1. www.wn.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Drensteinfurt
  6. >
  7. Scharbaum - Glücksfall und Rückhalt für den SV Drensteinfurt

  8. >

Fußball: Bezirksliga

Scharbaum - Glücksfall und Rückhalt für den SV Drensteinfurt

Drensteinfurt

Steffen Scharbaum hatte viel vor in seiner Karriere. Dann kam die Einsicht und die Rückkehr zum SV Drensteinfurt. Das könnte sich als Glücksfall für den Bezirksligisten erweisen.

Von Uwe Niemeyer

Genießt das uneingeschränkte Vertrauen von Trainer Daniel Stratmann: Steffen Scharbaum. Foto: Kleineidam

Für seinen Trainer ist Steffen Scharbaum die Nummer eins. Nicht nur in den Reihen des SV Drensteinfurt, sondern in der gesamten Klasse, der Staffel 7 der Bezirksliga. Mindestens. Und Daniel Stratmann liefert Argumente: „Zum einen hat er eine gute Ausbildung genossen. Zudem passt die Art und Weise. Er strahlt eine Ruhe und Präsenz aus, ist groß und breit gewaschen. Eigentlich wie ich früher.“ Die 194 Zentimeter machen schon Eindruck. Unter anderem.

Tatsächlich scheint sein Torwartspiel makellos. Er kann mit dem Ball umgehen, hat die Übersicht. Und einschüchtern lässt er sich auch nicht. „Wenn es ihn mal erwischt, dann schüttelt er sich und steht wieder auf“, weiß Stratmann – und somit um die Vorzüge seines Keepers: „Deshalb ist er weit vorne.“

Scharbaum sieht SVD auf einem guten Weg

Auch der Gelobte weiß um seine Fertig- und Fähigkeiten. „Ich weiß, wo ich herkomme und welche Vergangenheit ich habe. Und daher auch einen Anspruch.“ Das ist auch gut so, denn mit dem Spiel beim TuS Lohauserholz beginnt für den SV Drensteinfurt am Sonntag eine schwierige Phase. Gibt es doch Beispiele genug, nach denen ein – wenn auch im Stewwerter Fall selbst gewählter – Absteiger in einer neuen und unteren Liga Probleme offenbart, sich zu akklimatisieren. Da macht sich der 24-Jährige aber wenig Sorgen: „Die lange Vorbereitung ist gut gelaufen. Nach den Abgängen einiger Leistungsträger, und das waren Lübke, Castro, Ziegner & Co, müssen wir uns neu sortieren. Der Weg ist dabei noch nicht zu Ende. Deshalb wäre zunächst das Mittelfeld auch okay. So ehrlich sollten wir zu uns schon sein.“

24-Jähriger gibt Beruf den Vorzug vor dem Fußball

Ehrlich war er auch zu sich selbst. Was für Fußballer, die gefühlt am Anfang ihrer Karriere stehen, eher die Ausnahme und nicht die Regel ist. „Ich habe mir lange Gedanken gemacht und bin dann zu der Erkenntnis gekommen, dass es zumindest mittelfristig nichts mit der dritten oder gar der zweiten Liga werden würde. Da habe ich früher als manch anderer an das Berufsleben und die Zeit nach dem Fußball gedacht. Ich wollte nicht bis 27 oder 28 warten“, blickt der heute erst 24 Jahre junge Keeper und gebürtiger Drensteinfurter, der inzwischen ein duales Studium verfolgt, zurück. Keineswegs im Zorn. „Das war eine coole Zeit“, versichert er. Ob bei der SG Wattenscheid 09 oder bei Borussia Mönchengladbach. In der brachte es Scharbaum auf 17 Einsätze in der Regionalliga West, davor auf 24 in der A-Junioren- sowie 21 in der B-Junioren-Bundesliga. Bis zur U 10 trug er den Dress des SVD, den seines Heimatvereins. Dann führte ihn sein Weg über vier Jahre RW Ahlen und eine Saison Preußen Münster nach Gladbach und Wattenscheid. Vor drei Jahren schloss sich der Kreis.

Und das mit einem Highlight. Denn in Ermangelung von Feldspielern schlüpfte er beim Turnier im Erlfeld in ein rotes Trikot, führte den Angriff des SVD an – und machte durchaus eine gute Figur. „Er kann schon mit dem Ball am Fuß umgehen“, unterstreicht Daniel Stratmann die Fertigkeiten des Schlussmanns.

Steffen Scharbaum zur Wahl seiner Position

Es wird aber eine einmalige Aktion bleiben, wie Scharbaum versichert. Das Feld war eigentlich nie seine Bühne. „Schon bei den Mini-Kickern bin ich wegen meiner Körpergröße im Tor gelandet. Und das hat Spaß gemacht. Deshalb bin ich dabei geblieben“, sagt Scharbaum. Gut für den SVD. Denn für Stratmann ist er ja der Beste. Schließlich muss er es eigentlich wissen, war zumindest selber ein Guter und sitzt auch am Sonntag für den Notfall umgezogen auf der Bank.

Verzichten muss der SVD beim TuS Lohauserholz nicht nur auf Lars Hülsmann, der sich im Kreispokalspiel am Mittwoch einen Muskelbündelriss einhandelte. Auch Sven Grönewäller (Urlaub) und Dennis Hoeveler (familiäre Gründe) fehlen ebenso wie die Verletzten Markus Fröchte und Sven Wiebusch.

Startseite