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Fußball: Ascheberger will weiter Profi werden, kickt aber fürs Erste etwas tiefer

Über Umwege ans Ziel?

Ascheberg

Berufsfußballer zu werden, das ist nach vor der große Traum von Daniel Schürmann. Gleichwohl haben ein paar Dinge den Karriereplan des 19-jährigen Aschebergers fürs Erste durchkreuzt. Daher fährt er jetzt lieber zweigleisig.

Von Florian Levenig

Hat beim Fußball-Westfalenligisten Kinderhaus eine neue sportliche Heimat gefunden: der 19-jährige Ascheberger Daniel Schürmann. Foto: flo

Als die WN das letzte Mal, Anfang 2020, mit ihm sprachen, da hatte Daniel Schürmann den Traum, Berufsfußballer zu werden. Den habe er, betont der Ascheberger, auch jetzt, eineinhalb Jahre später, noch. Allerdings sind dazwischen Dinge passiert, die Schürmanns Karrierepläne für den Moment durchkreuzt haben. Allen voran: Corona.

Der Pandemie wegen fehlt ihm ein komplettes Ausbildungsjahr. Vorher war Schürmann Kapitän des U 19-Westfalenligisten SC Verl – und hatte die berechtigte Hoffnung, nach seiner Jugendzeit im Profikader der Ostwestfalen unterzukommen. Zumindest sei vereinbart worden, dass er künftig beim Drittligisten mittrainiert. Dann hieß es, er könne sich ja mit guten Leistungen in der SCV-Reserve, die in der Landesliga kickt, für höhere Aufgaben empfehlen.

Landesliga? Nicht in Verl

Schürmann lehnte dankend ab: „70 Kilometer je Wegstrecke, viermal in der Woche – das passt einfach nicht. Landesliga kann ich auch in Herbern zocken, das sind mit dem Auto keine zehn Minuten von hier.“ Wobei: Landesliga in Herbern zu zocken, ist für einen eingefleischten TuS’ler wie ihn natürlich auch nicht die erste Option. Da traf es sich, dass Holger Möllers, ebenfalls Ascheberger, ein fähiger Mittelfeldmann im Aufgebot des Westfalenligisten Kinderhaus fehlte. Beide kennen sich „bestimmt zehn Jahre“. Er selbst muss damals in der E-Jugend geflemmt haben, Möllers trainierte an der Nordkirchener Straße die erste Mannschaft.

Der Ex-SVH-Coach war es auch, der Schürmann zunächst ein Probetraining beim Oberligisten Preußen Münster 2 vermittelte. Dessen Trainer, Kieran Schulze-Marmeling, sei durchaus angetan gewesen von seinen Vorstellungen. Nur waren die Personalplanungen der U 23 zu dem Zeitpunkt praktisch abgeschlossen. Und: Gerade in der Zentrale haben die Jungadler ein Überangebot an exzellenten Leuten.

Coole Truppe in Kinderhaus

Also griff die Westfalia zu. „Eine coole Truppe“, findet Schürmann. Auf der einen Seite dynamische, technisch versierte Jungspunde wie er, auf der anderen ein paar ausgebuffte Routiniers. Von Ex-Zweitliga-Mann Massih Wassey etwa – ähnliche Position, Linksfuß wie er – könne er sich „eine Menge abschauen“.

Zum Beispiel, wie man es über Umwege in den Bezahlfußball schafft? „Klar, dieses Ziel verfolge ich weiter. Dafür gebe ich in jedem Training 120 Prozent.“ Trotzdem weiß der 19-Jährige, dass sich eine solche Laufbahn nicht am Reißbrett planen lässt: „Eine blöde Knieverletzung, und du bist raus.“ Daher fährt der junge Mann lieber zweigleisig. Nach Ende eines Freiwilligen Sozialen Jahres in der Heimatgemeinde (wo bis heute viele Kumpels von ihm zocken) peilt Schürmann ein Studium in Münster an. Vielleicht was mit Wirtschaft, Sprachen oder, logisch, Sport.

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