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Tischtennis: 1. Kreisklasse

Julia Bothe nimmt es mit den Männern auf

Rinkerode

Nein, ängstlich ist sie wohl nicht. Sonst würde sich Julia Bothe wohl nicht unter Männer wagen - und denen auch noch eine Niederlage zufügen wollen. Bei den Tischtennis-Männern des SV Rinkerode ist sie jedenfalls mittendrin - und Bestandteil des Teams.

Von Uwe Niemeyer

Mittendrin und immer dabei: Julia Bothe mit ihren Teamkameraden Burkhard Hessing (von links), Frank Fröhlich, Lars Wenning, Foto: Mangels

Sie ist allein unter Männern. Wenn sie ihrem Hobby nachgeht und gerne Ball und Schläger quält. Denn Julia Bothe spielt als Frau im Männerteam des SV Rinkerode in der 1. Kreisklasse Tischtennis. Einsam fühlt sie sich keineswegs, eher gut aufgehoben.

Angefangen hat sie 2005, anschließend die weiblichen Nachwuchsmannschaften durchlaufen. Ganz normal. Aber schon in den Anfängen gab es Einsätze bei den Jugendlichen. „Die Teams der Schülerinnen waren einfach nicht voll besetzt, konnten nicht komplett antreten“, klärt sie auf. In der Jugend gab es ohnehin in den Mannschaften keine Berührungsängste oder Trennungen. Und nun spielt die 28-Jährige schon seit fünf Jahren im Männerteam des SVR. Wie selbstverständlich. „Wir haben keine Damenmannschaft in Rinkerode“, sagt sie und verweist auf eine mangelnde Alternative. So wie ihr geht es auch Jessica Schlüter. Bothes Freundin geht ihrem Hobby in der zweiten Mannschaft nach.

Abstecher zum VfB/Fichte Bielefeld

Julia Bothe musste ihre SVR-Karriere allerdings unterbrechen. Zwischen 2012 und 2015 ging sie für den VfB/Fichte Bielefeld an die TT-Platten. Die Ausbildung zur Biologisch-Technischen Assistentin hatte sie nach Ostwestfalen verschlagen. Auf den Griff zum Schläger und damit auf ihr Hobby wollte die derzeitige Chemie-Studentin aber nicht verzichten. So wie bei der Rückkehr nach Rinkerode, wohin es die Münsteranerin schon in früher Kindheit verschlagen hatte.

Bothe löst bei den Gegner auch schon mal Frust aus

Apropos schlagen. Niederlagen mag sie nicht gerade gerne. Vor allen Dingen nicht gegen männliche Kontrahenten, die vom Ranking her weniger Punkte haben, aber besser sind. Das schmälert ihre Bilanz. Aber wie reagieren die Kontrahenten? „Von meiner Wahrnehmung her begegnen mir die Gegner manchmal anders. Vor allen Dingen können sie nicht so gut verlieren. Bei Konservativen äußert sich das in Frust.“

Was Sie beinahe gerne in Kauf nimmt. Schließlich macht sie aus ihrem gesunden sportlichen Ehrgeiz keinen Hehl. „Man träumt immer“, gesteht sie. Aber die Kreisklasse scheint auch aufgrund der angespannten Personaldecke – exakt fünf Männer und Julia Bothe bilden das Team-Sextett – der Bereich des Möglichen. „Da freut man sich einfach über einen Sieg oder ein Unentschieden. Der Spaß steht im Vordergrund“, gesteht Bothe. Nach zwei Erfolgen, einem Remis und einer Niederlage soll das Spiel beim SC Hoetmar am Freitag (19. November) für Freude sorgen. Da helfen auch Punkte.

Deutschen Individual-Meisterschaften sind ein Ziel

Freuen würde sich Julia Bothe aber auch über ein Ticket für die Deutschen Individual-Meisterschaften. „Das sind nicht die ganz großen Titelkämpfe mit Timo Boll. Aber in Relation auch reizvolle und interessante“, ordnet sie ihr Ziel ein. Dafür darf die Bilanz nicht mehr als 1.499 Punkte haben, um die Berechtigung zu erlangen. 2019 war sie schon einmal mit dabei – in Dinklage. „Da bin ich Fünfte geworden. Gerne würde ich einmal aufs Treppchen klettern“, verrät sie. Auch wenn sie in der Konkurrenz dann wohl allein unter Frauen wäre.

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