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Handball: HSG-Nachwuchs unterstützt Sendenhorst

Wechsel-Quartett mit Gastspielrecht

Sendenhorst/Ascheberg

Die B-Juniorinnen der SG Sendenhorst haben Verstärkung bekommen. Vier junge Handballerinnen von der HSG Ascheberg/Drensteinfurt gehen nun in der Nachbarschaft auf Punktejagd – nach Absprache mit den Aschebergern.

Von Camillo von Ketteler

Haben Unterstützung von der HSG bekommen: Anna Grahl (Mitte) und die B-Juniorinnen der SG Sendenhorst. Foto: SGS/HSG

Als die B-Juniorinnen der SG Sendenhorst am vergangenen Sonntag in der Kreisklasse ihren 16:10-Auftaktsieg feierten, waren zwei neue Gesichter direkt mittendrin: Torhüterin Anna Hüging und Rückraumspielerin Annika Große Westermann, die mit sieben Toren die erfolgreichste Werferin der Sendenhorster war. Gemeinsam mit den noch nicht eingesetzten Anna Sonnek und Sina Pietrzyk wechselten die beiden vor der Saison von der HSG Ascheberg/Drensteinfurt nach Sendenhorst – per Gastspielrecht.

„Anna war eine echte Wand im Tor. Und Annika hat vorne direkt für Treffer gesorgt“, freut sich SGS-Jugendwart und B-Juniorinnen-Trainer Carsten Steiling über seine Neuzugänge. Die Idee zum Wechsel-Quartett entstand in Kommunikation mit Martin Arntzen, dem Jugendwart der HSG: „Wir haben einen guten Kontakt und unterhalten uns viel über die Jugend-Teams unserer Vereine.“ Generell sei es beiden wichtig, sich gegenseitig zu unterstützen, „wenn man mal keine Mannschaft zusammenbekommt“. Wie auch im Vorlauf dieser Saison.

Kurzer Draht zu Martin Arntzen

„Martin kam auf mich zu und erzählte, dass die Aufstellung einer B-Jugend bei ihnen eng werden würde,“ sagt der 50-jährige Steiling, der in Sendenhorst bereits in das fünfte Jahr mit seinen Spielerinnen geht. Mag daran auch die lange Corona-Pause ihre Anteile haben, so seien die B-Juniorinnen bei der HSG aber traditionell eher dünn besetzt, wie Steiling erzählt. Also lud er zum Probetraining in Sendenhorst, vier Mädchen der HSG-Truppe folgten dem Ruf – und blieben. „In dem Alter muss man sich natürlich entscheiden, wie man die Prioritäten setzt. Die, die richtig Bock auf Handball haben, die wollen halt auch spielen.“ So wie seine Neuzugänge, die nun vorerst für ein Jahr als volles Mitglied der SG Sendenhorst antreten dürfen. „Bedingung für das Gastrecht war, dass Ascheberg/Drensteinfurt nicht meldet“, sagt Steiling.

Ganz neu ist ein solches Modell in Sendenhorst nicht, vor einigen Jahren kam bereits ein Schwung junger Handballer vom SC DJK Everswinkel und blieb teilweise bis in die A-Jugend. Auch nach Ascheberg soll der Kontakt bleiben. „Wir werden sicher weiter telefonieren.“

Modell ein „guter Weg für die Zukunft“

Wohl ein guter Plan. Generell gehen die Mitgliederzahlen bei Jugendmannschaften nämlich eher runter – nicht nur im Handball. Absolute Priorität habe es in dem Alter deshalb, die Kinder und Jugendlichen am Ball zu halten. Und das unabhängig von „Rivalität und Derbycharakter, den es unter den Teams im Kreis ohne Frage gibt“, wie Steiling meint. Ist der Jugendcoach von festen Spielgemeinschaften, mithilfe derer der Personalmangel vielerorts gelöst wird, „eher kein großer Fan“, so sieht er sein Modell aber als einen guten Weg für die Zukunft. „Es ist meiner Meinung nach wichtig, dass Vereine eigenständig bleiben und sich die Spieler auch mit ihren Clubs identifizieren können“, sagt er, „mit Gastspielrechten können wir immer wieder den auf die aktuelle Lage reagieren und uns gegenseitig unterstützen.“

Sein Team richtig einschätzen vermag er noch nicht. „Ich glaube aber, dass wir eine ziemlich gute Mannschaft haben. Ob es für ganz oben reicht, wird sich zeigen.“ Wenn sich Anna Sonnek und Sina Pietrzyk ähnlich gut einleben wie Anna Hüging und Annika Große Westermann, stehen die Zeichen dafür ganz gut.

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