1. www.wn.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Drensteinfurt
  6. >
  7. Der Traum ist wahr geworden

  8. >

Radsport: Anne Tönnishoff bewältigt Platintour beim Swiss Cycling Alpenbrevet

Der Traum ist wahr geworden

Andermatt/Walstedde

268 Kilometer und 7090 Höhenmeter musste Anne Tönnishoff von Fortuna Walstedde Im Rahmen der Platintour beim Swiss Cycling Alpenbrevet zurücklegen – und erfüllte sich mit der Zieleinfahrt einen langgehegten Traum.

Von und

Anne Tönnishoff (kl. Bild) Foto: Jan Gudorf/sportograf.com

Anne Tönnishoff, Mitglied der Rennradler von Fortuna Walstedde, bewältigte am vergangenen Wochenende die Platintour beim Swiss Cycling Alpenbrevet, einer der härtesten und spektakulärsten Radmarathons in Europa.

Nach einer einjährigen Zwangspause und einem guten Corona-Schutzkonzept konnte das Swiss Cycling Alpenbrevet mit einem Starterfeld von rund 3000 Teilnehmern in Andermatt über die Schweizer Pässe rollen.

Von den vier angebotenen Touren (Platin, Gold, Silber, Bronze) stellte sich Anne Tönnishoff mit der Platintour der härtesten Herausforderung beim Alpenbrevet.

500 Teilnehmer

Während der Überquerung von den fünf epischen Pässen (Susten-, Grimsel-, Nufenen-, Lukmanier- und Oberalppass) galt es bei der Platintour 268 Gesamtkilometer und 7090 Höhenmeter zu bewältigen.

Nirgendwo sonst bei einem Radmarathon könnten an einem Tag so viele Pässe und Höhenmeter wie auf der Platintour des Alpenbrevets gefahren werden, so Anne Tönnishoff. Dabei ist das Starterfeld auf 500 Teilnehmer limitiert.

Die Fortunin zeigte dabei eine sehr starke Leistung und fuhr nach 12:02:02 Stunden mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 21,4 Kilometer pro Stunde als dritte Frau über die Ziellinie in Andermatt.

Bedingt durch die harte und anspruchsvolle Strecke starten auf der Platintour im Allgemeinen wenig Frauen. In diesem Jahr gingen elf Frauen, darunter zwei Deutsche an den Start. Von den elf Frauen meisterten sieben diese extreme Herausforderung. „Ich freue mich wahnsinnig, eine der wenigen Frauen zu sein, die sich die Platintour als Ziel gesetzt und dieser auch gestellt haben. Ich bin stolz darauf, diese extreme Herausforderung geschafft zu haben und dabei noch mit einem so tollen Ergebnis“, berichtete Anne Tönnishoff.

„Das ist nichts für schwache Beine“

Die Strecke der Platintour führte vom Start um sechs Uhr morgens in Andermatt durch die berüchtigte Schöllenen Schlucht nach Wassen. Auf dem Weg nach Innertkirchen wurde der berühmt-berüchtigte Sustenpass (2224 Meter über Meer) überquert. Auf einer Länge von 18 Kilometern wurden die ersten 1300 Höhenmeter mit einer durchschnittlichen Steigung von 7,3 Prozent erklommen. Nach einer 28 Kilometer langen Abfahrt ging es für die Fortunin weiter in Richtung Grimselpass (2164 M.ü.M.). Es folgte ein 26 Kilometer langer Anstieg mit einer durchschnittlichen 5,9 prozentigen Steigung und eine technische Abfahrt, ehe es die höchste Schweizer Passstraße zu bezwingen galt. Der Anstieg zum Nufenenpass ist für viele Teilnehmer der härteste Abschnitt der Platintour. Auf 13 Kilometern werden 1120 Höhenmeter mit einer durchschnittlich Steigung von 8,6 Prozent bewältigt. „Das ist nichts für schwache Beine“, bemerkte Tönnishoff.

Auf 2478 Höhenmetern wurde die Fortunin mit einer herrlichen Aussicht ins Wallis belohnt.

Anschließend folgte eine 60 Kilometer lange Abfahrt über Airolo bis nach Biasca. Der kommende Anstieg zum 1915 Meter hohen Lukmanierpass mit einer durchschnittlichen Steigung von fünf Prozent und 1620 Höhenmetern verteilte sich auf über 40 Kilometer. Die rasante Abfahrt führte nach Dissentis. „Fast geschafft! Der Oberalppass stellte sich als letzte Hürde der Platintour in den Weg“, schoss es Tönnishoff durch den Kopf. Mit durchschnittlich 4,4 Steigungsprozenten lag die Steigung hier auf der angenehmeren Seite. Der Oberalppass liegt auf 2044 Metern und führte anschließend auf einer zehn Kilometer langen Abfahrt zum Ziel nach Andermatt. „Finished – ein unbeschreibliches emotionales Gefühl“, erzählte die For­tunin.

„Durch meine Erfahrungen im Langstreckenbereich wusste ich, wie ich mich optimal auf diese extreme Herausforderung vorbereiten musste“, erklärte sie. „Auch im Verlauf des Rennes konnte ich meine Kenntnisse und Erfahrungen erfolgreich umsetzen.“

Mit Rhythmus zum Erfolg

Während sich viele Teilnehmer schon in den ersten Anstiegen verausgabten, fuhr Tönnishoff kontinuierlich ihren Rhythmus, fokussiert auf den weiteren schweren Streckenverlauf.

„Ich freue mich riesig, dass ich diesen Alpenklassiker als Highlight in meinem zehnten Radsportjahr so erfolgreich gemeistert habe“, ist die Fortunin glücklich. „Und dabei hatte mich die Sonne bei diesem unvergesslichen Radabenteuer in den faszinierenden Schweizer Alpen bis ins Ziel begleitet – die Platintour zu finishen, ist für mich ein wahr gewordener Traum“, kam Anne Tönnishoff gar nicht mehr aus dem Schwärmen heraus.

Startseite