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Die Walstedderin Joline Schmidt bewegt sich rasant übers Wasser

Motor und Motivation

Walstedde

Joline Schmidt will hoch hinaus – oder, um im Bild zu bleiben: rasant nach vorn. Die 18-jährige aus Walstedde fährt mit ihrem Motorboot mittlerweile in der Formel 5.

Von Johan Sühling

Mit dem „Dreikantpfeil“ bewegt Joline Schmidt beinahe 30 PS übers Wasser. Doch die junge Sportlerin hat noch nicht genug. Sie möchte in die nächsthöhere Klasse, die Formel 4, hoch.

Joline Schmidt hat es geschafft: Der Aufstieg in die höhere Fahrklasse ist ihr gelungen. Vor einem Jahr jagte die Walstedderin mit ihrem Motorboot, genannt „Dreikantpfeil“, noch in der Klasse MS 11 durch die Wellen, seit diesem Jahr ist die mittlerweile 18-jährige eine Klasse höher in der Formel 5 angekommen – samt eines neuen Bootes. Dieses hat nun statt der rund 15 PS fast 30, es geht also deutlich rasanter zur Sache. Das Boot sponsorte ihr der Deutsche Motoryachtverband.

Neue Klasse, neues Boot, höheres Tempo, das bedeutet verständlicherweise einige Anpassungsprobleme. „Im ersten Rennen bin ich von einigen anderen sogar überrundet worden, das hat mich schon geärgert“, sagt sie. Diese Startschwierigkeiten überwand Schmidt allerdings schnell. Beim zweiten Rennen sah die Geschichte dann schon anders aus – Schmidt erreichte von sechs Teilnehmern den dritten Platz. Auch im finalen Rennen konnte sie Gegner hinter sich lassen. Bedeutet in der Endabrechnung ebenfalls nicht den letzten Platz.

Fokus: Joline Schmidt am Steg Foto: privat

Sport schafft Verbindungen

Eine Leistung, die Schmidt in ihrer ersten Saison doch recht zufriedenstellt. Auch wenn sie Verbesserungspotenzial sieht – „im dritten Rennen hatte ich einen kleinen Unfall mit einem anderen Boot, beide haben aber nur ein paar Kratzer abbekommen. Einmal bin ich auch ins Fahrwasser von einem anderen Boot gekommen, da hatte ich dann keinen Grip mehr“, gibt sie sich selbstkritisch.

Doch die Ergebnisse sind sowieso erstmal zweitrangig. Auch die durch den Sport geknüpften Verbindungen sind ihr wichtig, als junge Frau in einer von Männern dominierten Sportart ist dies nicht immer einfach - obwohl Schmidt eher von positiven Erlebnissen berichten kann. „Am Rande von einem Rennen habe ich mich mit einem Herren unterhalten, der war richtig begeistert, dass ich als Frau auch dabei bin“, sagt sie. Besonders mit der einzigen anderen Frau, Laura Morgenstern aus der Formel 4, pflegt Joline Schmidt ein freundschaftliches Verhältnis.

Die Eltern packen tatkräftig mit an

Mit Problemen in der neuen Klasse hat sie dennoch zu kämpfen. Allen voran solche monetärer Natur. Ein Rennen verpasste Schmidt aufgrund von Problemen mit dem Anhänger, Sponsoren, die das teure Boot und die teure Ausrüstung unterstützen, sind rar gesät. „Wir haben ein paar potenzielle Unterstützer angeschrieben, häufig scheitert es dann aber daran, dass wir nicht aus deren Bezirk kommen“, verrät Schmidt. Unterstützung erhält sie für ihr Hobby allerdings besonders von ihren Eltern, so fährt ihr Vater sie für Rennen bis nach Berlin.

Von der Unterstützung hängt es auch ab, wie es für Joline Schmidt weitergeht. Gerne würde die 18-Jährige eine weitere Klasse, in die Formel 4, aufsteigen, dort werden die Pötte noch schneller, sogar bis zu 60 PS. Damit sie das kann, braucht sie einen neuen „Dreikantpfeil“ – und der kostet nunmal viel Geld.

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