Frauenfußball: DJK BW Greven in der Saison 2019/2020

Die Party geht weiter

Greven

Sie rennen mehr und meist schneller als ihre Gegnerinnen – da kann man getrost sagen: Läuft bei ihnen! Die Kreisliga-Kickerinnen der DJK Greven surfen auch in ihrer zweiten gemeinsamen Saison auf der Erfolgswelle.

Stefan Bamberg

Die Damen der DJK spielen erneut eine tolle Saison Foto: Stefan Bamberg

Wenn das Phrasenschwein Romane schriebe, wäre der mit dem Titel „Das verflixte zweite Jahr“ definitiv ein Bestseller. Denn wie oft hat’s das schon gegeben: freche Aufsteiger machen eine Saison lang so richtig Rambazamba – nur um in der darauf folgenden auf Nimmerwiedersehen in den Fußball-Niederungen zu verschwinden. Oder: Du wirst nach zwei Hattricks als kommender Weltstar gefeiert – und zwölf Monate später wachst Du plötzlich bei Schalke 04 auf! Nun, die Chancen stehen ganz gut, dass die Fußballfrauen der DJK von vergleichbaren Horrorszenarien verschont bleiben – trotz des verflixten zweiten Jahres.

Rückblick: Es war im Sommer 2018, als sich rund 15 Grevener Mädchen, eine verstärkte B-Jugend, ins Abenteuer Kreisliga B stürzte. Im Mai endete diese Premiere auf einem sehr respektablen fünften Tabellenplatz. Und jetzt? Geht die Party weiter. Fünf Spieltage, zwölf Punkte, wieder ein Rang im oberen Mittelfeld – und das alles bei nur zwei Gegentoren. Trainer Andreas Brünker nimmt da das Fazit gerne vorweg: „Es macht immer noch unglaublich viel Spaß.“

Und das mit dem Spaß scheint sich rumgesprochen zu haben: Romina Cavallo, Juliane Siemon, Meike Drees und Tjorven Inkmann sind neu bei der DJK. Bemerkenswert: Inkmann ist mit steinalten 23 Lenzen (!) die Erfahrenste im Kader. Eine Altersstruktur, die besondere Herausforderungen verursacht: Drei aus der eingeschworenen blau-weißen Gang verfolgen die Saison nämlich aus weiter Ferne – sie erleben ein Auslandsjahr. Vielleicht sollten die daheim gebliebenen Kolleginnen am 8. Oktober einen Liveticker starten: Denn an jenem Abend gibt sich Landesligist GW Amelsbüren in der Emsaue die Ehre – zur zweiten Pokalrunde, die sich die Brünker-Elf mit einem 3:0-Knaller-Sieg über A-Liga-Mitglied Westbevern gesichert hat. „Das sind Highlights, auf die Du Dich einfach tierisch freust“, sagt Brünker – und ergänzt: „Völlig unabhängig vom Ergebnis – in solchen Spielen kann man sich immer was abschauen.“

Zum Beispiel Fähigkeiten, die den Grevenerinnen für höhere Aufgaben (noch) fehlen: „Wir müssen auf dem Rasen etwas lauter werden“, meint der Coach, der sich gelegentlich für seine Truppe verbal in die Zweikämpfe schmeißt. Was die jungen blau-weißen Wilden dafür immer liefern: Usain-Bolt-Fußball. Einfach mehr und schneller rennen als die anderen – läuft bei ihnen! „Diese Fitness ist unser großes Plus“, weiß Brünker.

Fast kurios, dass sich der Übungsleiter ausgerechnet noch eine Verstärkung wünscht, die keine Kilometer fressen muss: „Eine zweite Torhüterin wäre wirklich cool.“

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