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Fußball: Regeln für Trikotwerbung

Bei Rotlicht geht die Warnlampe an

Baumberge

Trikotwerbung bei den Fußballern unterliegt klaren Vorgaben. Die Vereine müssen sich bei Willy Westphal die Genehmigung für ihre Sponsoren einholen. Der Kreisvorsitzende kennt die Regeln genau.

Von Jürgen Primus

Einheitliche Spielkleidung für alle Fußballspieler einer Mannschaft ist durchaus kostspielig. Daher sind die meisten Vereine froh und dankbar, wenn sie einen Sponsor finden, der ihnen die Leibchen nebst Hosen und Stutzen zur Verfügung stellt. Als Dank dafür laufen die Kicker meist mit dem Firmenlogo auf der Brust über den Platz. In höheren Spielklassen gibt es dafür sogar ein Salär für die Vereinskasse.

Aber nicht alle Werbung auf Trikots ist zulässig. In den Durchführungsbestimmungen des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen (FLVW) ist die Genehmigung der Werbung auf der Spielkleidung geregelt. Zuständig im hiesigen Bereich ist Kreisvorsitzender Willy Westphal. „Alle am Spielbetrieb teilnehmenden Mannschaften müssen die Werbung genehmigen lassen. Stichtag ist der 15. September. Die Genehmigung gilt immer für ein Jahr.“ Westphal achtet nach eigener Aussage in erster Linie auf den Inhalt der Werbung. Die Kriterien: Die Werbung darf nicht gegen die allgemein im Sport gültigen Grundsätze von Ethik und Moral verstoßen. Insbesondere ist die

Werbung für Tabakwaren und ihre Hersteller unzulässig,

Werbung für starke – bei Jugendmannschaften für jegliche – Alkoholika unzulässig,

Werbung für politische Gruppierungen (rassistische, gewaltverherrlichende, extremistische und ähnliche) und mit politischen Aussagen nicht gestattet.

„Als die DJK Dülmen vor einigen Jahren für eine Café- Bar werben wollte, habe ich erst mal genau hingeschaut, um was für eine Bar es sich handelt“, erinnert sich Westphal. Denn Rotlicht-Etablissements wolle er keine Erlaubnis erteilen. „Eigentlich gibt es aber keine Schwierigkeiten. Die meisten Vereine wissen, was erlaubt ist und was nicht.“ Dann sei es eine Formalität. In 99,5 Prozent aller Fälle sei die Genehmigung sehr einfach. Zumal häufig die gleichen Werbepartner, wie aus der Vorsaison zur Genehmigung vorgelegt würden. „In Dülmen musste ich vor einigen Jahren im Jugendbereich eine Trikotwerbung untersagen, weil da für ein Bier geworben werden sollte. Im Jugendbereich ist das aber nicht zulässig.“

Die Werbefläche auf der Trikotvorderseite darf maximal 200 Kubikzentimeter, die des Trikotärmels und der Trikotrückseite je 100 Kubikzentimeter, die Werbefläche auf der Vorderseite des rechten Hosenbeins 50 Kubikzentimeter nicht überschreiten. Übrigens: Auch wenn keine Werbung erscheinen soll, muss eine Genehmigung für den Trikotsatz eingeholt werden.

Bis zur Saison 2019/20 kassierte der Verband bei der Trikotwerbung mit und ließ sich die Genehmigung bezahlen. „Im Mai 2019 hat die Ständige Konferenz beschlossen, für drei Jahre auf die Erhebung der Gebühren zu verzichten. Wir wollen schauen, ob wir auch so klar kommen.“ Worauf Westphal nicht verzichtet, ist auf Strafen, wenn die Anträge nicht rechtzeitig eingereicht werden. Drei Mal wird gemahnt. Dann werden 30, 60 oder 90 Euro, also insgesamt 180 Euro fällig. „Danach wird der Vorgang an das Sportgericht abgegeben.“ Jüngst hat dieses Schicksal den VfB Alstätte erreicht. Der Verein will schnell versuchen, die erforderlichen Unterlagen nachzureichen. Willy Westphal: „Mit diesen Strafgeldern finanzieren wir zum Beispiel den Spielbetrieb für unsere Auswahl-Mannschaften oder die Ausbildung der Schiedsrichter. Damit belasten wir unsere Vereine ja nicht.“