Eperaner starten beim Wings for Life World Run

Lauf gegen virtuellen Konkurrenten

Gronau

Den Konkurrenten im Nacken, der zudem immer näherkommt – eigentlich ein Albtraum für jede Läuferin und jeden Läufer. Beim „Wings for Life World Run“ ist genau das der Fall.

Günter Poggemann

Zun Foto: Günter Poggemann

Fasst 135.000 Aktive weltweit stellten sich am Sonntag dieser ganz besonderen Herausforderung, darunter auch mehrere Läuferinnen und Läufer aus Epe.

Erstmals 2014 hat der „Wings for Life World Run” stattgefunden. Die Idee dabei: Die Läuferinnen und Läufer starten allein oder in Gruppen – soweit das möglich ist – rund um den Globus zeitgleich um 13 Uhr deutscher Zeit dort, wo man gerade ist. Gleichzeitig wird die entsprechende App aktiviert. Eine halbe Stunde später setzt sich das virtuelle „Catcher Car“ in Bewegung und nähert sich mit steigender Geschwindigkeit unweigerlich den Läuferinnen und Läufern. Für diejenigen, die das „Catcher Car“ erreicht, ist das Rennen beendet.

Mindestens ebenso wichtig ist eine zweite Idee: Alle Einnahmen aus dem Verkauf der App und weitere Spenden kommen zu 100 Prozent der gemeinnützigen Stiftung „Wings for Life“ zugute, deren Ziel es ist, durch die Finanzierung von Spitzenforschung zur Heilung der Querschnittslähmung beizutragen.

Vor allem diese Idee hat Imke Minor, deren Mann seit 20 Jahren nach einem Motorradunfall querschnittsgelähmt ist, hellhörig gemacht. Die Volleyballerin vom TV Westfalia Epe gründete daher das „Team Münsterland“ und versuchte so, andere zum Mitmachen zu motivieren. „Die Unterstützung der Forschung ist so enorm wichtig, weil diese heute nur noch wenig davon entfernt ist, die Rückenmarksverletzung zu heilen“, begründet sie ihr Engagement. „Es kommt nicht darauf an, wie gut oder schnell man ist, sondern dass man überhaupt dabei ist! Let`s run for those who can´t“, schrieb sie daher im Chat.

48 Aktive waren schließlich im „Team Münsterland“ dabei. 277,41 km schafften sie zusammen im Wettstreit mit dem „Catcher Car“. Noch mehr freute sich Imke Minor über die rund 1.700 €, die durch das „Team Münsterland“ zusammengetragen wurden für die Rückenmarksforschung. „Das Team bleibt weiter bestehen. Und vielleicht sind wir im nächsten Jahr noch mehr Läuferinnen und Läufer im Team“, macht Imke Minor bereits Werbung für den nächsten „Wings for Life World Run” im kommenden Jahr.

Bereits im Vorjahr beim Wettlauf gegen das virtuelle Auto dabei war André Winkelhorst vom TV Westfalia Epe. Diesmal konnte er mit Christoph Flucht und Stefan Schwarzer zwei Mitläufer gewinnen. Gemeinsam liefen sie die ersten Kilometer, nach etwa zehn Kilometern trennten sich aber schon ihre Wege. Rund 40 km und fast drei Stunden hatte das „Catcher Car“ im vergangenen Jahr benötigt, um André Winkelhorst einzufangen. Eigentlich schon vor dem Start, spätestens aber nach rund einer Stunde war dem 47-Jährigen klar, dass dieses Ziel diesmal nicht erreichbar war. „Die Form war eigentlich recht gut. Bei dem plötzlichen Hitzeeinbruch war einfach nicht mehr möglich“, kommentierte er später. Am Ende schaffte André Winkelhorst 34,91 km in rund 2:43 Std. Weltweit landete er damit unter den rund 135.000 Teilnehmern auf Platz 736.

Etwas mehr versprochen hatten sich ursprünglich auch Stefan Schwarzer und Christoph Flucht, mussten aber auch schnell feststellen, dass angesichts des plötzlichen Wärmeeinbruchs nicht mehr möglich war. So schaffte Stefan Schwarzer schließlich 30,11 km, Christoph Flucht hatte das „Catcher Car“ nach 21,71 km erreicht.

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