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Fußball: Niklas Köster (SG Sendenhorst )im Interview

„Ich bin keine 20 mehr und springe fünfmal in den Winkel“

Sendenhorst

Unverhofft kommt... naja, oft zumindest wird Niklas Köster in den kommenden Tagen das Tor der SG Sendenhorst hüten. Der Keeper der Zweiten springt für Robin Lackmann in der Ersten ein.

Das runde Leder ist bei ihm gut aufgehoben: Niklas Köster beeindruckte am Dienstag gegen Sassenberg und hütet auch in den kommenden Wochen und Monaten das Tor der SG. Foto: Marc Kreisel

Dürfen wir vorstellen? Niklas Köster, 35, Logistik-Manager und seit Dienstagabend Schlussmann der ersten Garde der SG Sendenhorst. Da bestritt er im Kreispokal gegen Sassenberg sein erstes Pflichtspiel für die Kreisliga-Vertretung. Ansonsten hält Köster, der erst seinem Jahr in Sendenhorst wohnt, für die Reserve der SG. Die beste Referenz: Für ein knappes Jahr stand er für Borussia Münster in der A-Liga im Kasten. Niklas Groß hat mit Köster nach dessen geglückten Pokal-Debüt gesprochen.

Herr Köster, Robin Lackmann hat sich unlängst schwer verletzt, Sie vertreten ihn. Stehen Sie in Kontakt?

Niklas Köster: Ein bisschen, ja, über unsere Whatsapp-Gruppe. Er wurde am Mittwoch operiert. Ansonsten, glaube ich, wird er gerade eh mit reichlich Genesungswünschen überhäuft. Wer Robin ein bisschen kennt, kann sich vorstellen, wie sehr ihn die Verletzung trifft, er ist sehr ehrgeizig. Jetzt ist er von heute auf morgen raus.

Wann haben Sie von Ihrer Nominierung erfahren?

Köster: Das war am Montagmittag. Das war schon eine kleine Überraschung für mich, für die Hinrunde (so ist die Prognose) im Tor der Ersten zu stehen.

Welche Qualitäten können Sie in die Mannschaft einbringen?

Köster: Meine Erfahrung. Und ich bin ein mitspielender Torwart, stehe hoch und fange im Idealfall lange Bälle ab. Ich bin keine 20 mehr und springe fünfmal in den Winkel und kratze die Bälle raus. Das ist aber eh nicht entscheidend, glaube ich. Die Schüsse kommen selten so präzise. Und wenn doch, ist wiederum die Frage, ob man sie halten würde.

Sie hatten entscheidenden Anteil am Sieg über Sassenberg, Trainer Florian Kraus attestierte Ihnen, viel Ruhe ausgestrahlt zu haben. Waren Sie nervös?

Köster: Ne, gar nicht, und ich hoffe auch, dass es nicht danach aussah. Mit Mitte 30 habe ich ja auch diverse Spiele hinter mir. Ich war eher geschafft von der Luft, wir hatten über 30 Grad.

Wie haben Sie Ihr erstes Pflichtspiel für die SGS I erlebt?

Köster: Es hat sich gut angefühlt. Robin und ich sind ähnliche Spielertypen, und ich habe von den Innenverteidigern auch die Rückmeldung erhalten, dass sie sich nicht groß umstellen mussten. Ich denke, wir haben das gemeinschaftlich gut wegverteidigt.

Was möchten Sie mit der SG in den kommenden Monaten erreichen?

Köster: Ich persönlich möchte in die Mannschaft reinkommen, die Spielabläufe kennenlernen. Und im Team steckt viel Potenzial. Wir möchten einen guten Ligastart hinlegen und im Pokal gegen Albachten unsere kleine Außenseiterchance nutzen. Und: Ich möchte möglichst viele Spiele der Zweiten verfolgen. Es ist toll, wie innerhalb des Vereins geregelt wurde, dass ich in der Ersten helfen darf.

Handball-Torhütern attestiert man, sie müssten verrückt sein, ihren Job zu machen. Gilt das für Fußball-Schnapper auch?

Köster: Im Fußball sagt man ja auch: Der Torwart und der Linksaußen müssen bekloppt sein. Über mich würde ich das aber nicht sagen: Ich bin eher ein ruhiger Zeitgenosse. Aber es ist schon richtig, man darf keine Angst vorm Ball haben. Ich bin übrigens ein Mal beim Handball eingesprungen, bei Landesligist Westfalia Kinderhaus, der damalige Trainer ist ein Freund. Das war schon extrem, wenn da so ein 110-Kilo-Mann auf dich zuspringt und du hoffen musst, dass er nicht deinen Kopf trifft.

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