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Leichtathletik: „Wings for Life World Run“

Für die laufen, die es nicht können

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Wichtiger als die Platzierung war jedoch, dass am Ende zwar alle erschöpft, aber wohlbehalten den Lauf beendeten.

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Henrik und Sebastian Peine liefen in Südspanien beeindruckende 33,3 und 29 Kilometer. Foto: Frank Simon

Am vergangenen Sonntag, punkt 13 Uhr, war es wieder so weit: die siebte Auflage des „Wings for Life World Runs“ startete. Wer angesichts des bombastischen Titels jetzt denkt, dass die Meldung hier im lokalen Sportteil wohl fehl am Platz sei, irrt. Nicht nur in New York, Paris, München oder Rom fand das Spektakel statt, sondern auch in der Kroner Heide und an vielen anderen Stellen der Welt.

Mehr als 184 000 Läufer, Walker und Rollstuhlfahrer in 171 Ländern der Erde waren dem Aufruf zu dem virtuellen Rennen gefolgt, um so Geld für die Rückenmarksforschung zu sammeln. Aufgabe war, so lange zu laufen, bis das „catcher- car“, ein virtuelles Auto, die Athleten überholte.

Es setzte sich 30 Minuten nach dem Start zunächst langsam, dann aber mit wachsender Geschwindigkeit in der eigens für den Lauf geschaffenen App in Bewegung. „Endlich mal wieder ein Event, für das es sich lohnt zu trainieren“, schwärmte Martin Scharf noch vor dem Rennen und freute sich auf den Wettstreit, den er sich mit Triathlon-Kollegen Matthias Kütz liefern wollte.

Konstantin Block, Edna Wenning und Frank Simon, die übrigen Mitglieder der kleinen Truppe, die sich Corona konform mit weitem Abstand zum Start aufgestellt hatten, waren etwas verhaltener: 28 Grad und böiger Südwind ließen erahnen, dass es wohl anstrengend werden würde, die je nach Trainingszustand und Ambition als Ziel gesetzten 15 bis 25 Kilometer zu erreichen. Die beiden eingerichteten Versorgungsstellen auf dem Acht-Kilometer-Rundkurs würden wohl dringend benötigt werden.

Besonders weiten Abstand von den Kollegen hatten Sebastian Peine und sein Bruder Henrik gewählt, die den Lauf in Südspanien absolvieren wollten. Mit 34 Grad war es bei ihnen noch etwas wärmer. Dafür zeigten sie mit beeindruckenden 33,3 und 29 Kilometern eine tolle Leistung, die ihnen eine Platzierung unter den Top 1 000 Läufer weltweit einbrachte.

In der Kroner Heide forderten der Corona bedingte Trainingsrückstand, die Temperaturen und der Wind doch ihren Tribut: nach einem furiosen Auftakt mussten Scharf und Kütz nach zwei Dritteln der geplanten Strecke einsehen, dass sie das Rennen bei dem Wetter doch zu schnell angegangen waren. Der bis dahin weit abgeschlagene Simon machte Meter um Meter gut und konnte sie am Ende sogar noch überholen. Mit der Ansage im Ohr, dass das „catcher car“ nur noch 300 Meter hinter ihm sei, konnte er gerade noch die Zwischenzeit für den Halbmarathon stoppen. Am Ende reichte es für Platz 81 der weltweit mehr als 1200 Läufer seiner Altersklasse.

Wichtiger als die Platzierung war jedoch, dass am Ende zwar alle erschöpft, aber wohlbehalten den Lauf beendeten und somit auch in der Kroner Heide ein kleiner Beitrag geleistet werden konnte, dass in Zukunft eine Querschnittslähmung vielleicht einmal geringere Folgen als heute für die Betroffenen hat. Die ersten Buchungen für den Lauf im nächsten Jahr sind auch schon getätigt.

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