Interview mit dem designierten SSV-Vorsitzenden Andy Storkebaum

Kein Alpha-Tier, sondern Bindeglied

Greven

Andy Storkebaum wird Werner Jacobs im Amt des ersten Vorsitzenden beim Stadt-Sport-Verband Greven nachfolgen. Der Grevener kennt die heimische Sportszene in- und auswendig und hat sich intensiv auf seinen neuen „Job“ vorbereitet.

Martin Weßeling

Andy Storkebaum sieht sich als Moderator und Dienstleister der Grevener Sportler. Foto: hri

In Zeiten wie diesen den Vorsitz beim Grevener Stadt-Sport-Verband zu übernehmen – das kann sich durchaus zu einer ziemlich sportlichen Mission auswachsen. Und die ist mit einem ungewissem Ausgang versehen, weil im Amateursport aktuell wenig geht. Doch auch, wenn Andy Storkebaum im Moment nur leere Sportplätze und Hallen vor sich sieht und den Aktiven momentan damit die Basis fehlt, geht der Nachfolger von Werner Jacobs seinen neuen „Job“ mit einer gehörigen Portion Ehrgeiz an. Im Gespräch mit Sportredakteur Martin Weßeling lässt Storkebaum durchblicken, dass er mit den Grevener Sportlern viel vor hat in den kommenden Jahren – trotz Corona und anderen Unwägbarkeiten.

Hallo Herr Storkebaum, eine wichtige Frage vorneweg: Wird man Sie am 29. April, am Tag der SSV-Mitgliederversammlung, persönlich kennenlernen dürfen, oder geht das corona-konform nur digital?

Storkebaum: Das ist dann gleich eine Frage, die ich nicht wirklich beantworten kann. Ich sage mal so: die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber im Prinzip müssen wir davon ausgehen, dass es eine Online-Veranstaltung wird.

Schade, so hatten Sie sich Ihre erste Sitzung als neuer Chef des SSV sicher nicht vorgestellt. Zwar müssen Sie erst noch offiziell ins Amt gewählt werden, doch daran bestehen wohl keine Zweifel. . .

Storkebaum: Ich gehe nicht von Problemen aus, denn ich bereite den Übergang ja schon seit gut zwei Jahren zusammen mit Werner Jacobs vor. Und ja, wenn die Versammlung digital stattfinden sollte, ist das sehr schade, aber eben nicht zu ändern. Es fehlt dann einfach der persönliche Kontakt, das persönliche Kennenlernen, die Mimik, die Körpersprache. Das sind alles Dinge, die virtuell einfach nicht funktionieren.

Da ist es ja gut, dass Sie schon seit Jahren ziemlich gut vernetzt sind in der Grevener Sport-Welt.

Storkebaum: Das könnte noch viel besser sein, ich glaube, ich kenne die Grevener Sportler eigentlich noch nicht gut genug. Zu Beginn meiner Arbeit beim Stadt-Sportverband war ich wirklich überrascht, wie viele Vereine es unter dem Dach des Verbandes gibt. Nun ist es so, dass ich mich auch nicht in allen Sportarten wirklich gut auskenne. Dazu möchte ich gerne persönlich vor Ort sein und mitreden können. Beispielsweise bei den Bundesliga-Keglern des SC Reckenfeld. Das werde ich nun auch wegen der Pandemie nachholen müssen.

Na ja, immerhin haben Sie ja eine eigene Geschichte als aktiver Sportler in Greven vorzuweisen.

Storkebaum: Ja, das stimmt. Als kleiner Knirps wollte ich mit einem Freund beim SC Greven 09 Fußball spielen. Als ich bei meinem ersten Spiel eingewechselt werden sollte, fing es an zu hageln. Da war ich dann weg und nicht mehr aufzufinden. So habe ich letztendlich den Weg in die Halle gefunden und bin bei den Handballern gelandet. Das war wohl auch besser so.

Bei den 09-ern haben Sie dann alle Vor- und Nachteile einer aktiven Karriere kennengelernt?

Storkebaum: Das kann man so sagen. Ich habe alle Altersstufen beim SC Greven 09 durchlaufen, habe in der ersten und zweiten Herrenmannschaft gespielt, wurde früh Trainer von Jugendmannschaften. Dann kam schnell die Vorstandsarbeit, die ich durch meinen damaligen Mentor Andreas Krumschmidt kennenlernen durfte. Da kam schon einiges zusammen.

Und nun kommt quasi als nächster Schritt die Arbeit im Stadt-Sport-Verband?

Storkebaum: Es war immer schon so, dass ich mitgeholfen habe, die Ideen anderer umzusetzen und so die Arbeit im Verein voranzutreiben. Dieses Prinzip kann ich jetzt beim SSV fortführen. Dort sehe ich mich auch nicht als Alpha-Tier, dass die Richtung vorgibt. Sondern eher als Bindeglied zwischen den einzelnen Vereinen, den Vorständen und der Stadt Greven. Wir befinden uns hier – mit ein paar Ausnahmen – im Bereich des Breitensports. Da geht es darum, zu einem Harmonischen Ganzen beizutragen im Sinne aller Beteiligten. Hier nehme ich die Rolle des Moderators, des Vermittlers, ein und will der Ansprechpartner für alle sein.

Was werden Ihre ersten konkreten Aufgaben sein?

Storkebaum: Es gibt einige offene Punkte, die es zu klären gilt. Zunächst geht es darum, wie die Sportförderrichtlinie ausgestaltet wird. Ende April stehen da die nächsten Gespräche an. Zudem geht es für die Vereine um die Bewirtschaftungsverträge. Da gibt es noch einige individuelle Probleme zu klären. Das sind alles interessante und wichtige Punkte.

Welche Rolle spielt Corona?

Storkebaum: Die Auswirkungen der Pandemie beschäftigt uns alle. Hier kann der Stadtsportverband jedoch nur bedingt helfen als übergeordneter Dachverband. Natürlich, wenn einzelne Vereine mit ihren Problemen zu uns kommen, werden wir alles in die Wege leiten, was in der Macht des Verbandes steht. Aber wir können die Situation in unserer Funktion nur sehr bedingt beeinflussen.

Müssen sich die Vereine mit einem neuen SSV-Vorsitzenden denn auch an einen neuen Führungs-Stil gewöhnen?

Storkebaum: Ich arbeite ja schon seit einiger Zeit mit dem Vorstand des Verbandes zusammen und kann von dort wichtige Dinge mitnehmen. Aber klar – ich bin nicht Werner Jacobs und in wichtige Details muss ich mich einarbeiten. Einen nahtlosen Übergang kann es so gar nicht geben. Generell sieht sich der SSV aber als Bindeglied zwischen Vereinen und der Verwaltung. Diesbezüglich wird sich also wenig ändern.

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