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1. Handball-Bundesliga: HSG Nordhorn-Lingen verliert bei HBW Balingen-Weilstetten

Abgerechnet wird im Juni

Nordhorn

Ein Überraschungspunkt beim Tabellensiebten Bergischer HC. Ein Heimsieg im Kellerduell gegen TuSEM Essen nach irrer Aufholjagd. Da waren die Hoffnungen groß, auch beim direkten Konkurrenten HBW Balingen-Weilstetten etwas mit auf die Heimreise zu nehmen.

Von Stefan Hoofund

Patrick Miedema erzielte drei Treffer bei der Niederlage der HSG gegen HBW Balingen-Weilstetten. Foto: Archiv/M. Bültmann

Doch weit gefehlt. Handball-Bundesligist HSG Nordhorn-Lingen kassierte eine 24:35 (9:16)-Niederlage. Eine glatte Abfuhr.

In der Tabelle hat das Konsequenzen. Das Zwei-Städte-Team nimmt Platz 17 ein. Der bedeutet den Abstieg. Das rettende Ufer ist drei Punkte entfernt. Eigentlich sogar vier. HBW Balingen-Weilstetten liegt im direkten Vergleich vorne, sollte es zum Punktegleichstand bei Saisonende kommen.

War es das für die HSG in der ersten Liga? Auf den ersten Blick sieht es so aus. Dabei war es die erste Niederlage überhaupt, die die „Roten“ in einem Kellerduell in dieser Spielzeit kassierten. Nach zuvor zwei Siegen gegen TuSEM Essen und je einem in Coburg sowie gegen Ludwigshafen, Balingen-Weilstetten und einem Unentschieden in Minden.

Der HSC 2000 Coburg, die Eulen Ludwigshafen und TuSEM Essen rangieren in der Tabelle auch weiterhin hinter der Mannschaft von Trainer Daniel Kubes. Aber was nützt das? Vier Mannschaften steigen in diesem Spieljahr ab, nachdem die Bundesliga im Vorjahr nach dem Pandemie-bedingten Abbruch von 18 auf 20 Mannschaften aufgestockt worden war. Die HSG war Nutznießer dieser Maßnahme.

Was es das also für die HSG in der angeblich stärksten Handball-Liga der Welt? Nein!

Es liegen noch 15 Spiele vor der HSG Nordhorn-Lingen. Immerhin neunmal genießt das Team aus Grafschaft und Emsland Heimvorteil. Wenn sich die Mannschaft einmal kräftig durchschüttelt und die Partie vom Gründonnerstag ein Ausrutscher bleibt, ist der Kampf um den Klassenerhalt zwar deutlich schwerer geworden, aber noch nicht verloren.

Voraussetzung sind sicherlich zwei weitere Siege gegen die direkten Konkurrenten Coburg und Ludwigshafen. Die sind Pflicht! Und dann müssen etliche Bonus-Punkte her – so wie kürzlich beim Bergischen HC.

Zwar hängen die Trauben, sprich Punkte in der nächsten Partie am kommenden Donnerstag bei den Rhein-Neckar Löwen für die HSG besonders hoch. Aber gegen Mannschaften aus dem unteren Tabellentableau wie Minden, Wetzlar, Lemgo, Hannover-Burgdorf oder Stuttgart muss sich die HSG Nordhorn-Lingen – wenngleich als Außenseiter – in heimischer Halle mehrfach beweisen. Das sind die Gradmesser für den Klassenerhalt. Abgerechnet wird nicht jetzt, sondern im Juni.

Zurück zum Spiel: Bei den „Galliern von der Alb“ enttäuschte die HSG. Selbst in dieser Deutlichkeit war die 24:35-Niederlage verdient. Das Hinspiel hatte die HSG noch 29:27 gewonnen, dabei zwischenzeitlich mit plus zehn in Führung gelegen.

Aber im Rückspiel waren die Gastgeber in allen Belangen überlegen. Bärenstark ihr Keeper Mike Jensen mit 15 Paraden. Ein Sieggarant am Donnerstag. Vorne wie hinten dominierte Balingen-Weilstetten die Partie. Tempo, Kampf, Spielwitz, körperliche Robustheit, Konsequenz im Abschluss – alles sprach für die Hausherren.

Nur den besten Torschützen der Partie stellte nicht die Heimmannschaft. HSG-Rechtsaußen Robert Weber war wieder einmal nicht zu stoppen. Mit neun Toren war er der Beste des Spiels. Vom Strafwurfpunkt kam er bei sieben Würfen auf eine Quote von 100 Prozent. Weber war top. Was für seine Mitspieler an diesem Abend nicht galt.

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