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Sportstättenförderprogramm: Staatskanzlei bearbeitet unter Hochdruck Vereinsanträge

Warten auf Post aus Düsseldorf

Greven

Sieben Vereine haben ihre Hausaufgaben gemacht, Pläne erstellt, Kosten ermittelt und Anträge auf den Weg gebracht. Jetzt warten die Sportvereine auf eine Nachricht aus Düsseldorf, um mit der Modernisierung ihrer Anlagen zu beginnen.

Sven Thiele

Hier soll bald gebaut werden: Flugsportzentrum am FMO (oben links), Tennis-Anlage TC Rot-Weiß und Vereinsheim SC Gimbte. Foto: th

Die Sandplätze und das Clubheim des TC Rot-Weiß Greven sind in die Jahre gekommen. Die Spielfelder müssen erneuert werden. Auch unter energetischen Aspekten gibt es viel zu tun. Die vereinseigene Anlage in der Kroner Heide ist ein Musterbeispiel für viele Sportanlagen im Land mit erheblichem Sanierungsbedarf. Abhilfe soll das Landesprogramm „Moderne Sportstätte 2022“ schaffen. Dass die Landesregierung insgesamt 300 000 Millionen Euro zur Verfügung stellt, mit der Vereine ihre Sportstätten auf Vordermann bringen können, hat ihr viel Beifall aus den Reihen des Sports beschert. Doch wer von den üppigen Finanzmitteln profitieren möchte, der benötigt Geduld.

Christoph Borowski ist Vorsitzender der Grevener Schießsportfreunde. Sein Verein hat sich frühzeitig auf den Weg gemacht, einen Sanierungsplan für den Schießstand erstellt und Kostenvoranschläge eingeholt. Nach einem Jahr der Planung stehen die Schützen in den Startlöchern. Allein, es fehlt der Förderbescheid aus Düsseldorf, wo in der Staatskanzlei die Anträge der Vereine geprüft und bewilligt werden. „Wir warten erstmal ab, was passiert“, mag sich Borowski zum Stand der Dinge nicht äußern. Gleichwohl lässt er durchblicken, dass ihm das Bewilligungsverfahren zu lange dauert. Ginge es nach ihm und seinen Vorstandskollegen, die Schießsportanlage an der Saerbecker Straße wäre längst saniert.

Wie den Schießsportfreunden ergeht es im Moment auch den übrigen Vereinen aus Greven, die im Förderportal des Landessportbundes einen Antrag eingestellt haben. Sie alle müssen sich gedulden. Der TC Rot-Weiß, der Reit- und Fahrverein, der Angelsportverein, die Kanufreunde, die DLRG, der SC Gimbte, sie alle haben ihre Hausaufgaben erledigt, wurden im August vom Stadtsportverband als förderwürdig eingestuft und warten nun auf Post aus Düsseldorf.

Der Andrang ist immens. „Jede Woche kommen etwa bis zu 70 Anträge rein“, erklärt Dr. Simone Theile. Sie betreut das vom Landessportbund erstellte Förderportal, über das die Anträge komplett digital bearbeitet werden. Theile schätzt, dass die Zahl bis Jahresende auf über 5000 steigt.

Einen Förderentscheid hätten bisher knapp 1700 Vereine erhalten. Für sie bedeutet der Bescheid die Möglichkeit, mit der Maßnahme zu beginnen. „Vor den Sommerferien dauerte die Bearbeitungszeit etwa 14 Wochen.“ Die Referentin beim LSB betont: „Die Staatskanzlei bearbeitet 50 bis 70 Anträge in der Woche. Das ist ein enormes Tempo im Vergleich zu anderen öffentlichen Programmen.“

Überhaupt stellt Simone Theile der Förderung, aus der über 500 000 Euro nach Greven fließen, nach dem ersten Drittel ein gutes Zeugnis aus. „Im Vergleich zu anderen Programmen ist es sehr unbürokratisch.“

Das bestätigt auch Stefan Kipp, Vorstandsvorsitzender beim Kreissportbund Steinfurt (KSB) und gefragter Ansprechpartner der Vereine und Stadtsportverbände. Gleichwohl kann er die Ungeduld von Vereinsvertretern nachvollziehen. „Wenn sich durch die zeitliche Verzögerung eine Verschlechterung ergibt, weil Angebote von Handwerkern nicht gehalten werden können, ist das natürlich ärgerlich.

Doch ebenso wie Simone Theile lobt Kipp das transparente Verfahren, in dem die Verteilung der Mittel in einem Aushandlungsprozess vor Ort vorgenommen wird. „In fast allen Fällen wurde es gut gelöst“, meint die LSB-Referentin.

Die Schießsportfreunde jedenfalls hoffen auf baldige Nachricht. Ebenso wie sieben andere Grevener Vereine. Der Zeitpunkt einer Sanierung wäre optimal. Denn für Sportler aller Couleur gilt weiterhin: Zuhause bleiben, auf ein Ende des Lockdowns hoffen und sich in Geduld üben.

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