Reiten: Cross Country Days

Weltmeister auch beim Turnier des RV Ostbevern vorne

Ostbevern

Die Besucherzahl war am letzten Tag der Cross Country Days des RV Ostbevern hoch, obwohl die Amateurreiter nicht starten durften. Die Zuschauer sahen großen Vielseitigkeitssport. Die Hauptprüfung bei dem internationalen Turnier gewann ein Weltmeister-Paar.

Von Ralf Aumüllerund

Sophie Leube aus Hamm gewann mit Sweetwaters Ziethen die internationale Prüfung. Mit dem Trakehnerhengst hatte sie im Vorjahr den WM-Titel der siebenjährigen Vielseitigkeitspferde geholt. Foto: René Penno

Wer Weltmeister in Frankreich wird, muss sich in Ostbevern nicht verstecken. Mit dem Trakehnerhengst Sweetwaters Ziethen gewann Sophie Leube im vergangenen Jahr in Le-Lion d’Angers den WM-Titel der siebenjährigen Vielseitigkeitspferde. Am Sonntag triumphierte das Paar bei den Cross Country Days des RV Ostbevern in der internationalen Zwei-Sterne-Prüfung. Leube ist Stammgast bei dem Vielseitigkeitsturnier des RVO. 2019 siegte sie ebenfalls in der CCI2*S-Prüfung, seinerzeit mit der Stute Scarlet.

In diesem Jahr legte die 34-Jährige, die einen Ausbildungsstall in Hamm-Rhynern betreibt, den Grundstein mit ihrem ersten Platz am Samstag in der Dressur. Auch den Geländeritt am Sonntag am Hof Thygs fand Leube „einfach nur super“. Und: „Der Hengst ist super drauf.“

Da werden die beiden Ostholt-Brüder nicht widersprechen. Sie mussten sich bei der Siegerehrung mit den anderen Podestplätzen zufriedengeben. Frank Ostholt (RV Warendorf) landete mit Jum Jum auf dem zweiten Rang und Andreas Ostholt (RV Vornholz) mit Kunststück auf Platz drei. Die beiden platzierten sich noch mit jeweils einem weiteren Pferd: Frank mit Que als Fünfter und Andreas mit Chilli Supreme als Achter.

Mayda Skye Seibert ging zum ersten Mal beim CCD an den Start – mit einem Pferd, das sie erst seit sechs Wochen besitzt. Auf Anhieb gewann die 18-Jährige mit dem 15-jährigen NZB Port Royal die internationale Prüfung für Junioren und Junge Reiter. „Ein ganz feines, liebes Pferd“, lobte sie den Hengst.

Mit dem Erfolg im Gepäck dürfte Seibert auch die lange Heimfahrt am Sonntag leichter verkraftet haben. Sie kommt aus Darmstadt. Schneller war Emily Roberg wieder zu Hause. Sie reitet für den RC St. Mauritz Münster und belegte mit Donna Lena den zweiten Platz.

Siegerin des RV Nottuln

Eine vergleichsweise kurze Rückreise hatte auch Lina Jablonski vom RV Nottuln. Mit Sandro gewann sie die Vielseitigkeitsprüfung der Klasse A**. Andreas Ostholt erreichte mit Iolanthe den sechsten Rang. In der zweiten Abteilung siegte Vanessa Bölting aus Münster mit Rocafina. Lara Schapmann, einzige Starterin des RV Ostbevern bei diesem Turnier, verpasste mit Quessida eine Platzierung. Pech hatte sie in der internationalen Prüfung der Senioren. In der Dressur mit Captain’s Coco noch als Vierte platziert, stürzte sie im Springen am letzten Hindernis. Damit durfte das Paar nicht mehr ins Gelände.

Mit den Cross Country Days und der malerischen Kulisse am Hof Thygs hat der RVO ein Alleinstellungsmerkmal im Kreis Warendorf. Das CCD-Team um Hugo Bäumer hatte auch in diesem Jahr viel Arbeit und Freizeit in die Vorbereitung gesteckt. Umso ärgerlicher, dass es der Verein nach den Corona-Lockerungen in der Kürze der Zeit nicht mehr hinbekam, auch Amateurreiter starten zu lassen. So blieb das Turnier den Profis und Kaderreitern vorbehalten.

Neue Linienführung

„Das ist sehr, sehr schade. Aber erst mal sind wir froh, dass wir überhaupt ein Turnier mit Zuschauern organisieren durften“, sagte Bäumer. „Und ich hätte nicht damit gerechnet, dass dann doch so viele Besucher da sind.“ Das Turnier war am Sonntag gut besucht, 1000 Zuschauer waren ohnehin erlaubt. Bewährt habe sich die neue Linienführung in der internationalen Prüfung mit Start und Ziel auf der Hauptwiese, wo die meisten Zuschauer stehen.

„Das Wetter war optimal, und wir hatten dann auch Glück mit den Böden“, bilanzierte Gastgeber Hubertus von Beverfoerde aus der Turnierleitung. „Wir haben uns gewundert, dass wir doch noch so viele Starter bekommen haben.“ Und im nächsten Jahr, davon ist er überzeugt, „können wir das Turnier auch wieder ganz in dem gewohnten Rahmen durchführen“.

Vorher, Ende Juli oder Anfang August, plant der RVO aber noch ein Trainingswochenende auf dem CCD-Gelände. „In erster Linie auch als Entschädigung für die Amateurreiter“, sagt Hugo Bäumer.

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