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Schach: Bilanz der Saison 19/21

Hängepartie für den SC Gronau beendet: „Die längste Saison unserer Geschichte“

GronaU

Schach – und matt: Im März 2020 wurden die Ligapartien auf allen Ebenen des bundesweiten Spielbetriebs unterbrochen – niemand ahnte damals, dass den Denksportlern eine Hängepartie mit pandemischen Ausmaßen von mehr als 16 Monaten bevorstehen sollte.

Die Figuren stehen bereit: Im August will der SC Gronau das Training wieder aufnehmen. Die Saison 19/21 ist jetzt offiziell beendet worden. Foto: Ulrich Schaper

In der Zwischenzeit wurde die Spielzeit vorsorglich umgetauft, firmiert aktuell unter der Ordnungszahl 2019/2021 und war bis vor wenigen Tagen krisenfest eingefroren.

Doch jetzt sind – im Schach eher unüblich – die Würfel gefallen: Auf Bezirks- und Verbandsebene sind alle Ligen verspätet, aber jetzt verbindlich ohne Wertung abgebrochen worden. Die betroffenen Teams unternehmen im Herbst in ihren alten Ligen einen Neustart.

„Ich bin eigentlich ganz froh, dass wir jetzt vor den Ferien nicht noch ´holterdipolter´ die Saison zu Ende bringen müssen“, sagt Jürgen Rothkegel, Vorsitzender des Schachklubs Gronau. So haben alle Clubs ausreichend Zeit zur Bestandsaufnahme: Wer steht nach der Mammut-Pause überhaupt noch zur Verfügung, wer hat das Brett an den Nagel gehängt, welche Mannschaft kann in welcher Besetzung besetzt werden, wie geht es weiter?

Fragen, die sich naturgemäß auch in den höheren Ligen stellen – allerdings blieb hier keine Zeit, die passenden Antworten zu finden. Der Schachbund NRW hatte beschlossen, die noch ausstehenden beiden Runden der vor zwei Jahren gestarteten Ligen auf Landesebene zum Abschluss zu bringen – vor den Sommerferien.

„Das wird sehr, sehr eng“

„Ich habe gesehen, dass in der NRW-Klasse Gruppe 1, in der zum Beispiel SK Münster 2 spielt, von fünf Spielen am achten Spieltag alle abgesagt wurden – viermal mit einer 0:8-Wertung und einmal mit einer 0:0-Wertung. In den anderen NRW-Klassen wurden vier weitere Spiele abgesagt. Meiner Meinung nach gibt die eingefrorene Tabelle in unserer Klasse dann ein besseres Bild ab, als die durch Spielabsagen beeinflusste Tabelle in der NRW-Klasse“, urteilt Jürgen Rothkegel.

Dass die Mannschaften in der Oberliga und NRW-Klasse angesichts dieser außerplanmäßigen Schacheinlage Probleme bekommen könnten, war befürchtet worden.

Da ist der SC-Vorsitzende mit dem Abbruch der im September 2019 begonnenen Spielzeit („Insgesamt dürfte das die längste Saison unserer Geschichte gewesen sein.“) doch eher einverstanden, auch wenn damit für die 1. Mannschaft die zumindest noch theoretische Chance auf Aufstieg oder Relegation dahin ist. In der Regionalliga belegt das Team zwei Spieltage vor dem eigentlichen Saisonschluss mit neun Mannschaftspunkten hinter dem SC Klein-Berlin Rheine (12 Punkte; Aufsteiger in die NRW-Klasse) und SK Bocholt (10 Punkte; Teilnehmer an der Relegation) den dritten Platz. „Aber bei dem Restprogramm war mehr auch nicht unbedingt für uns zu erwarten. Das ist vom Saisonverlauf her auch völlig in Ordnung. Unsere erste Mannschaft wird dann in der kommenden Saison wieder in der Regionalliga antreten“, erklärt Rothkegel.

Die zweite Mannschaft schloss die Saison auf einem Nicht-Abstiegsplatz ab und bleibt in der Verbandsklasse.

Voraussichtlich im August wird der SC Gronau wieder den Trainingsbetrieb aufnehmen. „Dann werden die Jugendlichen in der Luise freitags ab 18 Uhr und die Erwachsenen freitags ab 20 Uhr im Vietmeierhaus zeigen können, was sie von den Spielregeln behalten haben“, freut sich Jürgen Rothkegel auf den Wiederbeginn.

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