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Fußball: Kreisliga A

Bangen um das Aufstiegsrecht

Die Anzahl der Mannschaften im Fußballkreis Münster hat zuletzt abgenommen. Dies könnte sich beim Aufstiegsrecht der heimischen A-Liga-Meister bald negativ bemerkbar machen.

Von Manfred Krieg

Die heimischen A-Liga-Fußballer müssen um den zweiten direkten Aufstiegsplatz für die Bezirksliga bangen. Hier jagen die Sportler der Warendorfer SU (rote Trikots) und des BSV Ostbevern dem Leder nach. Foto: Brunner

Gibt es für einen Sportler etwas Schlimmeres, als Meister zu werden und trotzdem nicht aufzusteigen? Dieses Horrorszenario erlebten im Sommer die Fußballer der Warendorfer SU. Sie spielten eine herausragende Saison, doch am Ende gab es eine Aufstiegsrunde, da die A-Liga aufgrund der Pandemie-Auswirkung dreigeteilt war, aber nur zwei Mannschaften aufsteigen durften. Doch dieses Erlebnis der Aufstiegsrunden könnte den A-Ligisten des Kreises Münster schon bald wieder drohen. Der Grund: Die Zahl der Mannschaften nimmt stark ab im Vergleich zu den anderen Kreisen. Zum Ende der Saison 2020/21 gab es noch 139 Teams, im November sind davon nur noch 127 übrig geblieben.

Der Kreisvorstand schlug schon in der Sommerpause Alarm. Jede weitere Abmeldung eines Teams kann den Verlust eines halben Aufstiegsplatzes bedeuten. Aktuell liegt der Restwert bei 0,752, ab 0,750 gibt es einen Aufstiegsplatz, darunter nur noch 0,5, sofern der Restwert mindestens 0,250 beträgt. Es wird eng für die Mannschaften in Münster. „Wir haben die Vereine informiert. Sie sollen alles dran setzen, dass die gemeldeten Mannschaften auch die Saison durchhalten. Das wäre enorm wichtig“, betont Helmut Thihatmar, der Vorsitzende des Kreisfußballausschusses. Das funktionierte leider nicht so wie gewollt, denn mit dem SC Türkiyem Münster und Eintracht Münster II gab es bislang bereits zwei Abmeldungen.

Wichtig für die Berechnungsgrundlage der Aufstiegsplätze der kommenden Saison ist der Mannschaftsbestand am Ende der aktuellen Serie. 29 Kreise gibt es noch im FLVW, Münster hat derzeit den fünfthöchsten Bestand, hatte aber vor einigen Jahren auch davon profitiert, dass sich der Kreis Lüdinghausen auflöste. Einige Vereine schlossen sich dem Kreis Ahaus/Coesfeld an, andere wollten nach Münster. „Diesen Zuwachs haben wir aktuell schon wieder aufgebraucht. Der Trend kann scheinbar nicht so leicht gestoppt werden“, warnt Helmut Thihatmar.

Auffällig im gesamten FLVW ist die „Pandemie-Delle“ von 2021 auf 2002. Insgesamt 92 Mannschaften hat der Verband verloren, so viele wie in keiner anderen Saison zuvor. Zwar hat der Bestand zur aktuellen Spielrunde wieder leicht angezogen, doch erfahrungsgemäß wird dieser wieder durch Rückzüge während der Saison reduziert.

Profiteure des Hare-Niemeyer-Verfahrens sind die Mannschaften des Kreises Beckum. Jahrelang haderten sie damit, nur einen halben Aufstiegsplatz zugesprochen zu bekommen. Die SpVgg Oelde scheiterte gleich zweimal in Folge in den Aufstiegsspielen – ein Jammer. Durch die Aufstockungsregel – Kreise, denen rechnerisch nur ein halber Aufstiegsplatz zusteht, werden auf einen ganzen Platz aufgestockt – darf der A-Liga-Meister des Kreises Beckum nun immer aufsteigen, auch wenn Beckum mit Abstand die geringsten Mannschaftszahlen vorweist. Möglicherweise droht ihnen in Zukunft ein ähnliches Schicksal wie damals dem Kreis Lüdinghausen.

Wenn dem Kreis Münster ein halber Platz abhanden kommt, sollte dann wieder eine eingleisige A-Liga eingeführt werden wie 2014/15? „Davon halte ich wenig. Unser Kreis ist groß, die Fahrten wären enorm weit und die Hälfte der regionalen Duelle würden uns verloren gehen. Das wäre ein zu großer Nachteil im Vergleich zum Vorteil des gesicherten Aufstiegs eines Meisters“, findet Sendenhorsts Trainer Florian Kraus.

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