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Rettungsschwimmen: WM

Silber und Bronze für Andrea Eling in Riccione

Herbern

Die Herbernerin Andrea Eling hat bei der Weltmeisterschaft im italienischen Riccione – ihrer ersten im Erwachsenenalter – Silber und Bronze mit der Staffel geholt. Vor allem der Gewinn der einen Medaille kam völlig unerwartet.

Von und

Überraschend Dritte wurden Olivia Binde (v.l.), Andrea Eling, Nina Holt und Alica Gebhardt in Italien mit der Rettungsstaffel. Foto: Daniel Reinelt/DLRG

Andrea Eling, Rettungsschwimmerin aus Herbern und als Juniorin auf internationaler Ebene bereits hochdekoriert, hat im italienischen Riccione zum ersten Mal an einer Weltmeisterschaft der Erwachsenen teilgenommen – und prompt Silber sowie Bronze mit dem deutschen Team aus dem Adriatischen Meer gefischt.

Los ging es für die 21-Jährige, die für die DLRG Halle-Saalekreis startet, mit dem 90-Meter-Strandsprint und einem neunten Platz der hiesigen Staffel sowie Rang 21 in der Einzelwertung. An Tag zwei dann die beiden Medaillen-Coups: Schied Eling in der Disziplin Beach Flags, wo Reaktions- und Sprintvermögen gefragt sind, gegen ausnahmslos erfahrenere Konkurrenz aus Südafrika und Ägypten noch früh aus, so gab’s im anschließenden „Rescue Tube Race“ für ihre Teamkolleginnen Kerstin Lange, Undine Lauerwald, Olivia Binde und sie den starken zweiten Platz – Vizeweltmeister hinter der Übermannschaft Australien.

Historischer Erfolg

Am Ende des Tages stand dann noch die „Taplin Relay“ (Rettungsstaffel) auf dem Programm – mit der bis dahin wohl größten WM-Überraschung. Alica Gebhardt, Nina Holt, Binde und Eling, die das Quartett als erste Starterin mit dem Surf Ski auf Kurs gebracht hatte, holten völlig unerwartet Bronze. „Im ,Tube Race‘ wussten wir, dass wir zu den Top-Nationen zählen. Aber im ,Taplin Relay‘ hatte uns niemand auf der Rechnung“, erzählt die Polizistin in Ausbildung den WN. Es war das erste Edelmetall überhaupt für eine deutsche Mannschaft in diesem Wettbewerb.

Am letzten Wettkampftag standen noch das „Ski Race“ und die gemischte Rettungsstaffel an. Mit Platz neun im „Ski Race“, ihrer Paradedisziplin, war Eling an sich sehr zufrieden. Zumal sie als drittbeste Europäerin ins Ziel kam. Nur hätte es sogar eine noch bessere Platzierung sein können: „Ich war an der Wendeboje nicht so dominant wie sonst. Daher wurde ich etwas abgedrängt und musste Tempo rausnehmen, um das Hindernis korrekt zu umfahren. So habe ich ein paar Plätze verloren.“

Platz vier in der Nationenwertung

Dann besagte Mixed-Staffel, in der es für die Deutschen vor allem darum ging, sich in der Nationenwertung noch an den gastgebenden Italienern vorbeizuschieben. Was anfangs nicht recht klappen wollte – bis Eling als letzte Starterin ihr Kajak bestieg, die Italienerin Schlag um Schlag distanzierte, zwei weitere Teams überholte und damit Deutschland nicht nur den starken achten Platz in diesem Rennen bescherte, sondern letztlich auch den erhofften vierten Gesamtrang vor Italien.

Elings Fazit? „Ein cooles Event mit dem besten deutschen Abschneiden seit zehn Jahren. Auch war es toll, sich mal mit den übermächtigen Australiern zu messen. Die sind ja alle Profis, da kam man sich schon einige Tricks von abschauen.“

Und wie geht es 2023 weiter? „Da das mein letztes Ausbildungsjahr ist, weiß ich nicht, wo ich starten kann. Wobei mein Arbeitgeber, die Polizei, sehr kooperativ ist und mich, wann immer es geht, für Wettkämpfe abstellt.“ Denkbar sei auch, „dass ich mich für ein Jahr auf den Kajak-Rennsport konzentriere“. Dort startet Eling – wie Vizeweltmeisterin Jule Hake – für den KSC Lünen. Ganz abschwören mag sie dem Rettungsschwimmen indes nicht: „Das ist wie eine Familie, da hängt mein Herz dran.“

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