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Judo: DJK Olympia Drensteinfurt

Gutes für Muskeln und Motorik

Drensteinfurt

Es muss nicht immer Fußball oder Handball sein. Das macht ein Besuch bei den Judok der DJK Olympia Drensteinfurt deutlich. Die Kinder und Jugendlichen genießen jede Minute. Und sie bekommen einiges mit auf den Weg.

Von Simon Beckmann

Judotrainer Peter de Vries zeigt seinen Schützlingen, wie es geht (o. l.). Der zehnjährige Thies (weiß-gelber Gurt) und Max setzen das Gelernte im Anschluss gleich in die Praxis um (u. r.). Zudem gehört das Verbeugen zu jedem Training mit dazu (u. l.). Foto: Beckmann

Die Schuhe und Socken sind schnell ausgezogen. Die weißen Anzüge sind im Handumdrehen übergestreift. Und auch der Gürtel wird gekonnt gebunden. Denn wenn Peter de Vries und seine Nachwuchsübungsleiter zum Judotraining in die Dreingau-Halle bitten, dann wollen die Kinder und Jugendlichen keine Minute verschwenden.

So auch nicht an einem Mittwochabend im November, als die Einsteigergruppe der DJK Olympia – hier sind Mädchen und Jungen im Alter von acht bis elf Jahren untergebracht – auf der großen, zuvor in Gemeinschaftsarbeit aufgebauten, Matte steht.

20 Nachwuchsjudokas sind mit Eifer bei der Sache

Die rund 20 Nachwuchsjudoka freuen sich, dass es nun endlich mit der 60-minütigen Einheit losgehen kann. Wer jetzt aber an einen gefährlichen Kampfsport denkt, der hat weit gefehlt. „Bei uns steht gegenseitiger Respekt, Rücksichtnahme und Wertschätzung des Gegenübers im Vordergrund“, erklärt Peter de Vries. „Natürlich fordern wir das auch von den Kids ein. Judo ist nicht nur Sport, sondern in einer Form auch Erziehungssystem“, schiebt der Dülmener hinterher.

Peter de Vries

Der 60-Jährige muss wissen, wovon er spricht. Schließlich geht der Lehrer dem japanischen Kampfsport selbst seit 50 Jahren nach. Neben dem schwarzen Gurt (3. Dan) besitzt er auch die Lizenz, um den Nachwuchs zu prüfen. „Das Kämpfen steht beim Judo nicht im Vordergrund. Wir haben keine Gegner, sondern Partner“, betont de Vries. Das vermittele er auch den Mädchen und Jungen, die seine Trainingsstunden besuchen würden. Schließlich komme es bei den verschiedenen Übungen – hierbei spielen die Disziplinen Werfen, Halten, Würgen und Hebeln eine Rolle – auch auf Vertrauen an. „Wir passen auf den Partner auf. Hier soll sich keiner verletzen“, sagt de Vries. Im Hintergrund sind währenddessen bereits seine jüngsten Schützlinge mit dem Training gestartet. Zuerst mit einigen wilden Spielen zum Austoben, danach mit der obligatorischen Verbeugung, bevor es an die ersten Haltegriffe und die Fallschule geht. „Das ist ganz wichtig. Viele Kinder können heutzutage keine Vorwärtsrolle mehr. Nach 14 Tagen beim Judo ist das für die meisten aber kein Problem mehr“, hat der 60-jährige Pädagoge beobachtet. Überhaupt: Neben der Vermittlung von Werten werden alle Muskelgruppen und die Motorik bei diesem Kampfsport gefördert. „Hinzu kommen die vielen turnerischen Elemente wie die Vorwärts- oder Rückwärtsrolle“, erzählt de Vries, der beim Training seit einigen Wochen von Frederik Behmer, Justus Brüggemann und Nils Beyer unterstützt wird.

Ein weiterer Vorteil: Beim Judo wird viel überschüssige Energie beansprucht. „Oft werden Kinder von Ärzten deswegen hierhin geschickt“, so der 60-Jährige, der selbst ADHS hat. Andere würden zum Training kommen, um sich besser auf dem Schulhof verteidigen zu können. „Denen nehmen wir aber schnell den Wind aus den Segeln“, bemerkt der Dülmener. „Stattdessen lernen sie hier, wie sie selbstbewusst Konflikten aus dem Weg gehen können und welche Verantwortung sie tragen.“

Der zehnjährige Thies fühlt sich wohl

Andere Aspekte, die bei den Einheiten eine wichtige Rolle spielen, sind Selbstkontrolle und Mut.

„Für mich ist das hier super. In der Schule bin ich oft zu stürmisch. Durch das Judo hat sich das aber gebessert“, schwärmt etwa der zehnjährige Thies, während er gerade mit Max (11) einige Haltegriffe übt. Sein Trainingspartner ergänzt: „Judo macht auch einfach richtig viel Spaß.“ Angesichts der vielen leuchtenden Augen scheint der Rest der Einsteigergruppe das genauso zu sehen.

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