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Fußball: Westfalenliga 1

Raus aus der Komfortzone – Holger Möllers zum Wechsel nach Kinderhaus

Herbern

Holger Möllers, langjähriger Erfolgscoach des TuS Ascheberg und des SV Herbern, wird neuer Trainer bei Westfalia Kinderhaus. Wann er den Posten antritt? Gute Frage. Im Nordwesten Münsters sind sie etwas nervöser, als der 49-Jährige das aus der Heimat kennt.

Florian Levenig

Einen Co-Trainer für Holger Möllers haben die Kinderhauser bereits gefunden. Jens Kalpein (r.) ist es nicht. Foto: flo

Der erste Gedanke: So was hätte es beim SV Herbern nicht gegeben. Dass zwei widerstreitende Parteien, wie es in Kinderhaus der Fall ist, ihren Zwist öffentlich austragen. Ein Grund für den anhaltenden Erfolg des hiesigen Fußball-Landesligisten ist ja, dass, falls es überhaupt mal Meinungsverschiedenheiten gibt, diese nie nach außen dringen. Dass alle an einem Strang ziehen. Dass keiner seine eigene Agenda verfolgt.

Insofern sei die Frage gestattet, ob Holger Möllers, der langjährige SVH-Coach, es schon bereut, dem münsterischen Westfalenligisten die Zusage für die kommende Saison gegeben zu haben. „Auf keinen Fall“, erklärt der 49-Jährige. Bei einem der großen vier Amateurklubs in der Region – neben Gievenbeck, dem TuS Hiltrup (mit dem es vor zwei Jahren mal einen kurzen, heftigen Flirt gab) und GW Nottuln – zu arbeiten, sei eine äußerst reizvolle Aufgabe. Dafür lohne es sich definitiv, die Komfortzone zu verlassen.

So wenig der Ascheberger die fünf Jahre beim TuS und die vier an der Werner Straße missen mag: Sportlich ist er mit beiden Vereinen irgendwann an natürliche Grenzen gestoßen. In Ascheberg war das die Bezirks-, beim SVH irgendwas zwischen Landes- und Westfalenliga. Nicht wenige glauben, dass, gäbe es Corona nicht, die Blau-Gelben schont jetzt in Liga sechs kicken würden. Und Möllers – im Wissen darum, ein bestelltes Feld hinterlassen sowie seine Schützlinge einem fähigen Nachfolger, Benjamin Siegert, übergeben zu haben – ist guter Dinge, „dass Kinderhaus und Herbern 2021/22 in einer Klasse spielen“ (die Landesliga meint er nicht).

Perspektivisch mehr drin als in Herbern

Trotzdem: Perspektivisch scheint mit der Westfalia noch mehr möglich. Sein Vorgänger, Marcel Pielage, habe Großartiges geleistet, so Möllers. Qualität sei reichlich vorhanden und, ja, auch ein bisschen Geld. Auf lange Sicht könnte die zweithöchste Spielklasse auf Verbandsebene somit nicht das Ende der Fahnenstange sein. Dafür nimmt der künftige Coach auch ein, sagen wir, nervöses Umfeld in Kauf.

Ob Vertraute die Reise mitmachen? Einer, Whitson, sei ja schon da, schmunzelt der künftige Kinderhauser Trainer, der Brasilianer hatte im Sommer die Seiten gewechselt (ein zweiter, Ex-SVH-Kapitän Dennis Hölscher, ist inzwischen für die Reserve der Münsteraner am Ball). Darüber hinaus werde er „keinen Herberner aktiv ansprechen“. Jens Kalpein, SVH-Co-Trainer und Möllers-Intimus, inklusive: „Es gibt bereits einen Assistenten, der Name ist aber noch unter Verschluss. Jens fühlt sich in Herbern pudelwohl und hat dort ein enormes Standing. Wieso sollte man ihn da rausreißen?“

Bleibt die Frage, wann Möllers, dessen künftiger sportlicher Leiter Dieter Hanebuth einst, beim SV Drensteinfurt, sein erster Seniorentrainer war, das Amt im Nordwesten der Domstadt antritt. Vielleicht doch schon Anfang 20201? Das dreiköpfige Trainerteam um Pielage hat bekanntlich die Brocken hingeschmissen. „Ich bin da ziemlich entspannt“, versichert der Ascheberger, „mal sehen, wie sich das Ganze entwickelt“. Die Akkus seien nach einem Dreivierteljahr Pause wieder geladen. Aber: „Es ist jetzt auch nicht so, dass ich mich ohne Fußball fürchterlich langweile“, so der Familienvater und Unternehmer. Wie aus Kinderhaus zu hören ist, beraten die Verantwortlichen derzeit über die nächsten Schritte.

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