Havixbecker Handballer Dresemann bleibt neugierig

Enthusiast auch in der Krise

Havixbeck

In Billerbeck lebt er „auf dem Hof“ der Familie, in Havixbeck spielt er Handball in der schwarz-weißen Dritten, in Coesfeld schult er sich im Tanzsport. Seit 2017 gehört er zum Präsidium des Kreissportbundes (KSB) Coesfeld: Oliver Dresemann und das Ehrenamt – das passt.

Von Thomas Austermann

Dem Thema E-Sport widmet sich ein Projekt der Sportjugend NRW, das Oliver Dresemann begleitet. Foto: IMAGO/Christian Grube

Für Oliver Dresemann ist es normal, auf vielen Hochzeiten zu tanzen. Der 24 Jahre alte Fachhochschulstudent gehört schon lange zu jener Riege der Ehrenamtlichen, ohne die der Sportbetrieb kein Stück funktionieren würde – und von denen es nicht genug gibt. Auch er musste in den Zeiten der pandemiebedingten Einschränkungen zurückstecken. Seiner Motivation tat das keinen Abbruch.

In der Region verwurzelt

In Billerbeck lebt er „auf dem Hof“ (Dresemann) der Familie, in Havixbeck spielt er Handball in der schwarz-weißen Dritten, in Coesfeld schult er sich im Tanzsport. Seit 2017 gehört er zum Präsidium des Kreissportbundes (KSB) Coesfeld, dessen Sportjugend er auch schon leitete. Wenn jemand überzeugend für das Ehrenamt werben kann, dann er.

Jens Wortmann, einst sein Tanzsport-Coach, hat ihn seinerzeit fürs Anpacken begeistert. Wortmann, Vorsitzender der Geschäftsführung im KSB und eine Etage höher Vorsitzender der Sportjugend NRW, hat wohl einen guten Griff getan.

Im Ehrenamt vielfältig gefordert ist FH-Student Oliver Dresemann, der als Handballer für SW Havixbeck III am Ball ist. Foto: Gemeinde Saerbeck

Das ehrenamtliche KSB-Präsidium kommt viermal im Jahr sowie zusätzlich zu Klausurtagungen zusammen – eigentlich. In diesen Zeiten wurden die Kontakte online geführt. „Das geht auch ganz gut, aber effizienter ist es, wenn man sich sieht“, wertet Dresemann aus Erfahrung. Er und seine Mitstreiter legen Pläne und Vorhaben fest, diskutieren über Verbesserungen und Innovationen.

Dresemann hat sich keinen festen Projekten verschrieben. Ihn interessiert beinahe alles. „Unsere Arbeit zielt auf die Angebotserweiterung der Vereine ab. Was mich diesbezüglich angeht: Ich habe keinerlei Scheu vor neuen Themen.“

Projekt „E-Sport im Sportverein“

Gesagt und umgesetzt: Zuletzt erst begeisterte er sich für das im September gestartete und auf drei Jahre angelegte Projekt der Sportjugend NRW namens „E-Sport als Angebot der außersportlichen Jugendarbeit im Sportverein“. Dresemann wird hierin Multiplikator zur pädagogischen Anleitung von E-Sport-Angeboten. Ob die Konsolen-Künstler Sport betreiben oder nicht, wird seit Jahren leidenschaftlich diskutiert. Das Projekt läuft unter der wissenschaftlichen Begleitung der FH Münster, Fachbereich Sozialwesen.

Was am Ende dabei herauskommt, wird auch Dresemann erleben. Grundsätzlich empfindet er sein Engagement keineswegs als Belastung. „Es bereichert mich persönlich enorm, hier und da anzupacken. Ich lerne so viele Menschen kennen und bearbeite so viele Themen.“ Und es schult ganz sicher, dies alles gut organisiert zu tun.

Studium der Energietechnik

Vielen Enthusiasten des Sports wohnt dergleichen inne – Dresemann bringt diese Tugend auch im anspruchsvollen Studium der Energietechnik ein. Nach dem Abi widmete er sich zunächst der Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Heizung, Sanitär und Klimatechnik. Aktuell sitzt er über seiner Bachelorarbeit. Es geht um das sogenannte „Kalte Nahwärmenetz“ – und die Frage, ob und unter welchen Voraussetzungen man Bestandsgebäude in ein solches Nahwärmenetz einbinden kann. So spannend wie zukunftsweisend.

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