Reiten: Voltigierer triumphiert beim Preis der Besten und ist bei der WM dabei

Philip Goroncys größter Erfolg

Herbern

Großer Erfolg für Philip Goroncy: Der junge Voltigierer, der beim RV Herbern trainiert, hat sich beim Preis der Besten in Warendorf durchgesetzt und ist für die Junioren-Weltmeisterschaften Ende Juli in Frankreich nominiert worden.

Von Matthias Kleineidam

Glücklich nach dem Sieg in Warendorf: Philip Goroncy mit seiner Trainerin Antje Döhnert. Foto: Goroncy

Philip Goroncy hat seiner Vita als erfolgreicher Sportler ein weiteres Kapitel hinzugefügt. Nach dem Titelgewinn bei den Westfälischen Meisterschaften der Junioren 2019 und Platz zwei bei den Deutschen Jugendmeisterschaften im gleichen Jahr triumphierte der junge Mann, der in Herbern trainiert und bis 2020 für den RV „von Nagel“ startete, kürzlich beim Preis der Besten in Warendorf. Zudem wurde er für die Junioren-Weltmeisterschaften Ende Juli in Frankreich nominiert.

Der 18-Jährige lag in der Kreisstadt nach vier Durchgängen mit 7,908 Punkten souverän an der Spitze des Feldes. Sechs Sportler hatten sich für den Wettbewerb in der Springhalle des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) qualifiziert. Bei der Regionalsichtung Mitte April in Hamburg war bereits ausgesiebt worden. Er selbst war durch seinen Platz im ersten Nachwuchskader für den Preis der Besten gesetzt.

In Warendorf sicherte er sich nach dem dritten Rang vor zwei Jahren seinen ersten Sieg. Er führte die Übungen auf dem 16-jährigen Fuchs-Wallach Hendrikx vor, den Antje Döhnert an der Longe im Zirkel vorstellte. „Ich würde schon sagen, dass es mein größter Erfolg ist“, sagte Goroncy. Der Preis der Besten habe bei den Junioren den gleichen Stellenwert wie nationale Titelkämpfe. Zudem ist es die Qualifikation für die Welt- und Europameisterschaften.

Vier Umläufe (je zwei Mal Pflicht und Kür) waren in der Reiterstadt zu absolvieren. „Am Anfang war es relativ knapp, aber mit der letzten Kür habe ich mich weit absetzen können von den anderen“, berichtet der Gewinner der goldenen Schärpe.

Dabei sei die Vorbereitung auf den Preis der Besten „nicht ganz so optimal“ gewesen. „Es war ein bisschen schwierig. Ich habe drei Wochen vorher noch meine Weisheitszähne rausbekommen.“ Ein- bis zweimal pro Woche ging es zum Training auf der Anlage in Oppendorf (Kreis Minden-Lübbecke). Die Fahrzeit pro Strecke: eine Stunde und 20 Minuten. Ansonsten übt Goroncy im Ascheberger Ortsteil.

Die Westfälischen Meisterschaften, die eigentlich vor den Junioren-Weltmeisterschaften stattgefunden hätten und eine gute Vorbereitung auf die Titelkämpfe gewesen wären, wurden coronabedingt verschoben. Auch die Deutschen Meisterschaften sind geplant, allerdings ebenfalls nach der WM.

Dass Goroncy nominiert wird, war abzusehen, nachdem er im vergangenen Herbst erstmals in den ersten Nachwuchskader der Einzelvoltigierer aufgenommen worden war. Trotzdem ist er natürlich glücklich, jetzt Gewissheit zu haben. „Man kann sich ja eh nie sicher sein. Vielleicht verletzt man sich – oder mit dem Pferd stimmt was nicht.“

Bei den Herren wurden die drei Erstplatzierten beim Preis der Besten nominiert. „Bei den Damen dagegen nicht. Die Verantwortlichen machen es davon abhängig, wie gut sie einen finden.“ Manchmal gebe es ja auch bei den wichtigen Wettbewerben nicht gerechtfertigte Noten, erklärt Goroncy. Er selbst war in Warendorf mit den Noten in allen Durchgängen „sehr zufrieden“.

Im nächsten Jahr wechselt Goroncy wahrscheinlich von den Junioren in die Altersklasse U21. „So ganz sicher ist das noch nicht. Es soll eventuell auch ein Championat geben. Das wäre natürlich schön, damit der Einstieg ins Seniorenlager ein bisschen einfacher wird“, sagt der Drensteinfurter.

Nun fiebert Goroncy dem Höhepunkt seiner Laufbahn als Voltigierer entgegen. Die Weltmeisterschaften sollen vom 28. Juli bis 1. August im französischen Le Mans ausgetragen werden. „Bei der EM zu starten, wäre cool“, hatte der damals 16-Jährige nach dem Sieg bei den Westfälischen Meisterschaften 2019 gesagt. 2020 waren die Titelkämpfe wegen der Pandemie ausgefallen. Jetzt darf er sogar zur WM.

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