Fußball: Kreispokal der A-Junioren

Verlängerung hat ein Nachspiel

Epe

Wenn ein Fußballer einen Regelverstoß begeht, kassiert er eine Verwarnung, eine Gelbe oder Rote Karte. Bei Schiedsrichtern hat das oft schwerwiegendere Folgen, wie ein kurioser Fall im Kreispokal der A-Junioren am Samstag gezeigt hat.

Sascha Keirat

Auf ein Neues: Die A-Junioren von Vorwärts Epe bekommen heute Abend im Waldstadion eine weitere Chance, im Pokal die nächste Runde zu erreichen. Foto: Birgit Hüsing-Hackfort

In der Partie des ASV Ellewick gegen Vorwärts Epe stand es nach der regulären Spielzeit 0:0. Natürlich ist im Pokal kein Unentschieden möglich, also musste ein Sieger ermittelt werden. Der Unparteiische bat die beiden Mannschaften nach Ablauf der 90 Minuten zur Verlängerung.

Und genau hier lag der Fehler. Denn seit dieser Saison sehen die Regeln vor, dass bei Unentschieden in Pokalspielen im Fußballkreis Ahaus/Coesfeld direkt ein Elfmeterschießen folgt – ausgenommen sind Endspiele.

Der Ellewicker Trainer, Mario Thesseling, gesteht, dass auch er die neue Regel nicht präsent hatte und berichtet, dass es keine Proteste gegeben habe. So seien beide Teams klaglos zur Verlängerung angetreten. Mike Kernebeck, Jugendleiter bei Vorwärts Epe, sagt dazu: „Unser Betreuer hat wohl angemerkt, dass es seit dieser Saison keine Verlängerung mehr gibt.“

Schiedsrichter entschuldigt sich

Der Unparteiische habe sich aber nicht davon abbringen lassen, zweimal 15 Minuten Verlängerung spielen zu lassen. Dabei erzielten die Ellewicker zwei Treffer und wähnten sich nach dem Schlusspfiff schon in der zweiten Runde.

Die Vorwärts-Verantwortlichen allerdings erkannten den Regelverstoß und legten noch am Samstag Protest über das DFBnet ein.

„Im schriftlichen Verfahren hat der zuständige Einzelrichter dann entschieden, dass das Spiel neu anzusetzen ist. Und das habe ich noch am Sonntag getan“, berichtet Pokalspielleiter Bernd Dönnewald. Der Schiedsrichter habe seinen Fehler inzwischen eingeräumt und sich entschuldigt.

Mittwochabend folgt die Wiederholung

Die Begegnung wird deshalb nun bereits Mittwochabend um 19 Uhr im Ellewicker Waldstadion nachgeholt – dieses Mal allerdings mit einem anderen Unparteiischen.

Die Eperaner, letztes Jahr noch im Pokalfinale, wollen ihre zweite Chance aufs Weiterkommen nutzen, „auch wenn es schwer nachvollziehbar ist, wie so ein Fehler passieren kann, zumal die Schiedsrichter vor der Saison noch mal geschult worden sind“, wie Mike Kernebeck anmerkt.

Ellewicks Mario Thesseling sagt: „Wir haben einen höherklassigen Gegner im fairen Wettkampf besiegt und finden es schwach, dass es jetzt diesen Einspruch gegeben hat. Natürlich versuchen wir alles, um die Eperaner noch mal zu schlagen.“

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