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Fußball: DJK BW Greven

Brünker und die wilde 13

Greven

Die Fußballerinnen von DJK BW Greven befinden sich eindeutig im Aufwind. Das junge Team – viele Spielerinnen könnten noch im Jugendbereich um Punkte kämpfen – spielt in der Kreisliga eine sehr gute Rolle. Möglicherweise greifen die Grevenerinnen sogar in den Kampf um den Aufstieg ein. Damit sei in dieser Form sicher nicht zu rechnen gewesen, räumt auch Trainer Andreas Brünker ein.

Stefan Bamberg

Mit einer besseren Mädchenmannschaft gehen die DJK-Damen an den Start – und mit Erfolg. Foto: Stefan Bamberg

Am ersten Dezember-Sonntag so um zwanzig nach vier macht Andreas Brünker den Kloppo. Rennt von der Trainerbank aus los, über den Ascheplatz, in den Strafraum. 93. Minute. Es war eine Ecke, die Borussia Münster gegen verletzungsbedingt nur noch zehn Grevenerinnen nicht klären konnte, Birte Schultze-Ueberhorst hatte nachgesetzt – und dann Tor! Tor! Tor! Der 2:1-Siegtreffer, der nächste Heimsieg – vielleicht der Moment des Jahres für die Fußballfrauen der DJK Greven.

Und womöglich ist er für Coach Brünker – der beim Gedanken an diese Szene noch drei Wochen später klingt, als riefe er direkt aus dem Sechzehner an – und seine Schützlinge auch eine kleine Belohnung für eine mutige Entscheidung. „Wir sind mit einer verstärkten B-Jugend in den Erwachsenen-Fußball gegangen – keiner konnte wissen, was passieren würde“, sagt Brünker.

Zur Winterpause stehen die Blau-Weißen auf Rang vier der Kreisliga B, mit nur einem Pünktchen Rückstand auf den Relegationsplatz. Ein auf Kante genähter Kader strickt an einer großen Überraschung: Gerade in der Schlussphase der Hinrunde fuhren sie manchmal nur mit 13 Spielerinnen irgendwo hin – eine wilde 13 fürwahr!

Die meisten haben ihre komplette Kickerinnen-Laufbahn zusammen verbracht, der Chef dabei meistens – genau, Sportskamerad Brünker: „Es ist natürlich ein Riesenvorteil, dass wir uns schon so lange kennen.“ In dieser Truppe, beobachtet er mithin stolz, gibt’s mehr als Dienst nach Vorschrift: „Da werden fürs Team andere Termine abgesagt, einige Mädchen sind sogar zu Auswärtsspielen nachgereist – überragend!“

Stichwort reisen: Man munkelt, dass Andreas Brünker bei mehreren Spielerinnen als Begleitperson für den Führerschein mit 17 eingetragen ist oder wird, um den Spielbetrieb zu gewährleisten – die wenigsten hier dürfen schon alleine Auto fahren. Unterm Strich stehen bislang acht Siege in 13 Begegnungen – nur beim UFC Münster bekamen sie im letzten Match vor Weihnachten so richtig Haue, 0:5. „Ein lehrreicher Tag“, schmunzelt Brünker, der bis zum späten Rückrundenstart (6. März) anders als im Sommer eine echte Vorbereitung geplant hat.

Mit drei Neuzugängen: Michelle Dahlhoff und Gina Suwelack kommen hinzu, Pia Witthinrich zurück – in ein Team, das frisch nach vorn geht: „Zu unseren Heimspielen kommen Zuschauer, viele Leute fragen nach, wie wir gespielt haben“, erzählt Brünker. „Es macht gerade unglaublichen Spaß.“

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