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Fußball: Kreisliga B1 Münster

DJK-Coach Sven Hehl: „Ich bin ein bisschen anstrengend!“

Greven

Jugendtrainer beim 1. FC Köln und bei Bayer 04 Leverkusen war er schon: Sven Hehl, neuer Coach der DJK-Fußballer. Doch warum es verschlägt so jemanden in die B-Liga? Ganz einfach, wie er uns im Interview verrät: Weil das Umfeld passt.

Stefan Bamberg

Sven Hehl übernahm die DJK-Fußballer zu Saisonbeginn. Sein bisheriger Eindruck von Mannschaft und Umfeld: Es passt. Vor allem der vorherrschende Realismus im Verein imponiert ihn. Foto: Stefan Bamberg

Ein Mann, ein Sport! Für Sven Hehl kann man die maskuline Redensart getrost mal ans runde Leder anpassen – denn: Der 44-Jährige ist nicht nur neuer Coach der DJK Greven, sondern verdient seine Brötchen als Fußball-Redakteur für Trainingsliteratur. Mit seiner Familie lebt der zweifache Papa in Nordwalde – ist aber seit ein paar Wochen vermehrt in der Emsaue zu sehen. Was er dort plant, verriet er unserem Reporter Stefan Bamberg nach dem Finalsieg bei der Stadtmeisterschaft.

Sven Hehl, wer Sie googelt, stößt relativ schnell auf Ihr Xing-Profil: Dort suchen Sie „leistungsorientierte Fußballvereine mit echtem Interesse an Weiterentwicklung“. Was genau heißt das für Sie und warum glauben Sie, bei der DJK in dieser Hinsicht fündig geworden zu sein?

Sven Hehl: Das Profil ist schon älter – und der Satz klingt beim ersten Lesen vielleicht etwas hochtrabend. Aber ich sehe mich grundsätzlich als leistungssportlich orientierten Trainer. Wobei Leistungssport für mich bedeutet, dass ein Sportler im Rahmen seiner Möglichkeiten alles gibt, um sich zu verbessern. Meine Aufgabe ist es, die Spieler zu entwickeln, genau das macht mir Spaß. Und über diese Weiterentwicklung definiere ich mich – ich habe den Eindruck, hier im Verein Leuten zu begegnen, die sich darauf einlassen. Was die Mannschaft bisher investiert, stimmt mich sehr optimistisch.

Aber sorry, gestatten Sie mir die Skepsis: Warum gehen Sie mit dieser Philosophie ausgerechnet in die Kreisliga B? Zumal Sie Sport studiert haben und bereits Jugendtrainer bei Bayer Leverkusen und dem 1. FC Köln waren.

Hehl: Für mich ist eine reizvolle Aufgabe keine Frage der Liga. Entscheidend ist, dass das Umfeld passt. Bei der DJK bin ich auf sehr realistische Einschätzungen getroffen, was die sportliche Ausrichtung angeht: In einer Saison kann so viel passieren, da kann man sich nicht ausschließlich über Tabellenstände definieren oder sagen, der Wiederaufstieg muss unbedingt sofort gelingen. Wir wollen eine Mannschaft aufbauen, die sich als Gemeinschaft präsentiert und sich mit dem Verein identifiziert. Und die bereit ist, sich über das normale Maß hinaus zu engagieren.

Engagement über das normale Maß hinaus – geben Sie bitte ein Beispiel.

Hehl: Ich meine damit, dass man viele Dinge selber organisieren kann – vieles von dem, was einem im Profifußball von einem großen Betreuerstab abgenommen wird. Das fängt damit an, dass die Spieler selbstständig dafür sorgen, dass es bei jedem Spiel Obst und Musik in der Kabine gibt. Und das hört mit der eigenständigen Verwaltung aller Materialien auf. Es geht um eine klare Zuteilung von Verantwortlichkeiten – und damit letztlich darum, die Spieler als gestandene Erwachsene zu behandeln. Unser Gesamtprojekt kann nur erfolgreich sein, wenn wir alle an einem Strang ziehen.

Das klingt gut – aber ein bisschen, sagen wir…

Hehl: Anstrengend? Ja, absolut – ich bin anstrengend! Aber ich bin eben dafür verantwortlich, die Jungs immer auf Spannung zu halten – und sofort zu erkennen, wer gerade in einem Motivationsloch steckt, wer gerade Hilfe braucht.

Und jetzt ab auf den Platz: Welche Spielidee schwebt Ihnen vor?

Hehl: Es wäre nicht so schlau, das in der Zeitung zu verraten. Was sicher ist: Mit nur einer Spielidee kommt man nicht durch die Saison. Mein Auftrag ist, dass wir variabel agieren und jederzeit neue, kreative Wege finden.

Werden Sie dafür noch an der Zusammensetzung des Kaders schrauben?

Hehl: Meine Kaderplanung ist abgeschlossen. Wir haben einen starken Zusammenhalt in der Mannschaft, ich sehe uns sowohl in der Spitze als auch in der Breite gut aufgestellt. Bisher erlebe ich eine Truppe, die zu hundert Prozent mitzieht.

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