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Tischtennis: Europameisterschaft

Jürgen Langer zur Tischtennis-EM

Metelen

Top-Leistungen selbst in vergleichbar hohem Alter: Dafür steht Jürgen Langer vom TTV Metelen. Der 74-Jährige, der schon zu Bundesliga-Zeiten für den TTV gespielt hatte, nimmt demnächst mit seinem Bruder Horst an der Tischtennis-Europameisterschaft in Helsingborg teil – und hat sich dafür bemerkenswerte Ziele gesteckt.

Heiner Gerull

Jürgen Langer vom TTV Metelen tritt mit seinem Bruder bei der Tischtennis-Europameisterschaft der Senioren in Helsingborg an. 2010 kehrte er als Weltmeister aus China zurück. Foto: Weiß

Mit der dritten Mannschaft des TTV Metelen geht Jürgen Langer nach wie vor in der 3. Kreisklasse auf Punktejagd. Wenn aber einer wie er schon einmal den Duft der großen, weiten Tischtennis-Welt geschnuppert hat, dann kann er selbst im hohen Alter nicht davon lassen. Auch Langer nicht. Dass 74 Lebensjahre längst kein Grund sind, sich nicht mit den größten Tischtennis-Cracks Europas zu messen, wollen der Gronauer und sein Bruder Horst bei der Tischtennis-Europameisterschaft für Senioren vom 26. Juni bis 1. Juli im schwedischen Helsingborg unter Beweis stellen.

Gemeinsam mit seinem Bruder, der gar schon 77 Lenze zählt, geht Jürgen Langer in der Altersklasse (AK) 75 sowohl im Einzel als auch im Doppel an den Start. „Im Doppel gehören wir zum erweiterten Favoritenkreis. Das Viertelfinale ist auf jeden Fall Pflicht“, formuliert der 74-Jährige klipp und klar seine Erwartungen. Dass das Duo in seiner Altersklasse immer noch zum Besten gehört, was die internationale Tischtennis-Szene zu bieten hat, liegt auf der Hand. 2010 wurden Langer/Langer in China Weltmeister. Zwei Jahre später schieden die beiden bei der WM in Stockholm unter höchst unglücklichen Umständen im Viertelfinale aus. Bei den Weltspielen in Neuseeland 2014 und in Alicante 2016 mussten die Brüder aus gesundheitlichen Gründen passen. „2014 hatte ich gerade eine neue Hüfte bekommen, und 2016 konnte ich nicht antreten, weil mir die Achillessehne gerissen war“, erinnert sich Jürgen Langer. Jetzt aber will es das eingespielte Duo allen noch einmal zeigen; bei der Europameisterschaft in Schweden.

Natürlich bedarf es einer gewissenhaften Vorbereitung, um den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden. „Dreimal Training pro Wochen ist das Minimum“, erklärt Langer. Das absolviert er nicht nur in Metelen, sondern auch in Düsseldorf, Essen oder Ratingen. Unter logistischen Gesichtspunkten macht diese Trainingsplangestaltung schon deshalb Sinn, weil Horst Langer in Mülheim ansässig ist und er dort auch Tischtennis spielt. Somit treffen sich die Brüder zwecks Verrichtung gemeinsamer Übungseinheiten in den genannten Städten.

Darüber hinaus gilt es, sich individuell fit zu halten. „Physisch ist solch ein Turnier eine Riesen-Herausforderung“, weiß der TTV-Crack aus eigener Erfahrung. Auch in Helsingborg kommt einiges auf die Brüder zu. So werden am Montag und Dienstag (26./27. Juni) in Vierergruppen Qualifikationsspiele ausgetragen. Nach dem spielfreien Mittwoch folgen am Donnerstag und Freitag (29./30. Juni) die K.o-Runden bis zu den Halbfinals, die allesamt am Samstag bestritten werden. Schließlich werden am Sonntag die Europameister in allen Altersklassen sowohl in den Doppeln als auch in den Einzeln ermittelt.

Jürgen Langer, der in Gronau lebt, aber über Jahrzehnte dem TTV Metelen die Treue hält, tritt ebenso wie sein Bruder im Einzelwettbewerb an. „Horst gehört sicherlich zu den Favoriten. Ich sehe mich eher im Mittelfeld der Konkurrenz“, verkündet der 74-Jährige.

Für die Langer-Brothers ist die EM auch eine Begegnung mit der Vergangenheit. Da werden Erinnerungen wach an jene Zeiten, als sie sich mit dem TTV Metelen von 1968 bis 1973 sowie 1974/75 in der Bundesliga an den Spitzenbrettern mit der Crème de la Crème des deutschen Tischtennis-Sports gemessen hatten.

Wie lange sie die Konkurrenz auf internationaler Ebene aufmischen wollen, darüber hat sich Jürgen Langer noch keine Gedanken gemacht. „Im kommenden Jahr findet die Weltmeisterschaft in Las Vegas statt. Da wollen wir noch einmal mitmachen. Was danach kommt, wird man sehen.“

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