1. www.wn.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Ascheberg
  6. >
  7. Strenger Freund nötig – SVH-Coach Siegert nicht nur als Kumpel gefragt

  8. >

Fußball: Landesliga 4

Strenger Freund nötig – SVH-Coach Siegert nicht nur als Kumpel gefragt

Herbern

Am Sonntag, 15 Uhr, hat der SV Herbern Westfalenligaanwärter IG Bönen im Stadion an der Werner Straße zu Besuch. Im Interview mit den WN erklärt SVH-Coach Benjamin Siegert, wieso die Vorbereitung der Blau-Gelben nicht die allerbeste war.

Von und

Sah eine Vorbereitung, in der sein Team nur selten restlos überzeugte: SVH-Coach Benjamin Siegert. Foto: flo

Nachdem Benjamin Siegert vor gut einem Jahr Erfolgstrainer Holger Möllers beim SV Herbern abgelöst hatte, schien alles zu laufen wie gehabt: Top-Vorbereitung, exzellenter Saisonstart. Die jüngste Testphase war dagegen bestenfalls durchwachsen. Wieso eigentlich? Das und mehr wollte unser Redaktionsmitglied Florian Levenig vor dem ersten Ligaspiel des SVH am Sonntag (5. September) um 15 Uhr daheim gegen Titelaspirant IG Bönen vom Coach des Fußball-Landesligisten wissen.

Sie haben den Kollegen von den Ruhr Nachrichten nach der abschließenden 0:3-Testpleite gegen den SC Berchum/Garenfeld gesagt, Ihnen sei mit Blick auf das Bönen-Spiel Angst und Bange. War das bevor oder nachdem Sie vom 8:0 der IG gegen Altenberge wussten?

Siegert: Gute Frage (lacht), ich glaube danach. Wobei das letztlich keine Rolle spielt. Fakt ist doch: Bönen ist das Bayern München der Liga. Die Mannschaft hat eine so unfassbare Qualität, dass sie in der Spielklasse nichts verloren hat.

Sie könnten jetzt so was sagen wie: „Ergebnisse in der Vorbereitung sind Schall und Rauch.“

Siegert: Das sind sie tatsächlich – falls denn der Saisonstart gelingt. Verlieren wir aber die ersten ein, zwei Meisterschaftsspiele, dann kann man schnell in einen Abwärtsstrudel geraten. Dann wirken auch die nicht so guten Auftritte in den vergangenen Wochen nach.

Mut könnte Ihnen in Bezug auf das Bönen-Spiel machen, dass Herbern in den Duellen mit den Westfalenligisten Hiltrup und Kinderhaus ganz gut ausgesehen hat. Dass Ihre Elf also immer dann zu großer Form aufläuft, wenn es gegen scheinbar übermächtige Teams geht.

Siegert: Das ist auch meine Hoffnung. Als Underdog in die Partie zu gehen, kann sehr befreiend sein.

Sie gelten als lockerer Typ, haben immer einen Spruch auf Lager – was sicher auch im Team ankommt. Nach dem Pokal-Aus in Greven waren Sie dagegen ziemlich angefasst. Lernen Ihre Spieler gerade den „bösen Benny“ kennen?

Siegert: Nö. Wir reden immer noch über Amateursport. Und die Jungs sind auch weiter meine Kumpels. Aber manchmal braucht es eben einen strengen Freund, um die Dinge wieder ins Lot zu bringen.

Zum Beispiel die Flut an Gegentoren, 27 insgesamt. Auch wenn das Verteidigen an vorderster Front beginnt: Sind drei weggebrochene Defensivstützen wie Philipp Dubicki, Airton und Philip Just, die, gefühlt, eine Pass- wie Zweikampfquote von 100 Prozent hatten, überhaupt zu kompensieren?

Siegert: Das ist mir als Entschuldigung zu billig. Zumal zumindest Philipp ja Ende des Monats ins Teamtraining einsteigt und wir hochwertigen Ersatz geholt haben. Nein, wir haben einfach zu viele Fehler gemacht, die schnellstens abgestellt gehören. Da arbeiten wir dran.

Vorn hatte Daniel Krüger zuletzt Ladehemmung. Kann Luis Krampe, der just zur Mannschaft gestoßen ist, ihn in der Offensive ein bisschen entlasten?

Siegert: Daniel arbeitet enorm nach hinten, die Körner fehlen ihm dann im Angriff. Das ist ein Gewöhnungsprozess, er wird auch wieder treffen. Was Luis betrifft: Er hat sich bei einem Verein in München fit gehalten. Ob es für einen Platz in der Startelf reicht, weiß ich nicht. Aber klar, er ist einer von den Leuten, die ein Spiel entscheiden können.

Wer ist Ihre Nummer eins? Philipp Sandhowe oder Leo Fenker?

Siegert: Bis Sonntag ist das Rennen offen. Und mir tut es jetzt schon weh, einen auf die Bank zu setzen. Beide haben ein tolles Level.

Wie lautet das Saisonziel?

Siegert: Wir haben keines formuliert. Aber ich lehne mich mal aus dem Fenster: ein einstelliger Tabellenplatz soll es sein.

Startseite