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Fußball: Frauen-Kreisliga B

Schnee von gestern – TuS Ascheberg wird abgewickelt

Ascheberg

Die Damen des TuS Ascheberg bekommen zur neuen Saison keine Mannschaft mehr zusammen. Das betrübt keinen mehr als Manfred Trahe, den ewigen Trainer. Trotzdem schaut der Coach ohne Groll auf neun überwiegend tolle Jahre zurück.

Von Florian Levenig

Bis auf Weiteres Geschichte: die Pflichtspielauftritte – sommers wie winters – der hiesigen Kreisliga-Fußballerinnen. Foto: Archiv Heitbaum

„Ein bisschen traurig“, sagt Manfred Trahe, sei er immer noch. Schließlich war sie sein „Baby“, die Damenmannschaft des TuS Ascheberg. Aber, schränkt der Coach ein, der bereits 2013 dabei war, als alles angefangen hatte: „Die Tränen sind getrocknet. Die Entscheidung ist ja nicht erst gestern gefallen. Wir wussten seit Beginn der Rückrunde, dass dieser Moment kommen würde.“ Die Entscheidung: das Team abzumelden. Der Moment: das letzte Pflichtspiel des B-Ligisten am Sonntag (22. Mai), 16 Uhr, bei Wacker Mecklenbeck 3.

Die Klasse von 2013: Manfred Trahe (l.) und jene Mannschaft, mit der vor neun Jahren alles begann. Foto: Archiv Heitbaum

Es ist das Ende einer langen Reise, die offiziell vor neun Jahren begann, aber laut Trahe einen Vorlauf hatte: „Die meisten Spielerinnen kamen aus der eigenen Jugend und standen nun vor der Wahl, sich einen anderen Verein zu suchen oder, im schlimmsten Fall, mit dem Kicken aufzuhören.“ Oder eben, mit personeller Unterstützung aus Davensberg, eine Senioren-Combo zu gründen. Außer dem Coach von Beginn an – teils mit Unterbrechungen – dabei: Kapitänin Sabrina Egbers, Isabel Olbrich, Katharina Löhrke, Julia Rummler und Karoline Vorrink.

Anfangs in der Dortmunder Liga

Da es im damaligen Fußballkreis Lüdinghausen keine Frauen-Liga gab, starteten Trahe und sein Team im Kreis Dortmund, ehe sie ein Jahr später in die Münster-Staffel wechselten – und dort, wieder nur eine Saison später, in die A-Liga aufstiegen. „Unser schönster Erfolg überhaupt“, findet Trahe, da die Meisterschaft so überraschend kam und die Truppe erst 24 Monate zuvor aus der Taufe gehoben worden war.

Zwar ging es für seine Elf 2020 ein weiteres Mal ins Kreisoberhaus hoch. Aber da konnte sie es, erstens, coronabedingt kaum krachen lassen. Und die Personaldecke war, zweitens, bereits so dünn, dass der TuS nach der abgebrochenen Spielzeit wieder in der B-Liga antrat – freiwillig, als 9er-Mannschaft. Aus der verabschieden sich im Sommer, studienbedingt, vier Spielerinnen, zwei weitere könnten folgen. „Mir wären also nur noch zehn, elf Damen geblieben. Daher mussten wir die Reißlinie ziehen.“

Aufgeraucht: der Coach nach dem ersten Aufstieg 2015. Foto: Archiv Heitbaum

Die eine Hälfte werde sich einen neuen Verein suchen, die andere die Treter an den Nagel hängen. Trahe tut es „um jede Einzelne leid, die ihr Hobby ganz aufgibt. Aber die Prioritäten sind da vielleicht auch andere. Für die Jungs ist es meist keine Problem, viele Kilometer zum Training zu fahren, manche Mädels können oder wollen diesen Aufwand nicht betreiben.“

Paddeln auf der Werse

Bei aller Wehmut über den Rückzug: Es sei „eine tolle Zeit“ gewesen, betont der Coach, das Positive – die Aufstiege, die packenden Pokalduelle mit dem SV Herbern – überwiege „eindeutig“. Auch habe es vergangene Woche einen stimmungsvollen Teamabend gegeben: Paddeln auf der Werse mit anschließendem Grillen im Garten des Trainers.

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