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Fußball: Bezirksliga

Der SV Bösensell ist ein Träumchen

Bösensell

Keiner, wirklich keiner mit einem gelb-schwarzen Herzen dürfte bereut haben, an diesem Abend ins Stadion am Helmerbach gekommen zu sein. Dort besiegte nämlich Bezirksligist SV Bösensell im Spitzenspiel den TuS Recke mit 2:1 (0:1).

Von Johannes Oetz

22. Spielminute: Reckes Kapitän Marvin Strotmann (hinten) trifft im Fünfmeterraum Nils Schulze Spüntrup am Fuß, der Pfiff des Unparteiischen bleibt indes aus. Bösensells Stürmer „rächt“ sich in der zweiten Halbzeit mit zwei blitzsauberen Treffern. Foto: Johannes Oetz

Fußball-Regionalligist SC Preußen Münster ist (endlich wieder) eine große Nummer. Wer ein Fußballspektakel erleben möchte, der besucht in diesen Wochen Spiele der Adlerträger. Aber halt: So weit muss man doch gar nicht fahren! Neuerdings werden auch wieder in Bösensell Fußballfeste gefeiert. Am späten Donnerstagabend erst wieder, als der heimische Bezirksligist in einem begeisternden Spiel den TuS Recke mit 2:1 (0:1) in die Knie zwang.

„Irgendjemand muss mich jetzt mal kneifen, denn ich glaube, dass ich träume. Mit neun Punkten nach drei Spielen hätten wir wirklich nicht gerechnet. Das ist ein Träumchen“, sagte SVB-Trainer Mathias Krüskemper, der sich mit seinem Schwager und Trainerkollegen Fabian Leifken feiernd in den Armen lag.

Gut 250 Zuschauer waren trotz der Aussicht auf ein Gewitter mitten in der Woche ins Stadion am Helmerbach gekommen. Das war auch kein Wunder, denn schließlich handelte es sich um das Bezirksliga-Spitzenspiel Erster (TuS) gegen Zweiter (SVB). Und außerdem heizte Stadionsprecher Heri Koch dem Publikum ordentlich ein. Es war zwar erst eine Partie des dritten Spieltages, doch die beiden Teams verdeutlichten in den 90 Minuten, warum sie momentan ganz oben in der Tabelle stehen.

Recke begann stark. Mit sicherem Passspiel näherte sich der Spitzenreiter immer wieder dem SVB-Gehäuse an. Zunächst ging ein Kopfball noch knapp daneben, doch dann markierte Lucas Bovenschulte nach scharfer Hereingabe von Nabilaye Bangoura das Tor zur Gästeführung (12.).

Der SVB schüttelte sich kurz und antwortete prompt. Schulze Spüntrup wurde in Minute 14 auf die Reise geschickt, und der Bösenseller Stürmer scheiterte nur knapp am glänzend reagierenden TuS-Torhüter Jens Klemusch. In der 22. Minute forderte Bösensell einen Foulelfmeter. Reckes Kapitän Marvin Strotmann hatte im Fünfmeterraum hörbar Nils Schulze Spüntrup am Fuß getroffen, der Pfiff des Unparteiischen blieb jedoch aus.

Wieder haderte der Platzherr nicht lange mit seinem Schicksal und kickte konzentriert weiter. Bis zum Seitenwechsel blieb es bei der knappen Recker Führung, auch, weil Bösensells Torhüter Marvin Holstein in der 43. Minute erstklassig gegen Bangoura reagierte.

In der Pause öffnete der Himmel sodann seine Pforten. Fluchtartig suchten die Zuschauer Schutz, um genauso entschlossen wie ihre Mannschaft bei Wiederanpfiff an die Seitenlinie zurückzukehren. Schulze Spüntrup war es in der 47. Minute, der für das nächste Highlight sorgte. Sein Schuss knallte jedoch nur an die Latte.

Egal, der SVB war nun am Drücker. Immer wieder gelang es in der Folge den Bösensellerm, das Spielgerät gefährlich in die Endzone zu bringen. Der verdiente Ausgleich fiel aber erst in der 72. Minute: Der erst 60 Sekunden zuvor eingewechselte Patrick Sutholt flankte präzise in die Mitte, wo natürlich Schulze Spüntrup lauerte und per Kopf ins lange Eck traf. Wieder nur acht Minuten später stand Bösensells Nummer 7 erneut im Mittelpunkt. Lars Rückel war im Sechzehner gefoult worden, und dieses Mal pfiff der Schiri. Reckes Schlussmann hielt den Strafstoß von Schulze Spüntrup allerdings und wurde von seinen Mitspielern gefeiert. Doch wer zuletzt lacht, lacht bekanntlich am besten! Schulze Spüntrup heißt der Schlaks, der in der 88. Minute über das ganze Gesicht grinste. Nach einem Eckball von Niklas Klöfkorn stieg der Mann des Abends am höchsten und erzielte seinen zweiten Kopfballtreffer in dieser Partie. Kurz danach war Schluss. Und gefühlt lag sich halb Bösensell feiernd in den Armen.

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