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Fußball: Gekämpft, gespielt – gewonnen: Greven 09 besiegt Vorwärts Wettringen im Westfalenpokal mit 3:2 (0:1)

Die neuen drei G‘s

Greven

Eine Woche vor dem Saisonstart haben die Fußballer des SC Greven 09 ein erstes Signal an die Bezirksliga-Konkurrenz gesandt. In der ersten Runde des Kreispokals setzte sich die Mannschaft von Marcel Pielage am Sonntag gegen den Landesligisten Vorwärts Wettringen durch.

Von Stefan Bamberg

Bezirksligist putzt Landesligist: Greven 09 (hier mit Bernd Lakenbrink, r.) schlug Vorwärts Wettringen mit 3:2 und steht in der zweiten Runde des Westfalenpokals. Wenn man ihn gewinnt, was natürlich eher unwahrscheinlich ist, winkt ein Ticket für den DFB-Pokal. Foto: Stefan Bamberg

Ganz am Ende müssen sie doch noch zur Eckfahne. Den Fuß auf den Ball stellen. Aus dem letzten Einwurf eine mittlere Zeremonie machen. Und sich notfalls auf den Hosenboden setzen und mit maximalem Pathos „Schiri! Foul!“ rufen. Gerade, in der zweiten Minute der Nachspielzeit, hat Felix Bußmann nämlich den Anschlusstreffer für Vorwärts Wettringen geköpft, schulbuchmäßig gegen Luca Peppenhorsts Laufrichtung. Aber: Nur runde 60 Sekunden dauert dieses Zitter-Spielchen noch. Wer hat an der Uhr gedreht? Ja, es ist wirklich schon so spät. Schiri Christoph Dastig pfeift ab – und der SC Greven 09 steht in der zweiten Runde des Westfalenpokals. Gekämpft, gespielt – gewonnen! Das sind am Sonntagnachmittag die neuen drei G‘s in der Schöneflieth.

„Das war hochverdient und richtig stark“, sagt Coach Marcel Pielage. „Und als Trainer freust Du Dich immer, wenn Du guten Fußball zu sehen bekommst.“

Als Zuschauer übrigens auch. Genau dafür sind viele ins Stadion gekommen, wo fast alles neu ist: Neues Trainerteam, neue Spieler, neuer Stadionsprecher und sogar neue Eckfahnen. Aber ein altbekanntes Fußball-Muster in der vierten Minute: Die Nullneuner gönnen sich den ersten Ballverlust im Mittelfeld, und der wird gleich teuer. Ein Steilpass, Torsten Fiefhaus macht sich auf die Reise – und schießt den Landesligisten früh in Führung.

Die erste Halbzeit hat ansonsten was von Disko vor 23 Uhr: alle irgendwie giftig, gespannt, was der Abend wohl noch so bringt. Doch so recht gehen beide noch nicht aus sich heraus. „Im Grunde hat Greven aber schon vor der Pause das Kommando übernommen“, sieht Wettringens Chef Patrick Wensing das Unheil kommen.

Erst nach dem Wechsel jedoch spiegeln sich die hohen Grevener Spielanteile auch in der Statistik wider: Es läuft die 50. Minute, als Vorwärts die Kugel im Rückwärtsgang gemeinschaftlich verbaselt, Keeper Tobias Brünen deshalb gegen Patrick Fechtel die Sense auspacken muss – und Emre Kücükosman den hierfür zwangsläufigen Elfmeter versenkt.

Das 1:1 – und der Startschuss für eine wilde Gaudi in der zweiten Halbzeit. Mit einer für diesen frühen Saisonzeitpunkt bemerkenswerten Wucht reißen die Gastgeber das Match nun an sich, den Gästen fällt dagegen wenig ein – und Patrick Fechtel die Kugel wieder vor die Füße: Abstauber, 2:1 (56.). Und mit diesem Torjubel käme der Mann ins Fernsehen – wenn denn Fernsehen da wäre. So immerhin in die Zeitung: siehe unten.

Aber im Ernst: Nullneuns heute einzige Spitze avanciert jetzt, einmal mehr, zur Schlüsselfigur. Das 3:1 legt er nach (60.), auf eine herrliche Bernd-Lakenbrink-Vorlage, der kurzerhand die Kreismeisterschaft im Um-die-Ecke-Passen für sich entscheidet. Nix brennt mehr an, Bezirksligist schlägt Landesligist. Ein attraktiver Gegner winkt in Runde zwo.

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