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Fußball: Westfalenpokal

Greven und der nächste Favoritensturz?

Greven

Diese Extraschicht haben sich die Bezirksliga-Fußballer von Greven 09 höchstselbst verdient: Nachdem er zwei Mal Favoritenschreck gespielt hat, lädt der Sport-Club am Donnerstagabend zur dritten Runde im Westfalenpokal. Gegner ist dann die Spielvereinigung Vreden, ihres Zeichens Oberligist.

Von Niklas Groß

In Erwartung einer intensiven Auseinandersetzung: Marcel Lukas, hier im Erstrunden-Spiel gegen Vorwärts Wettringen, und seine Teamkollegen fordern in Runde drei des Westfalenpokals die Spielvereinigung Vreden. Foto: Stefan Bamberg

Es sind die Wochen des Flutlichts beim SC Greven 09 und damit die Wochen für die ganz großen Spiele. Am zurückliegenden Donnerstagabend spielte Greven die dritte Runde des Kreispokals, bot Landesligist Borussia Münster bis ins Elfmeterschießen Paroli und unterlag schließlich hauchzart mit 7:8. Am Donnerstag (20 Uhr) kommt der Oberligist Spielvereinigung Vreden nach Greven, das Achtelfinale im Westfalenpokal steht an. Und am Freitag in einer Woche schlägt Concordia Albachten zum Bezirksliga-Spitzenspiel bei 09 auf.

Kein Spiel des Jahres

„Es geht knackig zur Sache“, bemerkt 09-Trainer Marcel Pielage, „das ist immer schön“. Zum Spiel des Jahres aber möchte er keine der Partien erheben. In der Meisterschaft käme das zu früh. Gleichwohl liegt auf eben dieser der Fokus des Teams. Weshalb das Westfalenpokal-Achtelfinale am Donnerstag auch einfach unter „einem sehr besonderen Spiel“ (Pielage) läuft. Und womit? Mit Recht.

Selbstbewusst ins Duell

Greven 09 ist der einzige verbliebene Bezirksligist im Verbandspokal und damit das klassenniedrigste Team. In den vergangenen Runden war der Sport-Club für die Überraschungen zuständig, kegelte in Vorwärts Wettringen und Türkspor Dortmund jeweils Landesligisten aus dem Wettbewerb. Jetzt darf sich mit Vreden ein Oberligist am aufmüpfigen Greven versuchen. Und Trainer Pielage denkt gar nicht daran, schon im Vorfeld der Partie klein beizugeben. Die Chancen auf eine Sensation taxiert er eiskalt auf 50:50 – wenn schon Pokal, dann selbstbewusst. „Wir sind gut drauf, wir haben ein Heimspiel. Ich traue uns eine Menge zu“, sagt Pielage in aller Gelassenheit.

In der Saison angekommen

In der Tat ist 09 angekommen in dieser Saison, robbte sich zuletzt mit drei Siegen in Serie an die Bezirksliga-Spitze vor. Auch, weil das Team ein hohes Tempo aufs Grün bringt, den Ball mit wenigen Kontakten zirkulieren lässt. „Und das Trainingsniveau ist sehr hoch“, bemerkt Pielage. „Wir haben immer 18, 19 Jungs im Training und somit nicht nur eine hohe Qualität, sondern auch eine gewisse Quantität.“ Lobend erwähnt der Übungsleiter hier auch die acht A-Junioren, die sich mittlerweile akklimatisiert hätten.

Pokalspiele Segen wie Fluch

Das geschätzte Training ist auch der Grund, weshalb Pielage die Pokal-Ausritte seiner Farben durchaus zwiegespalten sieht. „Es fällt dafür ja meist eine Einheit weg, und die Spieler, die nicht zum Einsatz kommen, sitzen dann völlig auf dem Trockenen“, so der Coach, der gegen Vreden wie schon in den Vorwochen auf zwei Leistungsträger verzichten muss: Philipp Brüggemeyer fällt mit Oberschenkelpro­blemen aus, Bernd Lakenbrink mit einem gebrochenen Zeh.

Gegner will wohl mitspielen

Passend zum Pokalspiel befindet sich derweil auch die SpVgg Vreden im Aufwind. Die Mannen aus dem Kreis Borken sind zwar nur Oberliga-Vierzehnter, kommen aber mit der Empfehlung von zuletzt zwei Siegen in Folge, den ersten in dieser Spielzeit. Pielage jedenfalls freut sich auf einen Gegner, der – als Kontrastprogramm zum Bezirksliga-Alltag – mitspielen, ja womöglich gar das Spiel an sich reißen will. „Pressing ist unser Steckenpferd. Dann ein schnelles Umschaltspiel... Das könnte uns liegen“, sagt Pielage. Dessen Elf träfe, wenn sie gegen Vreden eine weitere Sensation schafft, auf den Sieger der Partie zwischen Oberligist Westfalia Rhynern und Regionalligist Rot-Weiß Ahlen. Es wäre nicht weniger als die Fortsetzung der Flutlicht-Wochen für den SC Greven 09.

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