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Jahreshauptversammlung des SC Reckenfeld – ohne den erwarteten Vorsitzendenwechsel

Er bleibt noch ein bisschen

Reckenfeld

Er bleibt doch ein paar Monate Vorsitzender des SC Reckenfeld – Andrew Termöllen. Allerdings nur bis zum kommenden Sommer. Das gab Termöllen auf der Jahreshauptversammlung des SCR bekannt.

Stefan Bamberg

Das neue Clubheim war Schauplatz und Gesprächsthema bei der Versammlung des SC Reckenfeld. Auf der sich Überraschendes zutrug: Andrew Termöllen (kleines Foto), der seinen Rückzug angekündigt hat, bleibt doch noch Vorsitzender. Aber nur bis nächsten Sommer. Foto: Stefan Bamberg

Reckenfelder Nachwuchs-Sportler, die nächsten Sommer in die weiterführende Schule kommen, haben noch nie einen anderen deutschen Fußballmeister als Bayern München erlebt. Für die kindliche Entwicklung ist das natürlich fatal. Wer rund um den Wittlerdamm bald erwachsen wird, der kennt keinen anderen SCR-Vorsitzenden als Andrew Termöllen. Das wiederum verbucht der Verein als Glücksfall für sein Wachsen, Blühen und Gedeihen. Darum lassen sie ihren Vorturner noch nicht gehen: Bei der Jahreshauptversammlung blieben die erwarteten Personal-Neuigkeiten aus. Termöllen bleibt noch ein bisschen, macht die 18 Jahre auf dem Chefsessel voll – und geht erst im nächsten Juni. „Dann aber wirklich“, versichert er.

Die neue Führungsriege um den aktuellen Vize Carsten Spielmann – der, wenn nichts ganz Verrücktes passiert, Termöllens Nachfolger werden soll – kauert schon in den Startblöcken. Rennt aber auf eigenen Wunsch noch nicht los, denn: Maskiert, mit Sicherheitsabstand und ohne Handschlag – so wollten sie den Dino unter den lokalen Sportvereinsvorsitzenden nicht verabschieden. Und haben ihn so bei der Vorstandssitzung vor zwei Wochen überredet, seine zweijährige Amtsperiode zu Ende zu bringen – wie es im Übrigen auch die Clubsatzung regulär vorsieht.

Zumal auch Termöllen selbst das Gefühl beschlich, dass er zwar fast, aber eben noch nicht ganz fertig habe: „Es gibt noch ein bisschen was zu tun“, ruft er seinen Sportkameraden zu. Allerlei Zeug muss aus der Ortsmitte noch zur neuen Heimat am Wittlerdamm rübergeschafft werden, wo ferner auch bald die Sanierung des kleinen Altbaus auf der ansonsten ja funkelnagelneuen Anlage ansteht.

Die – Überraschung, Überraschung! – am Freitag nicht nur Schauplatz, sondern auch Gesprächsthema Nummer eins war: Von „Gänsehaut, wenn wir hier trainieren“ berichtet Turn-Abteilungsleiter Wladimir Zielke, sein Kollege Simon van Raalte von „einer bekloppten Idee, die Wirklichkeit wurde“ – und meint damit die neue Kegelbahn, die seinen SCR-Keglern seit dieser Saison als Zweitliga-Heimspielstätte dient.

Auf jeden Fall erste Liga sei sogar das Engagement der Mitglieder gewesen, das die zügige Fertigstellung erst ermöglicht habe: „So viele von Euch haben mit angepackt – Wahnsinn!“, bilanziert Termöllen glücklich.

Auch er ahnte bei der Eröffnung im letzten Advent natürlich nicht, dass der eigentliche Wahnsinn noch bevorstünde: Lockdown im Frühjahr, Sport ist seitdem anders. Aber immerhin wieder da: „Es war toll zu sehen, dass die Reckenfelder auch in Krisenzeiten zum SCR stehen.“ Übungsleiter verzichteten auf Geld, Mitglieder auf Beitragsrückzahlungen – ja, im Gegenteil: Der Club wuchs noch. Allein seit Juni sind 78 frische Beitrittsanträge eingetrudelt, 932 Menschen gehören damit fest dem SCR an – zählt man, ein bisschen wohlwollend, die Kursteilnehmer hinzu, ist jüngst die 1000er-Marke geknackt worden.

Dann gibt’s noch Zahlen zu vermelden, nichts Wildes bei den laufenden Einnahmen und Ausgaben – dafür bemerkenswerte 138 000 Euro Spenden, die dem Verein beim Abstottern des Eigenanteils fürs neue Sportgelände enorm helfen.

Ebenso wie ein Projekt, das nicht nur die Finanzen in den knallgrünen Bereich bringen soll: Bei der SCR-Baumpflanzaktion können Bürger das Stadion am Wittlerdamm mit ihrem ganz persönlichen Strauch oder Baum verschönern, von A wie Ahorn bis Z wie Zierapfel. Auch Andrew Termöllen plant übrigens, sich seinen eigenen Baum zu sichern – sowas bleibt nämlich. Selbst wenn er im Sommer 2021 dann wirklich geht.

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