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Radmarathon in den Alpen

Gronauer durchgefroren, aber glücklich

gronau

„Hart, härter, Ötztaler!“ So wird in wenigen Worten eine der anspruchsvollsten Radmarathonveranstaltungen Europas umschrieben. Diese Herausforderung nahmen die Gronauer Jan-Gerd und Holger Perrevort an.

-pd-

Holger und Jan-Gerd Perrevort kurz vor dem Start in Sölden. Foto: pd

Und gerade in diesem Jahr sollte sich der Spruch bewahrheiten. Auf einer Strecke von 238 Kilometern und 5.500 Höhenmetern galt es, vier legendäre Alpenpässe, den Kühtaisattel, den Brennerpass, den Jaufenpass und zuletzt das Timmelsjoch an nur einem Tag zu überqueren.

Diese Herausforderung nahmen Jan-Gerd und Holger Perrevort vom TV Westfalia Epe sowie TV Gronau an und gingen beim 40. Ötztaler Radmarathon auf die Strecke. Gemeinsam mit Thomas van Almsick wurden die beiden Radsportler wegen der coronabedingten Verlegung in dieses Jahr gezwungen, die Form zu konservieren und ihre Vorbereitung 2021 neu aufzubauen.

Für Thomas van Almsick wäre es die neunte Teilnahme an der inoffiziellen Amateur-Radweltmeisterschaft gewesen. Trotz einer gravierenden Rückenerkrankung im Frühjahr fand er in den Trainingsmodus zurück und spulte mit seinen beiden Mitstreitern mehrere Tausend Trainingskilometer hinunter. In der Woche vor dem Wettkampf stellten sich die Beschwerden jedoch massiv wieder ein, so dass er die Teilnahme absagen musste.

Die Perrevort-Brüder ließen es sich aber nicht nehmen, sich am Sonntagmorgen um 6.30 Uhr bei nur fünf Grad in Sölden mit Rennradfahrern aus der ganzen Welt an die Startlinie zu stellen und diesen Marathon in Angriff zu nehmen.

Verhießen schon die Wetteraussichten mit Dauerregen, Schnee auf den Bergen und herbstlicher Kälte nichts Gutes, musste der Veranstalter in letzter Minute auch noch anlässlich eines Felssturzes auf der Hauptstrecke zum Kühtaisattel die Route über eine Ausweichstrecke um 10 Kilometer verlängern. Beeindruckt von diesen Vorzeichen schrumpfte das Fahrerfeld von 4.000 auf 2.800 Teilnehmer. Holger und Jan-Gerd Perrevort, für die es die erste Teilnahme an dem Marathon war, gelang es nach dem Start und im Verlauf des Tages, ruhig und besonnen in Gruppen die jeweiligen Anstiege zu erklimmen.

Glück hatten sie dabei, dass es zwar auf den Abfahrten mit Geschwindigkeiten um die 80 km/h zum Teil eisig kalt war, aber die Temperaturen gerade im italienischen Abschnitt des Marathons angenehm wurden und es vorerst trocken blieb. Jedoch erwischte es die Akteure auf der Zufahrt zum 2.500 Meter hohen Timmelsjoch mit dichtem Nebel und Regen, der in leichten Schneegriesel überging, dann doch noch, sodass sie beide nicht nur völlig entkräftet, sondern auch komplett durchgefroren in Zeiten um die 13:15 Stunden überglücklich den Startort Sölden wieder erreichten.

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