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WN-Serie: 5. Gronauer Ball des Sports am 15. Januar 1994

Brasilianischer Karneval in Gronau

GronaU

Im Herbst 1993 grassierte das Wasserball-Fieber in Gronau. Als die ohnehin schon populäre Frauenwasserball-Mannschaft, die schon zweimal die Sportlerwahl für sich entschieden hatte, Anfang Oktober aus Berlin mit dem Deutschen Meistertitel zurückkehrte, kannte die Begeisterung keine Grenzen.

Stefan Hoof

Das Wasserballteam des SV Gronau, Mannschaft des Jahres 1994. Foto: Angelika Hoof

Knapp zwei Monate später sicherte sich die Mannschaft von Trainer Gerwin Reinink auch noch den Pokal des Deutschen Schwimmverbandes – diese Bilanz war sportlich nicht zu toppen. In dieser Euphorie und zudem in Erwartung der anstehenden Spiele im Europapokal der Landesmeister konnte es bei der Sportlerwahl 1993 nur einen Sieger geben: den Schwimmverein Gronau.

Mit entsprechend deutlichem Vorsprung wurde die Wahl in der Rubrik der Mannschaften entschieden. Das war keine Überraschung.

Starke Konkurrenz

Dabei hatte die örtliche Konkurrenz auch Erfolge vorzuweisen. Vorwärts Gronaus Fußball-Nachwuchs mit Trainer Egon Reer hatte den Kreispokal gewonnen, die TVG-Volleyballerinnen die Meisterschaft in der Kreisklasse gefeiert, das Frauen-Marathon-Team des TV Gronau den Vize-Westfalenmeistertitel geholt.

Nicht zu vergessen die Surfer des WSCD Gronau, die bei den Sportlerwahlen in den ersten zehn Jahren immer eine gute Rolle spielten. 1993 hatte die Mixed-Bundesliga-Mannschaft in Rostock den deutschen Meistertitel gewonnen.

Ball des Sports 1994: Birgitt Steinacker bekommt den Ehrenteller von Bürgermeister Norbert Diekmann überreicht. Foto: Angelika Hoof

Aber das Rennen machten die Wasserballerinnen. Trainer Gerwin Reinink freute sich: „Es ist schön, dass die WN-Leser unsere Arbeit in dieser Weise würdigen. Das zeigt, dass die Akzeptanz da ist.“ Besonders dankte er auch den Fans, die noch kurz vor dem dem „Ball des Sports“ die Mannschaft in der Europapokalvorrunde in Ungarn unterstützt hatten. „Das war bewundernswert, was die Anhänger auf sich genommen haben, um uns nach Budapest zu folgen.“ Weil die Reise an die Donau erfolgreich war, hatten die SVG-Spielerinnen bei der Ehrung in der Concordia schon die EC-Endrunde in Palermo im Kopf.

Ball des Sports 1994: Wenn Wasserballerinnen schweben . . . Foto: Angelika Hoof

Birgitt Steinacker gestand, mit dem Mannschaftserfolg bei der Sportlerwahl „ein wenig gerechnet“ zu haben. Von der eigenen Auszeichnung zeigte sich die langjährige Spielführerin aber überrascht. Das sei jedoch eine schöne Bestätigung und Ansporn zugleich. Steinacker spielte schon für den SVG, als der Wasserball in Gronau noch keine Schlagzeilen lieferte.

Auf welchem Niveau der Sport 1993 in Gronau unterwegs war, zeigte sich auch bei den Einzelsportlern. Die ersten drei lagen in der Auswertung nur 85 Stimmen auseinander.

Ball des Sports 1994: Sportler des Jahres 1993, Christian Kloster vom WSCD Gronau Foto: Angelika Hoof

Die Wahl gewann der damals 15-jährige Surfer Christian Kloster, amtierender Landesjugendmeister, deutscher Meister mit dem Mixedteam des WSCD und WM-Teilnehmer in Polen.

Für das Showprogramm hatte sich das Organisationsteam des Stadtverbandes für Leibesübungen einiges einfallen lassen. Und nach einem mit mehreren Höhepunkten gespickten Programm folgte zu mitternächtlicher Stunde der Auftritt von „Brazil Tropical“. Stammgäste der Sportlerehrungen erinnern sich noch heute daran. Die Latino-Tanzgruppe sorgte in der Concordia zu heißen Samba-Rhythmen für viel Stimmung und mischte sich auch unter das Publikum. Karneval in Rio – diesmal in Gronau. Es wurde eine lange Nacht. Berichtet wurde damals von „einem rauschenden Fest.“

Ball des Sports 1994: Brazil Tropical in der Gronauer Concordia Foto: Angelika Hoof

Doch nicht nur „Brazil Tropical“ begeisterte. Den verdienten Applaus hatte sich einige Stunden vorher schon Zauberer Heinz Siemering abgeholt. Zwar hatten die Gronauer Wasserballerinnen 1993 zu einem Höhenflug mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft und des DSV-Pokals regelrecht abgehoben. Doch nun ließ Siemering Wasserballerin Tanja Manske im Saal der Concordia „völlig schwerelos“ sogar schweben.

Davon zeigte sich das Publikum ebenso beeindruckt wie vom Auftritt zweier Rock´n´Roll-Tanzpaare, die damit den sportlichen Aspekt dieser wiederum ausverkauften Festveranstaltung unterstrichen.

Ball des Sports 1994: Josef Gröning Foto: Angelika Hoof

Auch das Ehrenamt wurde betont. Für jahrzehntelange Arbeit in ihren Vereinen bedankte sich der Stadtverband für Leibesübungen bei Marianne Vogel und Josef Gröning. Vogel war über 40 Jahre als Geschäftsführerin des TV Westfalia Epe tätig. Josef Gröning war zum Zeitpunkt der Ehrung seit über 30 Jahren für die SG Gronau am Ball und hatte 1989 auch den Vorsitz bei den Schwarz-Weißen übernommen.

Glücklich waren der Stadtverband für Leibesübungen und die Sponsoren auch mit dem Verlauf der Wahl. Nach einem kleinen Tief im Vorjahr hatte die Wahlbeteiligung deutlich angezogen.

Ball des Sports 1994: das Gronauer Glücksrad Foto: Angelika Hoof

Mit 1865 Stimmzetteln hatten die WN-Leser einen Rekord aufgestellt. Insgesamt 5258 Kreuze auf den Coupons waren auszuwerten.

Das Ergebnis der Wahl 1993 in der Reihenfolge der Platzierung:

Sportlerin des Jahres 1993

Birgitt Steinacker (Wasserball, SV Gronau)

Monika Terbeck (Laufen, TV Gronau)

Ursula Hilgemann (Judo Mugen Gronau)

Sportler des Jahres 1993

Christian Kloster (Surfen, WSCD Gronau)

Hubert Reischl (Laufen, TV Gronau)

Jens-Oliver Bertling (Tennis, TV Blau-Weiß Epe)

Thijn Susebeek (Judo Mugen Gronau)

Peter Jöcker (Bogenschützen Gronau)

Mannschaft des Jahres 1993

Frauen-Wasserballmannschaft des SV Gronau

Frauen-Marathonmannschaft des TV Gronau

Weibl. Jugend-Volleyballmannschaft des TV Gronau

Fußball A-Junioren von Vorwärts Gronau

Surf-Bundesliga-Mannschaft des WSCD Gronau

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