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Wie der Sport wieder in Bewegung kommen soll

Golf und Tennis – warum nicht. . .

Greven

Während Sportler in Mannschaftssportarten noch warten müssen, ehe sie wieder ihrem Hobby nachgehen können, könnte es in Einzelsportarten schon bald zu Lockerungen der bisherigen Beschränkungen kommen.

Sven Thiele

Aktuell geht nichts auf den Grevener Sportplätzen. Zumindest einige Sportarten dürften bald wieder möglich sein. Foto: Sven Thiele

Dass sich Tennisspieler bei ihrem Sport nur selten in die Quere kommen, wirkt sich derzeit zu ihrem Vorteil aus. Während die meisten Hallen- und Mannschaftssportarten angesichts der Corona-Pandemie nicht mit einer Lockerung der Verbote rechnen können, besteht für Tennisvereine die Hoffnung auf einen baldigen Saisonstart. Das Land NRW zögert noch, aber Brandenburg, Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern erlauben das Tennisspielen bereits seit Montag wieder. „Ich glaube ganz bestimmt, dass in bestimmten Sportarten Lockerungen bald kommen werden“, meint auch Werner Jacobs. Der Vorsitzende des Stadtsportverbandes (SSV) hofft, dass der gänzlich zum erliegende Vereinssport spätestens Anfang Mai wieder Fahrt aufnimmt. Zumindest allmählich und unter bestimmten Voraussetzungen.

Mit seinem Vorstoß in der vergangenen Woche hat der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) die Diskussion eröffnet und quasi den ersten Ball gespielt. Der DOSB empfiehlt eine behutsame Wiederaufnahme gemeinsamer sportlicher Aktivitäten und hat dazu zehn Punkte ins Spiel gebracht, die sich wie ein Kriterienkatalog lesen. Dazu gehören Distanz- und Hygieneregeln, das Präferieren von Freiluftaktivitäten und der Verzicht auf Körperkontakte.

Tennis taugt als Beispiel für eine Sportart, die diese Kriterien erfüllt. Werner Jacobs fallen weitere Angebote ein, bei denen er sich Lockerungen vorstellen kann. „Ein Segelflieger kann beim Einzelflug niemanden anstecken.“ Abstandsgebote seien auch beim Golf, Angeln oder Kanufahren gegeben, so Jacobs. „Sobald bestimmte Regularien zum Schutz eingehalten werden, muss es Lockerungen geben“, folgert der SSV-Vorsitzende.

„Natürlich kommen so langsam Fragen nach einer Wiederaufnahme des Sportbetriebes auf“, gibt Jacobs das Stimmungsbild in den Vereinen wieder. Die hätten sich bisher in seiner Wahrnehmung „vorbildlich“ verhalten. Gleichwohl gelte es, auf neue Entwicklungen zu reagieren. „Das Schlimmste wäre es, gar keine Maßnahmen zu treffen.“

Jacobs kann sich auch gut vorstellen, den Sportbetrieb in den Sommer hinein zu verlängern und Sportplätze und Hallen anders als sonst in den Ferien für Vereinssport vorzuhalten. Dazu befindet er sich im Austausch mit der Stadt Greven, die ihm signalisiert hat, auf die Belange des Vereinssports Rücksicht zu nehmen und ihn in die weiteren Planungen einzubeziehen.

Wenig Hoffnung auf eine baldige Rückkehr zum normalen Sportbetrieb besteht dagegen für Mannschaftssportarten. Fußballer, Handballer, Volleyballer und Basketballer: Sie alle müssen sich wohl weiterhin in Geduld üben. Die Chance, in nächster Zeit an Turnieren teilzunehmen oder welche auszurichten, stehen ebenso nicht gut. Seinen für Ende Mai geplanten Pfingst-Cup hat der SC Greven 09 bereits gecancelt.

Überdies: Zunächst gilt weiterhin die Coronaschutzverordnung des Bundesministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales, die jeglichen Sportbetrieb in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen sowie alle Zusammenkünfte in Vereinen und Sporteinrichtungen untersagt. Die Rechtsverordnung endet am 3. Mai. Spätestens dann dürften allerdings die Diskussionen um Lockerungen an Fahrt aufnehmen.

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