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Karate: BSV Ostbevern

Lehrer besteht die Prüfung – Jörg Fichna jetzt 5. Dan

Telgte/Ostbevern

Obwohl die Trainings- und Fortbildungsmöglichkeiten in der Corona-Zeit stark eingeschränkt waren, hat der Telgter Jörg Fichna die Prüfung zum 5. Dan bestanden. Er gehöre jetzt, sagt der Abteilungsleiter des BSV Ostbevern, „zur Klasse der echten Karate-Trainer“.

Von Ralf Aumüller

Erst 20 Tage vorher hatte der Telgter Jörg Fichna vom Bundestrainer erfahren, dass er die Prüfung zum 5. Dan absolvieren darf. Foto: Aumüller

Karate erfordert, besonders auf gehobenem Niveau, ein großes Maß an Disziplin und Körperbeherrschung. Das schützt aber nicht zwangsläufig vorm Nervenflattern. „Klar war ich nervös“, sagt Jörg Fichna nach seiner Dan-Prüfung. „Meine größte Befürchtung war, dass ich einen Blackout habe“, gesteht der Telgter. Er versuche es dann immer mit einem Tunnelblick.

Die simple, aber effektive Strategie ist aufgegangen. Im Rahmen eines Lehrgangs des Dachverbandes SKID (Shotokan Karate International Deutschland) in Löbau bestand Fichna jetzt die Prüfung zum 5. Dan. Und das mit stark eingeschränkter Vorbereitung: Die Drei-Tages-Fortbildung in Sachsen mit 115 Karateka aus ganz Deutschland war der erste große Lehrgang seit fast zwei Jahren.

Berufung vom Bundestrainer

Erst 20 Tage vorher hatte der Abteilungsleiter des Karate-Dojo beim BSV Ostbevern erfahren, dass er die Prüfung zum nächsthöheren Grad ablegen darf. Dazu können sich die Kampfsportler nicht nach eigenem Ermessen anmelden, sondern werden von Bundestrainer Akio Nagai höchstpersönlich aufgefordert.

„Ab da habe ich mich wie bescheuert vorbereitet“, sagt Fichna, freiberuflicher Designer. Übungsmöglichkeiten in der Gruppe gab es kaum in der Corona-Zeit. Der 51-Jährige hatte sich, wie so viele andere auch, mit Online-Training fitgehalten. „Das hat mir sehr geholfen, und ich habe es auch meinen Schülern angeboten.“

In der Prüfung gebe es nichts grundsätzlich Neues, „aber der 5. Dan ist auch kein Spaziergang“, so Fichna. Über seine Leistungen richtete in Löbau eine fünfköpfige Jury. Zuerst musste Fichna ein festgelegtes Grundprogramm vorführen, in dem spezielle Techniken abgefragt werden. Dann folgte eine Kata, eine Art imaginärer Kampf mit traditionellen Bewegungsabläufen. 26 verschiedene Formen gibt es. Der Prüfling weiß vorher nicht, welche drankommt, muss aber alle beherrschen. Ein Freikampf mit einem Gegner bildete den Abschluss der Prüfung – und das erfolgreiche Ende für den Telgter.

Jörg Fichna

Die Auszeichnung bedeutet ihm viel. „Als 5. Dan gehöre ich zur Klasse der echten Karate-Trainer.“ Karate-Training dürfe jeder geben, als 5. Dan gelte man offiziell als Sensei, als Meister – „als gereifter Lehrer“, wie es Fichna formuliert.

Er sieht sich selbst mittlerweile weniger als aktiver Athlet, sondern als Karate-Lehrer, der sein Wissen weitergibt. „Das als Lebensaufgabe zu bezeichnen, wäre mir zu viel“, sagt Fichna. „Es ist eine Passion. Karate ist eine Lebenseinstellung und Lebensgestaltung.“

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