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Reiten: Bundeschampionate

Pferdewelt schaut fünf Tage auf Warendorf

Warendorf

Bei den Bundeschampionaten wird Warendorf wieder für fünf Tage im Mittelpunkt der Pferdewelt stehen. Aber dieses Event ist nicht nur sportlich interessant, sondern auch wirtschaftlich von großem Wert für die Kreisstadt.

Von und

Nach zwei Jahren mit deutlichen Corona-Einschränkungen wird bei den diesjährigen HKM-Bundeschampionaten in Warendorf wieder ein volles Haus erwartet. Foto: Hartwig

Wenn am 31. August in Warendorf die HKM-Bundeschampionate beginnen, schaut nicht nur die deutsche Pferdewelt auf die Kreisstadt an der Ems. Menschen aus zahlreichen Ländern sind dann als Teilnehmer, Pferdebesitzer oder Zuschauer vor Ort. Noch viel mehr verfolgen das Geschehen auf dem Gelände des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) via Internet. Doch die seit 1994 hier ausgetragenen Bundeschampionate haben nicht nur Warendorfs Bekanntheitsgrad in der Welt weiter gesteigert, sie sind auch zu einem wesentlichen Wirtschaftsfaktor für die Stadt und die Region geworden. Dies hat die Stadt Warendorf auch erkannt und im Juni eine finanzielle Förderung der Großveranstaltung in Höhe von insgesamt 75 000 Euro über die nächsten drei Jahre zugesagt.

Volker Wulf, Chef der Agentur Engarde, die die Vermarktung betreut, kann die wirtschaftliche Bedeutung der Veranstaltung gut darstellen: „Die Bundeschampionate haben einen Etat von rund einer Million Euro. Nach anerkannten Wirtschaftsstudien kann man davon ausgehen, das noch dreimal so viel Euro rund um das Turnier umgesetzt werden, etwa in Gastronomie, Hotelgewerbe und in der Dienstleistungsbranche, kommen doch etliche Dienstleister rund um die Championate aus dem Raum Warendorf. Die finanzielle Unterstützung durch die Stadt ist deshalb eine zukunftsorientierte Entscheidung, kommt doch durch die Veranstaltung ein x-faches an Geld wieder rein. Zudem kommen dadurch Menschen nach Warendorf, die sonst wahrscheinlich diese schöne Stadt nie besucht hätten.“

Auch andere Kommunen haben erkannt, dass die finanzielle Förderung von Großereignissen ihnen zahlreiche Vorteile bringt. Im niederländischen Peelbergen etwa wurde mit Unterstützung durch EU-Mitteln und Fördermitteln der Region ein riesiges Pferdesportzentrum errichtet, in dem sich fast wöchentlich bei Turnieren Reiter vorwiegend aus Holland, Deutschland und Belgien an den Start gehen. So wurden in Peelbergen zahlreiche Arbeitsplätze geschaffen und es fließt beständig Geld in die Region.

Auch Gerd Leve, Inhaber des Hotels „Im Engel“ begrüßt die Entscheidung der Stadt, sich an den Bundeschampionaten zu beteiligen: „Für die wirtschaftliche Entwicklung, aber auch den Bekanntheitsgrad der Stadt war es auf jeden Fall eine richtige Entscheidung, sich auch finanziell zu engagieren. Denn wir in Warendorf sitzen ja alle in einem Boot. Wenn wegen der Bundeschampionate viele tausend Menschen nach Warendorf kommen, haben wir alle etwas davon.“

Welche Bedeutung die Veranstaltung für das Hotel hat, sieht man daran, dass man hier mindestens ein halbes Jahr im Voraus ein Zimmer reservieren muss, um bei den Bundeschampionaten „Im Engel“ zu übernachten.

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