann. Umgekehrt habe das junge Team mit dem dann folgenden Einbruch auch nicht richtig umgehen können. „Da ist mit den ersten Niederlagen eine gewisse Nervosität reingekommen.“

Nun muss die Landesliga-Reserve der Herberner um den Klassenerhalt kämpfen – ziemlich unerwartet: „Wir haben die letzte Saison als Fünfter abgeschossen. Da war es nicht unser Ziel, jetzt da unten reinzurutschen.“

Zumindest personell gibt es jedoch Licht am Ende des Tunnels. Robin Krysiak sollte nach der Winterpause wieder fit sein, auch Leon Krampe wird wieder zurückerwartet.

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