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Sportkegeln: Der SCR ist gespannt auf das Zweitliga-Derby gegen Nordhorn und Rückkehrer Markus Reinker

Derby mit Wiedersehensfreude

Reckenfeld

An diesem Samstag ist nicht nur Derby-Zeit am Wittlerdamm, wo die Zweiliga-Kegler des SC Reckenfeld die KF Nordhorn empfangen. Dann kommt es auch zum Wiedersehen mit einem in Reckenfeld bestens bekannten Kegler.

Zwei mit Reckenfelder Wurzeln, am Samstag treten sie gegeneinander an: Markus Reinker (r.) und Jonas Müller (l.). Foto: Frank Reinker

Als der SC Reckenfeld die neue Sportanlage am Wittlerdamm bezogen hat, haben Markus Reinker und Jonas Müller gemeinsam beim Aufbau der Kegelbahnen angepackt. Klar, für Jonas Müller ging es um die eigene neue Heimbahn. Markus Reinker aber spielt seit vielen Jahren für die KF Nordhorn. Und trotzdem war es für ihn Ehrensache, dem Verein, bei dem er das Kegeln gelernt hat, mitzuhelfen. Am Samstag (14 Uhr) bestreitet der 48-Jährige zum ersten Mal einen Wettkampf auf den Bahnen, die er selbst mit aufgebaut hat – allerdings als Gast und Gegner des SCR. Vor dem anstehenden Zweitliga-Derby haben wir beide zum Gespräch am Wittlerdamm getroffen.

Ihr habt vor zweieinhalb Jahren gemeinsam hier am Bau der Bahnen mitgeholfen. Seitdem hast du, Jonas, hier mehrere zehntausend Trainingswürfe absolviert, du, Markus, in den letzten zwei Jahren keinen einzigen. Fühlt es für sich für dich trotzdem ein Stück wie „deine Bahn“ an?

Markus Reinker: Das würde ich so nicht sagen. Als „meine Bahnen“ würde ich dann doch die in Nordhorn bezeichnen. Es ist eine Verbundenheit hier, keine Frage. Aber das ist weniger die Bahn an sich, als vielmehr der Heimatort.

Wie schätzt du die Bahnen ein?

Markus Reinker: Schon sehr „holzig“, würde ich sagen. Ich denke, dass es für Kunststoff-Spieler echt schwierig ist, weil es nach meiner Einschätzung schon eine extreme Holzbahn ist. Aber dadurch, dass wir selber bis letztes Jahr noch auf Holz gespielt haben, könnte ich mir vorstellen, dass wir damit auch klarkommen.

Jonas, gibst du ihm recht?

Jonas Müller: Es ist teilweise schon speziell. Ich würde sagen, für uns in der Liga ist es schon eine ordentliche Heimbahn, weil die Wege nicht die einfachsten sind. Wenn man den richtigen Punkt hat, kann es laufen, aber du kannst hier auch eingehen.

Ist es für dich denn noch ein besonderes Spiel hier, Markus?

Markus Reinker: Auf jeden Fall. Es ist seit vielen Jahren das erste Mal, dass ich wieder auf Reckenfelder Boden spiele. Schon die Spiele gegen Tecklenburg waren in den letzten Jahren besondere Spiele für mich, weil man die Leute schon lange und auch besser kennt. Und da es jetzt auch noch Reckenfeld ist, also mein Heimatverein, gilt das natürlich umso mehr.

Jonas, wenn man die abgebrochene Corona-Saison 20/21 außen vor lässt, geht für dich jetzt deine erste vollständige Zweitliga-Saison zu Ende. Wie fällt dein Fazit aus?

Jonas Müller: Zu Hause fühle ich mich wirklich sehr wohl. Das kommt natürlich auch durch die vielen Trainingswürfe hier. Auswärts muss ich noch sehr viel an mir arbeiten, aber es bringt auch sehr viele neue Erfahrungen. Ich bin natürlich noch nicht immer zufrieden auswärts, aber ich zerbreche mir darüber auch nicht so den Kopf, weil ich denke, das wird nächstes Jahr besser werden.

Markus, als du den SCR verlassen hast, war Jonas noch ein kleiner Junge. Seine sportliche Entwicklung hast du trotzdem beobachtet. Hast du einen Tipp für ihn?

Markus Reinker: Im Großen und Ganzen hat er bis hierher vieles richtig gemacht. Dass er durch die Fusion mit Tecklenburg in die Zweite Bundesliga gekommen ist, ist natürlich eine glückliche Fügung für ihn. Sonst hätte ich ihm bei seinem Potenzial ganz sicher geraten, in eine höhere Liga zu wechseln.

Das Hinspiel zwischen Nordhorn und Reckenfeld war eine enge Kiste. Was denkt ihr, wie läuft es am Samstag?

Jonas Müller: Das ist schwer zu sagen. Unsere Bahnen spielen uns natürlich in die Karten. Man braucht halt als Auswärtsmannschaft schon drei bis vier gute Ergebnisse, um hier was zu holen. Aber wenn Nordhorn das schafft, kann es natürlich auch hier wieder spannend werden.

Markus Reinker: Mit dem „schwer zu sagen“ gebe ich Jonas auf jeden Fall recht. Allein schon deshalb, weil wir noch nie hier gespielt haben – so wie es vielen Mannschaften in dieser Saison hier ging. Natürlich fahren wir hierher mit der Hoffnung, dass uns die Bahnen doch irgendwie liegen. Klar, wir hoffen, dass es eng wird. Aber damit meine ich jetzt nicht eng um den Gesamtsieg – so wie im Hinspiel. Das erwarte ich nicht. Aber vielleicht eng um den Zusatzpunkt.

Bis vor ein paar Wochen sah es so aus, dass Reckenfeld um den Aufstieg würde mitspielen können. Was denkst du, Markus, warum hat es am Ende vermutlich nicht gereicht?

Markus Reinker: Lange Zeit war der SCR für mich tatsächlich einer der Top-Favoriten. Tecklenburg war in der 2. Liga eigentlich immer auswärtsstark. Und nun kam auch noch die Heimstärke dazu. Dass es vermutlich am Ende nicht reicht, liegt letztendlich an zwei, drei Spielen, die man knapp verloren hat.

Die Abstiegsregelung in der 2. Liga ist in dieser Saison knallhart. Markus, hat Nordhorn noch eine Chance auf den Klassenerhalt?

Markus Reinker: Das Problem ist, dass uns ein Punkt nicht reicht. Wir müssten schon mindestens einmal auswärts gewinnen. Und das ist in Reckenfeld und in Sontra eher unwahrscheinlich.

Markus, Du hast beim SCR das Kegeln gelernt, hast viele Jahre hier erfolgreich gespielt. Du wohnst in Saerbeck, also quasi vor der Haustür. Wirst du irgendwann auch wieder im SCR-Trikot spielen?

Markus Reinker: Irgendwann bestimmt – davon gehe ich aus. Zum Glück kann man im Kegeln ja recht lange aktiv sein. Von daher braucht man sich da jetzt noch nicht festlegen.

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